Sport | Bundesliga
11.04.2017

Goran Djuricin: Das ist der neue Rapid-Trainer

Er stammt aus Kaisermühlen und soll mehr Rhythmus in den Rapid-Blues bringen. Ein Porträt.

Damir Canadi ist bei Rapid Geschichte. Zumindest bis Saisonende soll Goran Djuricin als Letztverantwortlicher die Hütteldorfer Saison retten. Acht Bundesligaspiele und zumindest im Cup-Halbfinale am 26. April gegen den LASK steht der bisherige Co-Trainer in der Coaching Zone des angeschlagenen Rekordmeisters.

Doch wer ist eigentlich der neue Rapid-Trainer?

Goran Djuricin, Sohn eines Serben und einer Kroatin, wurde am 16. Oktober 1974 in Wien geboren. 1992 wurde er bereits mit 18 Jahren Vater. Wie Sohn Marco, Legionär bei Ferencvaros Budapest, war auch der in Kaisermühlen aufgewachsen und lebende "Gogo" Djuricin ein pfeilschneller Stürmer.

Werdegang

Im Nachwuchs zunächst beim Polizei SV und bei Rapid führte ihn sein Weg nach Favoriten. Für die Austria absolvierte er zwischen 1993 und 1995 sogar 15 Pflichtspiele. Im UEFA-Intertoto-Cup beim 4:0 gegen Willem II unter Egon Coordes traf er zum 2:0, eine Woche, nachdem der Deutsche Trainer einen gewissen Andreas Ogris aus dem Kader geworfen hatte.

Die große Karriere blieb Djuricin jedoch verwehrt. "1997 war es nach mehreren Verletzungen vorbei."

Ein Ende, das zugleich einen Neustart bringen sollte. Denn schon ein Jahr später übernahm er seinen ersten Trainerjob bei der Unter-18 des SV Donau. Mittlerweile hat er 19 Jahre Erfahrung vorzuweisen. Vier davon verbrachte er als "Co" an der Seite von Andreas Heraf bei Rapids U-19, in Pasching und beim ÖFB in den Nachwuchs-Nationalteams. "Der Gogo weiß gar nicht, wie gut er ist", sagt Österreichs erfolgreichster Nachwuchs-Teamchef der letzten zehn Jahre.

"Er hatte immer schon viel drauf, früher aber nie Ambitionen, ganz nach oben zu gelangen, weil er dafür seinen Zivilberuf vernachlässigen oder sogar aufgeben hätte müssen." Den Job bei der Pensionsversicherungsanstalt an den Nagel hängen wollte Djuricin auch nicht, als 2015 Zweitligist Wr. Neustadt anklopfte. Doch als im November 2016 Damir Canadi anrief, ließ er sich für den Job als Assistent bei den Rapid-Profis karenzieren.

Zuvor hatte Djuricin den ASK Ebreichsdorf vom vorletzten Platz der 2. Landesliga in zwei Jahren bis in die Regionalliga Ost geführt und Canadis Altacher sowie den WAC aus dem Cup geworfen. Auch die Austria drängte Djuricin mit Ebreichsdorf an den Rand einer Cup-Niederlage. Erst in der Verlängerung gewannen die Violetten 5:4.

Systemkritik

Im Vorfeld der Partie hatte Djuricin betont, einen Job als Profi-Trainer doch irgendwo im Hinterkopf zu haben. Die mediale Plattform nützte er, um Kritik am System zu üben. "Für Trainer aus dem Nachwuchs- und Amateurbereich gibt es keine Wertschätzung. Man schaut immer nur auf Namen. Das soll nicht heißen, dass diese Herren nichts draufhaben, aber es werden keine neuen Wege ausprobiert", sagte Djuricin zum KURIER.

Rapids Sportdirektor Fredy Bickel hat Djuricin einen Weg geebnet. Heraf traut seinem ehemaligen Assistenten zu, dass er diesen gehen und Rapid "stabilisieren" kann. "Jetzt ist er dort, wo ich ihn immer gesehen habe. Und er ist ein Spaßvogel, der gute Stimmung verbreiten kann. Vielleicht genau das, was der Verein jetzt auch braucht. Ich glaube, das wird eine längerfristige Geschichte."