Sport | Bundesliga
23.05.2017

ÖFB-Team erstmals mit Laimer und Danso

Marcel Koller beruft zwei Neulinge in den ÖFB-Kader für das WM-Quali-Spiel gegen Irland ein.

Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller hat die Kaderbekanntgabe für das WM-Qualifikationsspiel am 11. Juni in Irland dazu genützt, seinen Spielern die Rute ins Fenster zu stellen. Dem Schweizer missfielen die Beschwerden von Kickern über den ungünstigen Termin der Partie, am Dienstag ergriff er daher in Wien die Gelegenheit, seinem Ärger darüber auch öffentlich Luft zu verschaffen.

Die erstmalige Einberufungen von Kevin Danso (Augsburg) und Konrad Laimer (Salzburg) sowie die Rückkehr von Florian Kainz (Bremen) rückten in den Hintergrund, denn Koller legte ungewohnt emotional los. "Das ist ein öffentlicher Aufruf an die Spieler. Das ist ein verdammt wichtiges Spiel, das wird kein Zuckerschlecken. Wir müssen ab der ersten Minute des Teamcamps hellwach und fokussiert sein."

ÖFB-Kader
Tor
Daniel Bachmann Stoke City
Markus Kuster SV Mattersburg
Heinz Lindner Eintracht Frankfurt
Abwehr
Kevin Danso FC Augsburg
Aleksandar Dragovic Bayer Leverkusen
Martin Hinteregger FC Augsburg
Stefan Lainer Red Bull Salzburg
Valentino Lazaro Red Bull Salzburg
Sebastian Prödl FC Watford
Stefan Stangl Red Bull Salzburg
Kevin Wimmer Tottenham Hotspur
Mittelfeld
David Alaba Bayern München
Julian Baumgartlinger Bayer Leverkusen
Florian Grillitsch Werder Bremen
Martin Harnik Hannover 96
Zlatko Junuzovic Werder Bremen
Florian Kainz Werder Bremen
Konrad Laimer Red Bull Salzburg
Marcel Sabitzer RB Leipzig
Louis Schaub Rapid Wien
Sturm
Guido Burgstaller Schalke 04
Michael Gregoritsch Hamburger SV
Marc Janko FC Basel

Koller mit "Raunzen" unzufrieden

Sebastian Prödl hatte den Termin zuletzt in der "Kronen Zeitung" als eine "Frechheit von der FIFA" bezeichnet. Außerdem bekam Koller offenbar in Telefonaten mit mehreren ÖFB-Internationalen das Gefühl, dass ihnen die Partie weit nach Ende der Clubsaison, wenn Nicht-Teamspieler auf Urlaub weilen, nicht gerade gelegen kommt.

Ihm sei ein "Raunzen" aufgefallen, berichtete Koller. "Es ist wichtig, dass sich jeder Gedanken darüber macht, was will ich? Will ich bei der Nationalmannschaft dabei sein, dann heißt das, ein rot-weiß-rotes Herz zu haben mit viel Leidenschaft." Der Coach wies darauf hin, dass jedes Jahr im Juni Länderspiele anstehen und der Termin für das Irland-Match seit langem fix ist. "Man muss sich mental darauf vorbereiten oder sagen, ich spiele nicht mehr im Team", erklärte Koller und ergänzte: "Es gibt nur eines - Vollgas für Österreich."

Kollers Laune wurde nicht nur durch Spieler-Jammereien getrübt. Andreas Ulmer wäre im Kader gestanden, heiratet aber am Wochenende des Irland-Spiels und steht daher nicht zur Verfügung. "Ich kann das nicht nachvollziehen", sagte der Nationaltrainer. Ulmer schien zuletzt regelmäßig auf der Abrufliste auf. "Wenn du auf Abruf bist, hast du binnen kürzester Zeit beim Team zu sein, wenn jemand ausfällt. Da kann ich nicht auf Mauritius am Pool liegen", kritisierte Koller. Die Team-Karriere des 31-jährigen dreifachen Internationalen dürfte damit beendet sein, bevor sie richtig losgegangen ist.

Baustellen in der Defensive

Ohne den Salzburg-Profi wird die ÖFB-Baustelle links hinten noch größer. Christian Fuchs und Markus Suttner gaben ihre Rücktritte bekannt, David Alabas Interesse an einer Nationalteam-Rolle als Linksverteidiger hält sich in Grenzen und Kevin Wimmer konnte auf dieser Position im Herbst nicht entsprechen. Als einziger etatmäßiger Linksverteidiger im Kader bleibt Stefan Stangl, der es in dieser Saison nur auf neun Einsätze bei Salzburg brachte.

Abgesehen davon, dass Marko Arnautovic und Stefan Ilsanker wegen Sperren fehlen, ist auch die Tormann-Situation alles andere als rosig. Robert Almer und Andreas Lukse fehlen verletzungsbedingt, Ramazan Özcan kehrte dem Team den Rücken - daher dürfte Frankfurt-Reservist Heinz Lindner wie schon beim 2:2 in Dublin am 26. März 2013 in der WM-Quali zwischen den Pfosten stehen. "Dass er keine Spielpraxis hat, wissen wir auch, aber er hat gezeigt, dass er auf hohem Level spielen kann", meinte Koller.