Sport | Bundesliga
23.05.2017

Andreas Ulmer: "Kontakt zu Koller hatte ich zuletzt vor zwei Jahren!"

Der Salzburger Routinier wehrt sich gegen den Vorwurf des Teamchefs und erklärt die Hintergründe.

Weil er seine Hochzeit vorzieht und dem Nationalteam abgesagt hat, übte Teamchef Marcel Koller am Dienstag Kritik an Andreas Ulmer. „Er war jahrelang bei uns dabei. Wenn er jetzt eine Hochzeit statt eines Team-Lehrgangs plant – das kann ich leider nicht nachvollziehen“, sagte der Schweizer.

Dabei war Ulmer allerdings äußerst selten. Der linke Verteidiger war so gut wie immer „auf Abruf“ und nur eiserne Reserve für Christian Fuchs und Markus Suttner. Doch selbst nach dem Rücktritt von Fuchs nach der EM in Frankreich wurde Ulmer nicht berücksichtigt.

„Ich habe meine Hochzeit schon zwei Mal verschieben müssen. Einmal aus gesundheitlichen Gründen und letztes Jahr, weil ich bei der EM auf Abruf nominiert war“, erklärt der 31-Jährige. In diesem Jahr habe er die Vermählung, die in Salzburg stattfinden wird, bereits vor Monaten geplant, weit bevor auch Suttner seinen Rücktritt bekannt gemacht hat.

"Kontakt zu Marcel Koller hatte ich zuletzt vor rund zwei Jahren. Diesmal habe ich nur mit Willi Ruttensteiner und Teammanager Mario Margreiter gesprochen. Den beiden habe ich auch gesagt, dass ich nicht fit bin und mich das ganze Frühjahr von Spiel zu Spiel geschleppt habe.“ Auch deshalb sei für die Zeit nach der Meisterschaft Ruhe und Reha vorgesehen gewesen.

Knieblessur

Über den Fitnesszustand von Ulmer verlor Marcel Koller am Dienstag jedoch kein Wort. Der achtfache Meister, aber nur dreifache Teamspieler, leidet seit geraumer Zeit an einer Entzündung an der Patellasehne. Am Mannschaftstraining nimmt er derzeit kaum teil. Ziel der Salzburger ist, den Routinier für das Cupfinale am 1. Juni fit zu bekommen.

Dass Ulmer für Marcel Koller – wie dieser betonte – nun künftig überhaupt kein Thema mehr ist, erfuhr der Salzburger Leistungsträger vom KURIER. „Das habe ich noch nicht gewusst. Das ist natürlich sehr schade und nicht schön. Ich glaube, dass ich mich über die Jahre hinweg immer sehr fair und professionell verhalten habe.“

Dieses Zeugnis stellt auch Salzburgs Trainer Óscar García seinem Spieler aus. „Ich will mich da nicht einmischen“, sagt der Spanier. „Aber Andreas Ulmer ist einer der professionellsten Spieler, mit denen ich je zusammengearbeitet habe.“