Sport | Bundesliga
08.09.2017

Fallmann kämpft gegen den ersten Trainerwechsel

Nach der Länderspielpause muss der Chefcoach mit St. Pölten gegen Altach die Wende schaffen.

Beinahe wäre es zum ersten Trainerwechsel der Liga gekommen: Jochen Fallmann steht nach dem Cup-Aus in Klagenfurt, nur einem Punkt in sechs Runden und gesamt zehn sieglosen Pflichtspielen vor dem Aus. "Dass es mit dieser Bilanz Kritik gibt, ist ganz normal", meint der SKN-Trainer realistisch.

Allerdings gilt der 38-Jährige als Urgestein des noch jungen Vereins, hat als Spieler, Amateure-Trainer und Interimscoach in heiklen Situationen geholfen. Deswegen soll nach dem Rauswurf von Meistercoach Daxbacher vor knapp einem Jahr nicht noch eine der wenigen Integrationsfiguren abgesägt werden. Deswegen darf Fallmann auch morgen gegen Altach in der NV Arena (18.30 Uhr) auf die Wende hoffen.

Mächtige Partner

Wer das entschieden hat? Laut der NÖN – immerhin Medienpartner des Tabellenletzten – die Sponsoren. Möglich ist das, weil der SKN seine Struktur auf die Geldgeber ausgerichtet hat. 15 davon haben sich als "Strategische Partner" eingekauft – und mehrheitlich dafür votiert, noch Geduld mit Fallmann aufzubringen.

"Die Situation ist für alle unangenehm, auch für mich. Aber es geht nicht um mich. Das Wichtigste ist, dass wir alles tun, um endlich voll anzuschreiben", sagt Fallmann. Denn der Chefcoach weiß: Noch eine Heimniederlage würde dafür sorgen, dass die Treueschwüre ein Ende haben und die Rufe nach seinem Freund Oliver Lederer unüberhörbar werden. Immerhin liegt der SKN schon vier Punkte hinter Mattersburg.

Viele Ausfälle

"Ich habe mich hinterfragt und einiges umgestellt", sagt Fallmann. Leicht wird es für ihn aber nicht – viele Stammkräfte sind verletzt: Schütz, Luxbacher, Thürauer, Martic und Ingolitsch. Rasner ist angeschlagen. Der neue Stürmer Pak stieß erst Donnerstagabend von zwei Länderspielen mit Nordkorea zum Team. Aus dem Kader gestrichen wurde Verteidiger Mehremic. "Aber nicht als Bauernopfer, sondern wegen disziplinären Verfehlungen." Positiv fällt immerhin Rapid-Leihgabe Sobczyk auf: "Alex hat sich gut eingefügt."

Was in der Krise bleibt? Fallmanns Humor. Nach Pleiten mit Dreier- wie Viererkette sagt er: "Jetzt packen wir die Fahrradkette aus."