Korruptionser­mitt­lung gegen ÖFB-Boss Windtner

ÖFB BEKANNTGABE DES NEUEN TEAMCHEF: WINDTNER
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER Der ÖFB-Präsident ist im Visier der Ermittler.

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den ÖFB-Präsidenten aufgenommen - es geht um eine FIFA-Spende von Josef Blatter.

Die Wiener Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen gegen Leo Windtner auf. Dies bestätigte die Behörde auf Anfrage der Internet-Plattformen 90Minuten.at und Addendum. Dem Oberösterreicher, seit 2008 ÖFB-Präsident, wird vorgeworfen, bei einer 100.000-Dollar-Spende durch Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter "intransparent und rechtlich fragwürdig agiert" zu haben.

Windtner "muss sich den Vorwurf gefallen lassen, bei einer 100.000-Dollar-Spende durch den in Verruf geratenen Ex-Fifa-Boss Sepp Blatter intransparent und rechtlich fragwürdig agiert zu haben", hieß es. Die Zahlung sei 2015 kurz vor Blatters Wiederwahl als FIFA-Boss auf ein Konto der Linzer Oberbank eingegangen. Dieses ist einem sozialen Projekt in Afrika zugeordnet, dessen Schirmherrin Windtners Ehefrau ist.

Laut den Recherchen von 90minuten.at und Addendum habe die FIFA die intern genehmigte Summe ursprünglich wie offiziell vorgesehen dem ÖFB überweisen wollen und dies auch getan. Österreichs Fußball-Bund hätte die Förderungsverwendung dem Weltfußballverband gegenüber abrechnen und belegen müssen. Der damalige Generaldirektor Alfred Ludwig habe Windtner aber informiert, dass der ÖFB nicht in das Hilfsprojekt involviert sei. Der ÖFB könne deshalb das Geld nicht auf einem seiner Konten aufnehmen.

Überweisung eigenmächtig?

Der Fußball-Bund überwies das Geld demnach im März 2015 wieder an die FIFA zurück. Kurz darauf sei Windtner beim UEFA-Kongress in Wien an Blatter herangetreten. Der Schweizer war damals im Wahlkampf um den Weiterverbleib an der FIFA-Spitze. Tags darauf sei das Geld laut den Medienberichten auf das Konto in Oberösterreich geflossen. Es wird nun ermittelt, inwiefern Blatter das Geld eigenständig überwiesen hat.

Gegen Windtner, für den die Unschuldsvermutung gilt, soll auch bei der Ethikkommission der FIFA ein Vorverfahren eingeleitet worden sein. Das soll bereits im Frühjahr 2017 passiert sein. Der seit 2009 als Präsident des größten Sport-Fachverbandes des Landes agierende Windtner (66) halte sich auf aktuelle Anfragen dazu aber bedeckt. Zu den 100.000 Dollar Fördergeld erklärte der Oberösterreicher bereits früher, dass dies ordnungsgemäß verwendet worden sei.

Blatter führte den Weltverband von 1998 bis 2016. Wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung wurde der Schweizer von der Ethikkommission der FIFA für acht Jahre gesperrt. Ein Berufungsgericht reduzierte diese Sperre jedoch um zwei Jahre.

(Kurier/APA / kai) Erstellt am
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