Sport
23.08.2018

Boxer-Serie, Teil 5: Dzambekov, Österreichs große Olympiahoffnung

Für Österreich in den Ring im Zeichen der Ringe: Der 20-Jährige erhielt verspätet die Einbürgerung.

Es war sein größter Sieg, selten sah man ihn so erleichtert. Umar Dzambekov, einer der Besten seiner Zunft im Land, hat die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Damit darf er nun seine Fäuste in der Olympia-Qualifikation für Österreich hinhalten, im Kampf der Ringe als Österreicher in den Ring steigen. „Endlich ist es soweit, ich freue mich, das Land vertreten zu können. In dem ich aufgewachsen bin, in dem ich von Kind auf alles gelernt habe“, jubelt der gebürtige Tschetschene, der seit seinem vierten Lebensjahr in Österreich lebt.

Dzambekov fühlt sich deshalb freilich längst als Österreicher, spricht perfekt Deutsch, besucht auch in Wien die Sporthandelsschule für Leistungssport, auch die Matura möchte er machen. "Er ist seit Ewigkeiten zu 100 Prozent integriert", sagen seine Kollegen vom Boxstudio Bounce.

Reifeprüfung

Im Ring hat er seine Reifeprüfung längst bestanden. „Für unseren Boxsport ist es sehr gut, dass Umar Österreicher ist. „Umar ist physisch der stärkste Boxer, den wir in derzeit in Österreich haben, zudem ist er sehr diszipliniert und konsequent im Training“, betont Bundestrainer Daniel Nader immer wieder. Sein Bruder Marcos ist ebenso begeistert vom erst 20-jährigen Halbschwergewichtler. „Er wird der Beste von uns.“

65 Kämpfe hat er bereits bestritten, davon nur 13 verloren, ein Unentschieden steht zu Buche. Ob er Vorbilder hat? Da habe ich viele, aber mein absoluter Lieblingsboxer ist Gennady Golovkin und nebenbei Oleksandr Ussyk. Aber ich will keinen von denen nachahmen, sondern durch sie meinen eigenen Stil kreieren und den berühmt machen.“

Familiensache

An Selbstvertrauen mangelt es nicht. Immerhin darf er seinen Traum leben. „Das Boxen gab es immer schon in meiner Familie. Bereits mein Vater hat geboxt und meine Brüder, daher war ich schon als Kind immer vom Boxen umgeben“, sagt Dzambekov, der aber als Knabe auch schon mal „fremdging.“ „Auch Gewichtheben und Judo habe ich probiert und Fußball gespielt.“

In der Bounce Fight Night am 13. Oktober wird er seine Schlagkraft erneut vor größerem Publikum unter Beweis stellen, bei der ersten Auflage im Oktober des Vorjahres wurde er zum Boxer des Abends gekürt.

Sein Traum? „Bei Olympia zu starten. Und dort um Medaillen zu boxen." Und eben nicht, um einfach nur dabei zu sein.