Sport | Bundesliga
13.03.2018

Liga-Vorstand: "Pyrotechnik soll möglich bleiben"

Liga-Vorstand Christian Ebenbauer tritt gegen die geplante Verbannung von Pyrotechnik ein und spricht über den TV-Vertrag.

Bundesliga-Reform, Lizenz-Fragen, TV-Vertrag und dann auch noch das Pyrotechnik-Verbot der Regierung – Liga-Vorstand Christian Ebenbauer hat genug Themen am Tisch. Im KURIER-Interview nimmt der 42-Jährige Stellung.

KURIER: Die Regierung kündigte an, die Ausnahmeregelung für Pyrotechnik demnächst aufzuheben. Wurden Sie überrascht?

Christian Ebenbauer: Die Bundesliga wurde nicht miteinbezogen, ich habe davon durch den KURIER-Bericht erfahren. Wichtig ist: Nur, weil etwas verboten ist, wird es deswegen nicht unbedingt verhindert. Statistiken zeigen, dass es besser geworden ist, weil die Verwendung von illegaler Pyrotechnik deutlich verringert wurde. Außerdem sollte man einen Blick über die Grenzen werfen.

Wie meinen Sie das?

Jeder, der sich etwas damit beschäftigt, weiß, dass bei der UEFA Pyrotechnik strengstens verboten ist. Trotzdem ist beim Champions-League-Spiel Paris SG – Real eine ganze Tribüne in bengalischem Feuer entflammt. Es wäre also klüger, die Sicherheit wie aktuell bei uns zu gewährleisten: Mit Anmeldungen, Mindestabständen, Sandkübeln.

Tritt die Bundesliga dafür ein, dass die aktuelle Pyrotechnik-Regelung erhalten bleibt?

Auf Basis der bisherigen Erfahrungen: Ja! Pyrotechnik soll legal möglich bleiben.

Halten Sie eine Eskalation unter den Fans für denkbar, falls die Regierung Ratschläge negiert?

2009 war ja schon einmal ein komplettes Verbot angedacht. Es ist denkbar, dass die Fanszenen illegal Pyrotechnik abbrennen wie damals. Es wäre dann für niemanden besser als jetzt.

Hat es für das Dauerthema Pyrotechnik schon einmal eine bessere Lösung als jetzt gegeben?

Nein. Einige Klubs haben ja schon länger Ausnahmen. Und seit Rapid vor einem Jahr mit der Behörde eine Ausnahmeregelung gefunden hat, ist es viel besser geworden. Das zeigen alle Zahlen.

Ein ebenso aktuelles Problem ist die neue 2. Liga. Wissen Sie mehr als bekannt ist? Oder warum sind Sie optimistisch, dass mit 16 Klubs gestartet wird?

Bis zum 15. März können Zulassungsanträge gestellt werden. Ich bin optimistisch, weil es aus den Regionalligen Mitte und Ost mehr als genug Bewerber gibt.

Es fehlen dafür aber die Klubs aus dem Westen. Es gilt der Beschluss der Landesverbände, dass aus jeder Regionalliga nur drei Vereine rauf dürfen.

Zuerst ist abzuwarten, ob nicht Anif oder Grödig doch den Antrag abgeben. Dann hoffe ich, dass wir mit den Landesverbänden zu einer guten Lösung kommen. Etwa, dass die jeweils beste Amateurmannschaft zusätzlich zu den drei Aufsteigern aus Ost und Mitte rauf darf.

Es gibt für jeden Zweitligisten zwischen 100.000 und 400.000 Euro Unterstützung durch die Liga. Wurde zu wenig Werbung betrieben, um die Vereine von den Vorteilen eines Aufstiegs zu überzeugen?

Wir haben so viel Aufwand betrieben wie noch nie vor einer Reform. Auch im Westen. Es hat dort in den letzten fünf Jahren insgesamt nur drei Lizenz-Werber gegeben. Einer davon war die dann insolvente Austria Salzburg. 2011 wurde ja sogar diskutiert, dass die Westliga aufgelöst werden sollte. Die Probleme sind also schon älter und waren uns bewusst.

Welcher Sender will von der neuen 2. Liga wie erhofft ein Live-Spiel und eine Tor-Parade pro Runde übertragen?

Es wird Angebote geben. Da neue Interessenten dazu kommen, wurde die Angebotsfrist bis zum Freitag, 16. März verlängert. Im April soll es ein Ergebnis geben.

Beim TV-Vertrag der Bundesliga fehlen immer noch die Unterschriften. Gibt es eine Deadline?

Es gibt die Grundsatzeinigung auf Sky. Für die Klubs, die Bundesliga und die Öffentlichkeit wäre es aber dringend notwendig, dass auch klar wird, wo im Free-TV die Highlights-Show und die vier Live-Spiele stattfinden.

Für die Highlights-Show ist der ORF in der Pole Position. Sky will für die vier Live-Spiele A1 TV. Ist das für Sie Free-TV?

Für mich ist es dann Free-TV, wenn ein Signal – linear oder als Stream – ohne Zusatzkosten für jeden frei empfangbar ist.

Muss sich die Bundesliga – ebenso wie die nun empörten Klubs – eingestehen, dass Sky von allen Beteiligten am besten verhandelt und deswegen alle Trümpfe in der Hand hat?

Sky will das Beste für sich rausholen und hat bei den Sub-Lizenzen das Heft in der Hand. Besser wir besprechen jetzt alles im Detail, als es gibt später Enttäuschungen oder Unklarheiten.

Ist es denkbar, dass es keine TV-Einigung gibt und alle zurück an den Start müssen?

Nein, denn da würde es nur Verlierer geben.