Sport | Bundesliga
13.11.2017

EURO 2016: Ein Mannschaftsbild mit Ablaufdatum

Keine eineinhalb Jahre nach der EURO in Frankreich sind 21 Spieler und Betreuer nicht an Bord.

Die Hoffnung war groß, als Österreich am 14. Juni 2016 in Bordeaux gegen Ungarn in die EURO startete. Das Resultat ist bekannt. Dass der folgende Negativlauf auch zu personellen Veränderungen führen würde, war anzunehmen. Der Umfang dieser aber keineswegs. Wenn Österreich am Dienstag (20.45 Uhr, ORFeins, KURIER.at live) zum 25. Todestag von Ernst Happel auf Uruguay trifft, sind gleich 21 Personen aus Mannschaft und Betreuerstab von damals nicht mehr dabei. Und das, obwohl seither nur ein Jahr und fünf Monate oder exakt 519 Tage vergangen sind. Ein Überblick.

Die Geschassten

Ein 0:1 in Wales und ein 1:1 daheim gegen Georgien waren im September dieses Jahres der Auslöser dafür, dass man sich im Hause ÖFB gegen eine Vertragsverlängerung Marcel Kollers entschied. Etwas überraschender war da schon die Demontage von Sportdirektor Willibald Ruttensteiner im Oktober. Mit der Bestellung von Peter Schöttel als Nachfolger und Franco Foda als Teamchef wurde auch der Betreuerstab abgespeckt. Mentalcoach Thomas Graw ist unter Foda ebenso nicht mehr dabei wie Roger Spry nach elf Jahren. Der Fitness-Guru war 2006 unter dem damaligen Teamchef Josef Hickersberger installiert worden.

Die Zurückgetretenen

Zu allererst war es Kapitän Christian Fuchs, der das Ende seiner Teamkarriere bekannt gab. Der England-Legionär trat am 29. Juni 2016 per Videobotschaft auf Facebook ab, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Aus dem gleichen Grund folgten Ramazan Özcan im März, Zlatko Junuzovic im Oktober und jüngst vor einer Woche Martin Harnik. Dazwischen sagte Markus Suttner im Mai Adieu, weil er es satt hatte, auf der Bank zu sitzen, während zwei Innenverteidiger auf seiner Linksverteidigerposition spielen durften. Dazu beendete György Garics im Juli überhaupt seine Karriere. Freiwillig den ÖFB verlassen wird mit Jahresende auch Marcel Kollers Assistent Thomas Janeschitz.

Die Verletzten

Der größte aller Team-Pechvögel ist Robert Almer. Der Torhüter zog sich am 20. Oktober 2016 einen Kreuzbandriss zu und schaffte seither kein Comeback. Im Vergleich dazu sind die Oberschenkelprobleme von David Alaba und Sebastian Prödl ebenso harmlos wie der angebrochene große Zeh von Stefan Ilsanker und der Mittefußknochenbruch von Florian Klein. Letzterer fällt ebenso bis Jahresende aus wie Martin Hinteregger, der am Sprunggelenk operiert werden musste.

Die Auslaufmodelle

Auf dem Weg nach Frankreich hatte Rubin Okotie Österreich zu zwei wichtigen 1:0-Siegen gegen Russland und Montenegro geschossen. Nach der EM wechselte er ablösefrei von 1860 München in die zweite chinesische Liga zu Beijing Enterprises, um 29-jährig für die Zeit nach der Karriere vorzusorgen.

Im Team spielt Okotie seither ebenso keine Rolle mehr wie Jakob Jantscher. Den Steirer zog es nach der EM in die Türkei zu Rizespor.

Lukas Hinterseer rutschte im Laufe der Post-EM-Zeit von der Team-Bank auf die Abrufliste. Mittlerweile ist er auch dort nicht mehr zu finden. Marc Janko wurde im ersten Foda-Kader nicht berücksichtigt, der Stürmer steht aber zur Verfügung, wenn er gebraucht wird. Nun ist auch Jankos potenzieller Nachfolger als Mittelstürmer ausgefallen. Michael Gregoritsch reiste am Sonntag wegen einer Knöchelverletzung ab.