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Sport
08/04/2012

Beim Streiten ist Österreich Olympia-Spitze

Kein Edelmetall, aber viel Streit: Schwimmer Jukic gegen den Verband, Minister Darabos gegen alle.

von Jürgen Preusser

Dinko Jukic setzte am Freitag die Spitze des Schwimmverbandes gewaltig unter Druck. Die Kernaussage: Es werde Zeit, dass endlich Funktionäre kommen, die für den Sport und nicht vom Sport leben. Und weiter: "Wenn sich im Verband nicht einiges ändert, dann schwimme ich nicht mehr für Österreich."

Entgegen anderen Berichten sagte er nie, dass er für Kroatien schwimmen werde, weil das völlig unrealistisch ist. Verbandspräsident Paul Schauer wird nicht auf die Forderungen von Jukic eingehen: "Wenn ich das tue, werfe ich alle demokratischen Strukturen über den Haufen. Er will sich die Funktionäre selbst aussuchen? Das geht nicht."

Daraus ergibt sich, dass Jukic nicht mehr für Österreich ins Becken springt. Schauer: "Jetzt geht er halt zwei Schritte nach vor und dann wieder drei zurück. Das ist sein übliches Spiel."

Positive Ansätze

Schauer räumt aber ein, dass Jukic mit vielen seiner Ansätze völlig Recht habe. Allerdings nur, was die Struktur im Sport betreffe. "Im OSV herrschen demokratische Strukturen, und es gab unter meiner Führung schon viele Entwicklungsschritte."

Angeblich soll ein Gegenkandidat für die Wahl zum Präsidenten des Schwimmverbandes am 15. September bereitstehen: Der Consulting-Manager David Unger-Klein könnte gegen Schauer antreten.

Jukic plädiert für eine Anlaufstelle im Sportministerium, bei der Sportler Unzulänglichkeiten in den Verbänden anonym aufzeigen können. Er sagt: "Ich bin nicht der Robin Hood des Schwimmsports, ich bin der Robin Hood des österreichischen Sports." Seiner Meinung hat er schon viele Mitstreiter, andere – wie Schauer – sehen ihn als Streithansl.

Kritische Ansagen

Kritisch äußerte sich auch Sportminister Norbert Darabos – auch über das Abschneiden der rot-weiß-roten Sportler. Vor allem aber über das Förderungssystem in Österreich. Seine Forderung nach einer Zusammenlegung der viel zu vielen Teilorganisationen wärmte er ebenfalls auf.

Dagegen wehrten sich:
a) ÖOC-Präsident Karl Stoss. Er sagt: "Abgerechnet wird bei Schlusspfiff. Es hat keinen Sinn, jetzt Unruhe zu stiften. Es geht nicht an, dass Sportler pauschal verurteilt werden." Jetzt Diskussionen über Strukturänderungen zu führen, sei kontraproduktiv. "Das können wir in Ruhe tun, wenn die Analysen abgeschlossen sind."

b) Peter Wittmann, Präsident der Bundessport-Organisation (BSO). Diese war von Darabos als Blockierer bezeichnet worden. Wittmann: "Wir haben den Gesetzesvorschlag im Juni bekommen und Stellung genommen. Wir hatten 14 Tage Zeit; der Entwurf hat drei, vier Jahre gedauert – und wir sollen die Blockierer sein?" Wittmann sieht vor allem Darabos in der Pflicht: "Die fördern vier Jahre die Falschen – und dann sind alle anderen schuld."

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