© Ingo Pertramer

Romy
03/08/2021

ROMY 2021: Thomas Mraz

Nur lustig ist ihm auf Dauer zu wenig. Nun ist der Vollblutkomödiant bei der ROMy nominiert für "Beliebtester Schauspieler Film oder Event".

Mit seiner ROMY-Nominierung für "Beliebtester Schauspieler Film oder Event" steht Thomas Mraz nun in der ersten Reihe. Ein lange schon verdienter Platz in der Auslage, den sich der Wiener erarbeitet hat.

Zuletzt zum Beispiel an der Seite von Otto Schenk im TV-Film "Vier Saiten", wo er den Sohn des grantelnden Cello-Professors Karl Michaeli in "Vier Saiten" spielte.  Der ehemalige Starcellist beobachtet argwöhnisch. das in seinem Zinshaus Flüchtlinge untergebracht sind. Irgendwann erkennt er aber das musikalische Talent des jungen Syrers Hamid und nimmt ihn unter seine Fittiche. Karl versucht nun jene musikalische Förderung nachzuholen, die er bei seinem eigenen Sohn "Sascha" versäumt hatte. Dieser (Mraz) meldet sich aber auch wieder zurück.

Kommissar mit Defiziten

Noch markanter ist aber Mraz' Rolle als patscherter Kommissar Jörg Pudschedl in "Die Vorstadtweiber". Der befindet sich in einer verspäteten Adoleszenz, wie Mraz dem KURIER erzählte: "Mit allem Drum und Dran: erste Liebe, erste Enttäuschungen und Ablösung von den Eltern. Er ist zwar gut 15, 20 Jahre zu spät dran. Aber alles geschieht nun beschleunigt."

Puschedl hat sich also selbst ins Leben gestoßen und gewinnt in der Erfolgsserie an Kontur. "Ich habe mir nach der ersten Staffel gedacht, man muss aufpassen, dass es nicht zu blöd wird. Diese Figur mit ihren sozialen Defiziten verleitet dazu. Die Liebesgeschichte hat aber viel verändert." Und beruflich ist Jörg, wenn auch zwischendurch aufgrund eines Häfn-Aufenthalts kaltgestellt, ein "Wadlbeißer". 

Karriereschritt am AMS

Begonnen hat Mraz seine Karriere dort, wo sie oft endet: am AMS. "Ich habe Repro-Techniker gelernt. Nebenbei habe ich bei den Pfadfindern in einer Theatergruppe mitgemacht. Das fand ich cool. Als die Firma zugesperrt hat, bin ich zum AMS und hab’ gemeint: Ich werde Schauspieler." Dort hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Jahre später aber ging er aufs Konservatorium und dann ans heutige Niederösterreichische Landestheater. "Ich spielte Klassiker, Komödien, kreuz und quer. Als junger Schauspieler konnte ich mich dort richtig ausprobieren."

Noch heute steht er hin und wieder auf Bühnen, etwa in der Josefstadt und bei Sommertheatern. Auch im Kabarett, an Michael Niavaranis Seite, war er zu sehen. Eine besondere Herausforderung aber war Klaus Eckels "Après Ski", ein Ein-Personen-Stück "an der Grenze von Schauspiel und Kabarett."

Die "Vorstadtweiber" sind Mraz’ erste größere, durchgängige Serien-Rolle. Beim Fernsehen den Fuß in die Tür zu bekommen, war mühsam, "und manchmal scheint es mir, ich bin noch immer nicht drin. Es gibt da viele Faktoren, die man nicht beeinflussen. Ich kann nur arbeiten, präsent bleiben", sagt der 42-Jährige. Neidig sei er aber den Erfolg keinem. "Das zieht einen selbst nur runter."

Gegensteuern

Wo er aber gegenzusteuern versucht, ist das Festgelegtsein. Zwar war er im "Tatort" oder in "Schnell ermittelt" zu sehen. "Aber ich spiele eher kleine, lustige Rollen, was auch an der Erscheinung liegen mag." Doch schon am Konservatorium habe er gedacht, "nur Lustiges wäre mir auf Dauer zu wenig."

Deshalb freut es Mraz so, dass er in Terrence Malicks Jägerstätter-Film "Radegund" einen Nazi-Staatsanwalt spielen durfte. "Ich habe ein iCasting gemacht, aber nicht damit gerechnet." Der Hauch von Hollywood hat ihn gestreift. "Die Arbeit mit Malick war besonders. Das Spielen vor dieser Kamera hatte einen Theater-Touch, so frei. Es war ein Erlebnis."

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