Europacup: Nur die Austria durchbrach den Bann

Ivica Vastic (li.) und die Austria schalteten 2005 im UEFA-Cup-Achtelfinale Saragossa aus. © Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

Seit 1999 scheiterten alle österreichischen Klubs spätestens im Achtelfinale - mit einer Ausnahme.

Achtelfinale im Europacup – für einen Klub aus der österreichischen Bundesliga ist das eine Besonderheit geworden. So weit wie Salzburg in dieser Europa-League-Saison zu kommen, passiert nur alle heiligen Zeiten.

Bis in die 1990er-Jahre war das anders. Da musste man ja auch nicht weit kommen, um in einer Runde der letzten 16 Klubs zu stehen: Im Meistercup und im Cup der Cupsieger reichte es, einen Gegner auszuschalten. Im Europa-League-Vorgängerbewerb UEFA-Cup mussten lange zwei Runden überstanden werden, um das Achtelfinale zu erreichen.

Ein Rückblick auf die sehr seltenen österreichischen Achtelfinalauftritte seit der Abschaffung des Cups der Cupsieger im Jahr 1999:

2014 Salzburg

Der Salzburger Kampl trauerte 2015 nach dem 1:2 gegen den FC Basel.
APA17566876 - 21032014 - SALZBURG - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT SI - Kevin Kampl (RBS) beim UEFA Europa League Fußballspiel Red Bull… © Bild: APA/KRUGFOTO

Nach den beiden Galavorstellungen gegen Ajax Amsterdam (3:0, 3:1) waren die Erwartungen gegen den FC Basel riesig. Im Rückspiel in der vollen Red-Bull-Arena sprach lange auch alles für Österreichs Meister: früher Ausschluss bei den Schweizern, kurz danach die 1:0-Führung durch Soriano nach einem 0:0 im Hinspiel. Doch nach 30 Minuten erzwangen die Basel-Fans eine 15-minütige Spielunterbrechung, die Salzburg aus dem Konzept bringen sollte. Zwei Standardsituationen nutzten die Schweizer in der zweiten Hälfte zu zwei Toren, Red Bull schied aufgrund der 1:2-Niederlage aus.

2005 Austria

Die mit Abstand beste Europacupsaison der Stronach-Ära: Nachdem im Sechzehntelfinale Athletic Bilbao ausgeschaltet worden war, trafen die Wiener auf Real Saragossa. Das 1:1 in Wien war für das Rückspiel keine gute Ausgangsposition. Doch Papac und Dosunmu sorgten in der Startviertelstunde für eine 2:0-Führung – durch zwei sehr ähnliche Kopfballtore nach Sionko-Freistößen.

Nach dem Ausschluss von Goalie Didulica wegen einer rüden Attacke am Brasilianer Savio weit außerhalb des Strafraums kippte die Partie. Aber den überlegenen Spaniern gelangen in Überzahl nur noch zwei Tore zum 2:2-Endstand, darunter auch ein Treffer des späteren Weltmeisters David Villa.

Beim Rückflug kam es zu einem Eklat: Didulica attackierte Ö3-Reporter Eddie Finger jun. verbal. Dieser hatte in der Livereportage gemutmaßt, dass die Mitreise von Didulicas Ehefrau und dessen Mutter schuld an der Überreaktion des Torhüters gewesen sein könnten.

Die Austria erreichte trotz Unterzahl als letzter österreichischer Klub ein Europacup-Viertelfinale, in diesem kam gegen Parma aber das Aus.

2001 Sturm

Bei der dritten Teilnahme erreichte Sturm Graz zum ersten Mal die zwei Jahre zuvor eingeführte zweite Gruppenphase der Champions League. In vier Gruppen wurden damals die Viertelfinalplätze ausgespielt. Es gab also, anders als derzeit, weder ein Sechzehntel- noch ein Achtelfinale mit K.-o.-Duellen. Die Grazer verloren sowohl gegen den späteren Finalisten Valencia als auch gegen den Champions-League-Gewinner von 1999, Manchester United, beide Gruppenspiele. Aber gegen Panathinaikos Athen reichte es zu zwei Siegen.

Wieder Vastic: Im Sturm-Dress gab es 2001 in der zweiten Gruppenphase zwei Siege gegen Panathinaikos.
© Bild: KURIER/Kristian Bissuti

Als Gruppendritter war die Europacup-Saison der Steirer allerdings zu Ende. Es ist trotzdem bis heute der größte Erfolg einer österreichischen Mannschaft in der prestigeträchtigen Champions League.

( kurier.at ) Erstellt am 08.03.2018