Sport | Bundesliga
08.08.2017

Rapid beschäftigt Platzstürmer im Klub-Service

Der Fan-Ordner, der Raphael Holzhauser anpöbelte, gab zu, 2011 beim Platzsturm dabei gewesen zu sein.

Jeder erinnert sich zurück an das Wiener Derby im Mai 2011 im Hanappi-Stadion, als hunderte Rapid-Fans nach dem Treffer zum 2:0 für die Austria plötzlich den Platz stürmten und das Spiel abgebrochen wurde. Ähnlich emotional, wenngleich auch ohne Abbruch, ging es auch im jüngsten Derby am Sonntag (2:2) zur Sache.

Dabei musste Schiedsrichter Harkam die Partie sogar für einige Minuten unterbrechen, weil Anhänger der Hütteldorfer beim Eckball Austria-Spieler mit Gegenständen beworfen hatten. Als die Partie wieder aufgenommen wurde, kam es beim Eckball, den Raphael Holzhauser ausführen wollte, erneut zu einem Zwischenfall.

Der Austria-Regisseur wurde dabei von Rapid-Ehrenkapitän Steffen Hofmann sowie einem Fan-Ordner angepöbelt. Nun wurde ein Interview aus einer burgenländischen Regionalzeitung aus dem Jahr 2012 ausgegraben, indem der Ordner zugibt, beim Platzsturm 2011 auf dem Rasen dabei gewesen zu sein und später auch ein Platzverbot erhalten zu haben.

Nun wird der Mann von Rapid als Fan-Ordner im Klubservice beschäftigt, der eigentlich für Ruhe sorgen sollte. Rapid bestätigte am Dienstagnachmittag das Engagement seines Mitarbeiters. „Das entspricht auch den Tatsachen“, erläutert Klubservice-Leiter Andy Marek und fügt hinzu: „Tatsache ist, dass dieser junge Mann damals am Feld war, aber er hat dabei und auch darüber hinaus nie ein Gewaltdelikt begangen. 2011 wurde er mit einem Jahr Stadionverbot belegt und hat diese Strafe auch verbüßt."

Der junge Mann habe sich später aus der Fanklubszene zurückgezogen. Marek: "Danach bewarb er sich bei uns zur Mithilfe bei Heim- und Auswärtsspielen und übte seither sehr ordentlich diverse Aufgaben, vom Verkauf von Tickets bei Auswärtspartien über die Betreuung von Ball- und Begleitkindern bis hin zu Ordnertätigkeiten, aus. Dafür hat er auch die Ordnerschulung absolviert und erhielt damals einen offiziellen Ordnerausweis der Bundesliga."

Als Ordner am Spielfeldrand werde der Mann nicht mehr zum Einsatz kommen, betont Marek.