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Sport
03/13/2019

Auf Thiem wartet in Indian Wells Riesen-Aufgabe Karlovic

Österreichs Tennis-Ass trifft in der Nacht auf Donnerstag im Achtelfinale auf den 2,12 m großen Kroaten, der jüngst 40 wurde.

von Harald Ottawa

Ungewohnt warm anziehen heißt es in Indian Wells, mitten in der kalifornischen Wüste. „Man braucht immer eine Jacke“, berichtet Karin Thiem. Zumindest Sohn Dominic spielte in der Nacht auf Dienstag herzerwärmend. Der 25-Jährige ließ dem Franzosen Gilles Simon beim 6:3, 6:1 keine Chance und bot sein bestes Spiel heuer.

Sollte es wieder wärmer werden, kann der Niederösterreicher den Achtelfinal-Gegner als Schattenspender benützen. Ivo Karlovic hat erst bei 2,12 Meter zu wachsen aufgehört. Auch in vielerlei anderer Hinsicht ist er eine Spitzenkraft. Der Kroate ist seit dem 28. Februar 40, der älteste Herr im ATP-Einzelranking und der erste Spieler seit 1995 (Jimmy Connors mit 42), der mit einem „Vierer“ voran ein Spiel auf der ATP-Tour gewann. „Ab 48,5 Jahre gibt es von der ATP eine Pension. Er könnte der erste sein, der volley als Spieler in Pension geht“, scherzt der Österreicher Alex Antonitsch, der heuer als Servus-TV-Kommentator (nicht vor 2 h MEZ) zu hören ist. 

Und noch immer hält Karlovic spielerisch mit. Wenngleich, der Begriff spielerisch im Zusammenhang mit Karlovic sehr freundlich klingt. Der Kroate lebt in erster Linie vom Aufschlag, hat mit mittlerweile 13.289 Assen in dieser Statistik längst Landsmann Goran Ivanisevic abgelöst (11.271). Mit 92,1 Prozent aller gewonnenen Aufschlagspiele führt Karlovic auch diese Wertung an (zum Vergleich: Pete Sampras ist Sechster (88,6 Prozent), Thiem 40. (82,5). Doch aufgepasst: „Karlovic hat gelernt, seine Vorzüge einzusetzen. Er verfügt über eine gute Vorhand, wenn er richtig zum Ball kommt, über eine gute Slice-Rückhand und naturgemäß über einen guten Volley“, sagt Antonitsch.

Lob von Bresnik

Dinge, mit denen Thiem in seiner ersten Partie gegen den Tennis-Riesen konfrontiert werden wird. „Er muss natürlich selber gut aufschlagen. Aber Dominic kann von beiden Seiten viel Druck machen, bei langen Ballwechseln ist er der klar Bessere und er wird bei zweiten Aufschlägen seine Chancen bekommen“, sagt Trainer Günter Bresnik, der erfreut ist über die Leistung seines Schützlings in Indian Wells.

„Gegen Simon hat er die Breakchancen eiskalt genützt, viel Druck gemacht und viele Winner geschlagen.“ In Indian Wells und Miami ist Bresnik nicht dabei, derzeit geht Touringcoach Nicolás Massú mit auf Reisen. „Er hat eine enorm positive Ausstrahlung, vermittelt Dominic viel Freude am Tennis“, lobt Bresnik den Chilenen.

Harald Ottawa