Sport | Bundesliga
25.11.2017

Fünf Gründe für den Salzburger Erfolg

Zum vierten Mal gewann Österreichs Meister eine Gruppe in der Europa League.

Der Rekord-Gruppenteilnehmer ist nun auch Rekord-Gruppensieger: Die Salzburger machen also ihrem Slogan "Wir sind Europa League" alle Ehre. Mit einem souveränen 3:0-Heimsieg gegen Vitoria Guimarães fixierte der Meister bei der siebenten Teilnahme zum fünften Mal den Aufstieg ins Sechzehntelfinale, zum vierten Mal als Gruppensieger.

Dazu wurden am Doonerstag auch noch zwei Serien fortgesetzt. Salzburg ist im Europacup seit 3. November 2016 (0:1 gegen Nizza) 14 Spiele ungeschlagen. Und in der Red-Bull-Arena gab es seit dem 27. November 2016 (0:1 gegen Admira) 26 Spiele ohne Niederlage.

Warum läuft es für die Salzburger in dieser Europa- League-Saison so gut?

Die Defensive
Seit vier Gruppenspielen sind die Salzburger ohne Gegentreffer. Nur im ersten Gruppenspiel (1:1 in Guimarães) geriet die Mannschaft in Rückstand. Salzburg kassierte also nur ein Gegentor. Kein anderer der 48 Gruppenteilnehmer hat so eine stabile Defensive. Bleiben die Salzburger auch im letzten Gruppenspiel in Marseille ohne Gegentreffer, hat die Mannschaft die Bestmarke aus der Saison 2009/’10 verbessert: Unter Trainer Huub Stevens erhielten die Salzburger zwei Gegentore.

Die Kaderdichte
Die Zeiten der Individualisten wie Sadio Mané, Kevin Kampl oder Naby Keita sind vorbei. Das Team ist ein starkes Kollektiv, in dem jeder ersetzbar ist. Nur ein Beispiel: Am Donnerstag fiel mit Paulo Miranda der Abwehrchef aus, der bisher überragende Leistungen in der Gruppenphase geboten hatte. Sein Ersatz, der erst 20-jährige Marin Pongracic, harmonierte mit dem 21-jährigen Duje Caleta-Car ebenso perfekt wie der Brasilianer.

Der Trainer
Marco Rose ist in internationalen Spielen in seiner Trainerkarriere noch ungeschlagen. Die Salzburger U19 führte er in der vergangenen Saison mit neun Siegen zum Triumph in der Youth League, der Nachwuchs-Champions-League. Mit den Profis ist er elf Partien ungeschlagen. Der Leipziger ist ein Teamplayer, ruhig, besonnen, geerdet. Für viele junge Spieler, die er schon im Nachwuchs betreut hat und die er deshalb extrem gut kennt, ist er eine Art Vaterfigur.

Die Konstanz
Mannschaften, die Rose betreut, sind extrem schwer zu schlagen. Von 122 Pflichtspielen (der Deutsche kam 2013 als U-16-Trainer nach Salzburg) hat der 41-Jährige nur sieben verloren. In seiner ersten Saison mit den Profis gab es in bisher 29 Partien nur eine Niederlage (0:1 bei Sturm). Das ist nicht nur aufgrund des dichten Programms (Salzburg steht in der zwölften englischen Woche), sondern auch wegen des Verletzungspechs bemerkenswert. Rose musste zum Beispiel im Oktober bis zu elf Kaderspieler gleichzeitig vorgeben.

Die Gegner
Salzburg war schon in stärkeren Europa-League-Gruppen, aber auch schon in schwächeren. Einen Vorteil gibt es aber gegen Marseille, Guimarães und Konyaspor – mit einer einzigen Ausnahme wollten die Gegner immer selbst Fußball spielen. Und das kommt dieser Salzburger Mannschaft entgegen, in der die ganz großen Einzelkönner fehlen. Dass es in jenem Spiel, in dem der Gegner auf Defensive bedacht war, die einzige (kleine) Enttäuschung in dieser Europa-League-Saison gab, unterstreicht diese These: Konyaspor wollte in Salzburg kein Tor erhalten und ermauerte dann auch ein 0:0.