Sport | Bundesliga
11.03.2018

Rapid und Austria gegen Pyrotechnik-"Schnellschuss"

"Es gibt andere Prioritäten," sagt Markus Kraetschmer im Hinblick etwa auf Gegenstände, die von den Tribünen auf Spieler geworfen wurden.

Die geplante Aufhebung der Pyrotechnik-Ausnahmeregelung bei Sportgroßveranstaltungen stößt bei den Wiener Klubs auf wenig Verständnis. "Eine legalisierte und sichere Verwendung ist deutlich klüger als eine kriminalisierte und unsichere", meinte Rapids Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek. Sein Kollege bei der Austria, Markus Kraetschmer, ortete einen "Schnellschuss".

Schließlich könne die derzeitige Praxis des zeitlich und örtlich beschränkten Abbrennens von Pyrotechnik als "sehr gut eingespielt" bezeichnet werden, erklärte Kraetschmer. "Gerade dort, wo es aktive Fanszenen gibt, wurde durch den guten Dialog des jeweiligen Klubs mit seinen Fangruppen ein Verständnis geschaffen", erinnerte der Manager gegenüber der APA. Peschek nannte die Ausnahmeregelung und den Umgang damit auf Twitter eine "hervorragende Lösung, um die man von "Klubs in ganz Europa auch beneidet" werde.

"Es gibt andere Prioritäten," meinte Kraetschmer im Hinblick etwa auf Gegenstände, die von den Tribünen auf Spieler geworfen wurden. "Auch Kracher und Böller sind absolute No-Gos." Sein Verein befinde sich seit geraumer Zeit im Dialog mit den eigenen Fangruppen, um für die im Sommer zu eröffnende Generali-Arena eine adäquate Vorgehensweise auszuarbeiten. Diese Bemühungen stünden jetzt wieder infrage, erklärte Kraetschmer, der sich auch daran störte, dass man von Behördenseite keinerlei Kontakt zu den Vereinen gesucht habe. "Das war in den vergangenen Jahren besser."

"Wir werden den Dialog suchen"

Man wolle die Causa aber noch nicht verloren geben und in Absprache mit Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer als Liga vereint auftreten. "Wir werden den Dialog suchen", sagte Kraetschmer. Bei der Klubkonferenz am 18. und 19. März werde man das Thema auf die Tagesordnung setzen. Einer jener Vereine, der von der Änderung ebenfalls in größerem Ausmaß betroffen wäre, ist Sturm Graz, das sich offiziell aber erst am Dienstag im Rahmen einer schon länger angesetzten Pressekonferenz in der Sache äußern will.

Wie es am vergangenen Freitag aus dem Innenministerium hieß, solle das 2009 im Nationalrat beschlossene Verbot bengalischer Feuer bei Sportgroßveranstaltungen kommende Woche ausnahmslos gelten. Damit wäre die derzeitige Praxis, die Leuchtfeuer im Rahmen von Ausnahmebewilligungen abzubrennen, in den heimischen Bundesliga-Stadien nicht mehr möglich. Zu den Ausnahmefällen sollen dann nämlich nur noch Großereignisse wie ein Champions-League-Finale zählen.