Sport | Bundesliga
05.04.2017

ÖFB-Cup: Rapid siegt erstmals im neuen Jahr

Die Hütteldorfer schossen sich mit einem 3:1-Erfolg in St. Pölten zumindest vorerst aus der Krise.

Der Mittwochabend erinnerte an die noch gar nicht so lange zurückliegenden, erfolgreichen Europacup-Abende von Rapid: Bei prächtiger Stimmung auf schönem Rasen mit entschlossen aufspielenden Hütteldorfern schien die Bundesliga-Krise weit weg. St. Pölten verlor das Cup-Viertelfinale in der NV-Arena verdient mit 1:3 (0:1). Mit der besten Leistung in der Ära von Damir Canadi wahrten die Wiener ihre letzte Chance auf den Europacup – und jene des Trainers auf eine längere Amtszeit.

Bereits um 19.42 Uhr war Jubel in der NV-Arena aufgebrandet. Der voll besetzte Rapid-Block ließ beim Einlauf der Tormänner zum Aufwärmen keinen Zweifel daran, dass die Mannschaft noch einmal besonders intensiv unterstützt werden wird.

Mit einer martialischen Choreographie in Anlehnung an den Kubrick-Film „Full Metal Jacket“ lautete die Botschaft „Heute zählt nur der Sieg“. Das war auch an den nervösen Mienen der auf der VIP-Tribüne vollständig versammelten Rapid-Führungsriege abzulesen.

Müde St. Pöltner

Der SKN rotierte neben Cup-Tormann Vollnhofer auch Grasegger und Luckassen in die Startelf. Die Belastungen vom Samstag-Duell waren trotzdem deutlich zu sehen. Das nur im Heimsektor nicht ganz volle Stadion beflügelte lediglich die Gäste. Obwohl Canadi zu einer defensiveren Aufstellung als beim 1:1 griff, funktionierte das Offensivspiel (mit Auer und Murg für Steffen Hofmann und Kvilitaia) besser. Murg hatte die erste Chance, traf aber das Tor nicht (14.).

Ein Verteidiger machte es besser. Im Konter, während der SKN Foul reklamierte, sah Pavelic den mitgelaufenen Max Wöber. Der 19-Jährige verwertete mit links direkt zum 0:1 (17.). Auch danach waren die wesentlich spritzigeren Rapidler besser. Eine schöne Vorlage von Murg versenkte der starke Szanto. Doch Joelinton war im Abseits (25.).

Nach 37 Minuten traf der Brasilianer die Stange. Der Abpraller war eigentlich kaum zu vergeben, dennoch Schrammel schoss mit seinem schwächeren rechten Fuß drüber. Nach einem Freistoß jubelte mit Dibon die Mehrheit der 6721 Zuschauer, wieder zählte das Tor wegen Abseits nichts (45.). Diesmal war es aber eine Millimeter-Entscheidung.

Rapid macht weiter Druck nach vorne

Auch in Hälfte zwei waren die bissigen Hütteldorfer aktiver. Der SKN blieb bis zur 54. Minute völlig harmlos. Doch plötzlich, nach einem Abwehrfehler, hatte Thürauer den Ausgleich auf dem Fuß. Es passte zur Performance des SKN-Kapitäns, dass der Ball daneben ging. Goalie Knoflach musste sich nur einmal auszeichnen – bei einem Schuss von Perchtold (70.).

Das war entscheidend, denn der eben eingewechselte Kvilitaia spielte Mario Pavelic frei. Überlegt erzielte der Rechtsverteidiger die Vorentscheidung nach 73 Minuten. Das 3:0 durch Stefan Schwab (83.) und ein Eigentor von Wöber (95.) zum 3:1-Endstand komplettierte den Einzug der Rapidler in das Cup-Semifinale.

SKN St. Pölten 1:3 Rapid Wien

NV-Arena, St. Pölten, 6.721 Zuschauer, SR Drachta

Tor: 0:1 Wöber (17.), 0:2 Pavelic (73.), 0:3 Schwab (83.), 1:3 Wöber (90.+6/Eigentor)

St. Pölten: Vollnhofer - Huber, Grasegger (79. Doumbouya), Diallo, Stec - Ambichl, Dieng - Thürauer (59. Hartl), Perchtold, Korkmaz - Luckassen (72. Schütz)

Rapid: Knoflach - M. Hofmann, Dibon, Wöber - Pavelic, Szanto (78. S. Hofmann), Auer, Schwab, Schrammel - Murg (73. Kvilitaia), Joelinton (89. Jelic)

Gelbe Karte: Korkmaz (19.), Luckassen (34.), Diallo (45.), Huber (52.) bzw. Pavelic (23.)