Grund zum Feiern: Drei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

© APA/HERBERT P. OCZERET

Sport | Bundesliga
09/10/2016

Ried siegt im Kellerderby in St. Pölten

Clemens Walch brachte die Gäste früh auf die Siegerstraße.

Mit einem verdienten 3:2-(2:1)-Sieg in St. Pölten hat Ried das Kellerderby der Fußball-Bundesliga am Samstag für sich entschieden. Mit einem schnellen Doppelpack brachte Clemens Walch (3., 10.) Ried auf die Siegerstraße. Nach zwischenzeitlichem Anschlusstreffer von Andreas Dober (29.) machte Orhan Ademi den Sack zu (57.). Daniel Segovias Tor im Finish kam für St. Pölten zu spät (88.).

Ried, das den leichten Aufwärtstrend vor der Länderspielpause fortsetzte, hat mit sieben Zählern nun drei Punkte Vorsprung auf das neue Schlusslicht aus Niederösterreich und überholte auch Mattersburg (4) bzw. die Admira (6), die erst am Sonntag Salzburg empfängt. St. Pölten, das sich offensiv einfallslos und defensiv zahnlos präsentierte, kassierte bereits die fünfte Niederlage. Ried beendete seinen Auswärtsfluch, ging erstmals nach zwölf Partien in der Fremde wieder als Sieger vom Platz.

Der Beginn vor 2.573 Zuschauern in der NV-Arena gehörte in allen Belangen den Gästen, die präsenter, zweikampfstärker und vor dem Tor abgeklärter agierten. Die Belohnung, begünstigt auch durch schludrige Defensivarbeit St. Pöltens: Ein Walch-Doppelpack innerhalb von acht Minuten, der die Marschroute der Partie vorgab. Erst war Walch nach einer mittelprächtigen Abwehr von Christoph Riegler per Abstauber zur Stelle, dann hatte der Offensivmann infolge eines geblockten Schusses aus wenigen Metern erneut freie Bahn.

Planlose St. Pöltner erwachen zu spät

Die St. Pöltner fanden im Spiel nach vorne vorerst kein Rezept, erst ein einstudierter Standard brachte die Gastgeber nach einer halben Stunde wieder zurück. Der schussgewaltige Dober donnerte Segovias Freistoß volley aus 25 Metern zum Anschlusstreffer ins Rieder Tor. Die Oberösterreicher hatten nur eine Minute später zudem großes Glück, aus einem Getümmel im Fünfer nicht sofort den Ausgleich kassiert zu haben.

Das neue Selbstvertrauen schien St. Pölten auch in die zweite Hälfte mitzunehmen, die Partie wurde ruppiger. Doch die Hausherren beraubten sich nach einer Stunde einmal mehr mit fahrlässig zahnloser Verteidigung ihrer Chancen. Bei seinem Österreich-Comeback kombinierte bzw. stolperte sich der ehemalige Altacher Ademi nach einem Konter gegen drei St. Pöltner bis zur Strafraumgrenze und setzte dort einen nicht scharfen, aber platzierten Schuss zum 3:1 ins Netz.

Während Ried in der Folge das 4:1 suchte und durch Mathias Honsak auch noch eine Großchance vorfand (71.), blieb das große Aufbäumen der Elf von Karl Daxbacher aus - zumindest bis zum Finish. Da klatschte erst ein abgefälschter Ball an die Stange der Rieder (87.), die zwar in der Folge eine tolle Konterchance vorfanden, im Gegenzug aber noch den Anschlusstreffer durch den völlig allein gelassenen Segovia kassierten.

St. Pölten - Ried 2:3

St. Pölten, NV-Arena, 2.573 Zuschauer, SR Lechner

Tore: 0:1 ( 3.) Walch, 0:2 (10.) Walch, 1:2 (29.) Dober, 1:3 (57.) Ademi, 2:3 (88.) Segovia

St. Pölten: Riegler - Dober, Huber, Petrovic, Grasegger (79. Parvulescu) - Mader - Stec (46. Luckassen), Hartl, Thürauer (65. Perchtold), Schütz - Segovia

Ried: Gebauer - Hart, Reifeltshammer, Özdemir, Chessa - Ziegl, Zulj - Walch (74. T. Fröschl), Elsneg (74. S. Nutz), Honsak (82. Möschl) - Ademi

Gelbe Karten: Dober, Thürauer bzw. Özdemir

Daxbacher: "Zu viele Fehler"

Karl Daxbacher (Trainer St. Pölten): "Ich bin von unserer Leistung sehr enttäuscht, Ried hat verdient gewonnen. Positiv ist, dass wir immer bis zum Schluss alles versuchen, das ist aber auch so ziemlich das einzig Positive. Wir müssen cleverer und nicht so naiv agieren. Wir machen im Moment einfach zu viele Fehler."

Christian Benbennek (Trainer Ried): "Es war ein verdienter Sieg, wir haben uns vorgenommen, von Anfang an Druck zu machen. Nach der richtig guten Anfangsphase sind wir etwas schlampig geworden. Wir freuen uns, dass wir auswärts endlich wieder gewonnen haben. Wir müssen uns Woche für Woche alles hart erarbeiten."