Sport | Bundesliga
10.04.2017

Milde Strafe für Hierländers Tritt

Nach seinem Ausschluss gegen Salzburg muss der Sturm-Spieler vorerst nur zwei Spiele zuschauen.

Es war der negative Höhepunkt eines spannenden, wenn auch nicht hochklassigen Schlagers zwischen Tabellenführer Salzburg und Verfolger Sturm, den der Fastmeister am Sonntag mit 1:0 gewann: Der Ausschluss des Grazers und Ex-Salzburgers Stefan Hierländer.

Was war passiert? Es war tief in der Nachspielzeit. Salzburg hatte sich gerade aus einer minutenlangen Umklammerung der Grazer befreit. Weit in der gegnerischen Hälfte konnte ein Outeinwurf herausgeholt werden. Nach diesem kam Wanderson an der Ball. Der Brasilianer mit belgischem Pass versuchte an der Cornerfahne Zeit zu schinden.

Als Wanderson, nachdem er hingefallen war, auch noch den Ball mit seinen Füßen sperrte, verlor Hierländer offensichtlich die Nerven. Er trat dem vor ihm liegenden Salzburger mit voller Wucht auf das linke Knie.

Jagdszenen

Darauf folgte eine Rudelbildung. Haidara und Lazaro jagten Hierländer Richtung Tribünenmauer. Schiedsrichter Schörgenhofer hatte alle Mühe, die Gemüter zu beruhigen. Seine Konsequenz: Rot für den Sturm-Spieler, Gelb für den Bundesliga-Debütanten Haidara.

"Das darf auf diese Art und Weise nicht passieren. Da muss sich ein Spieler besser im Griff haben. Ich hoffe, dass sich Wanderson nicht verletzt hat", meinte Sturm-Trainer Franco Foda, der auch versuchte postive Stimmung für seinen Spieler zu machen: "Hierli ist kein Spieler, der versucht, einen anderen Spieler zu verletzen. Das sieht man auch daran, dass er fast noch nie eine Gelbe Karte bekommen hat in dieser Saison."

Premiere

Auch Hierländer, der zum ersten Mal in seiner Profikarriere direkt Rot gesehen hatte, machte kurz nach seinem Blackout Werbung in eigener Sache: Noch bevor er den Platz verließ, entschuldigte er sich bei Wanderson und half dem Salzburger auf die Beine.

Seine Reaktion dürfte beim Strafsenat Eindruck gemacht haben. Hierländer fasste zwar eine Vier-Spiele-Sperre wegen einer Tätlichkeit aus, muss aber vorerst nur die nächsten beiden Bundesligaspiele zuschauen. Denn die restlichen beiden Spiele wurden bedingt auf sechs Monate ausgesprochen.