Romy
02/25/2019

Christiane Paul

Einen Emmy Award hat Christiane Paul schon, nun folgt vielleicht die ROMY.

Bei diesem ARD-Film fragten sich deutsche Bundestagsabgeordnete am Ende, was davon eigentlich erfunden ist und was Realität: In „Saat des Terrors“ gibt Christiane Paul die Agentin des Bundesnachrichtendienstes, Jana Wagner, die von der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aus den Kampf gegen Drogengeschäfte führen soll, mit denen islamistische Gruppen den Terror finanzieren. Als sie einer Anschlagsserie auf die Spur, wird sie just von ihrem Chef behindert. Daraufhin wollte es dann der eine oder die andere im Deutschen Bundestag doch genauer wissen ...

In diesem doppelten Spiel weiß Christiane Paul zu begeistern, ohne dass es irgendwelcher Verhaltensauffälligkeiten bedürfte. Sie ist eine hartnäckige, in ihrer Geradlinigkeit nervende Frau, die auch in ihren einsamen Momenten keine Theatralik braucht, um zu überzeugen – wie sie das bei den ROMY-Juroren geschafft hat.  

 

Christiane Paul wurde 1974 in Berlin-Pankow geboren, studierte Medizin und promovierte. Erst recht spät, nach der Approbation als Ärztin, entschloss sich die zweifache Mutter endgültig für die Schauspielerei.

Mit der sie allerdings sehr früh begann: Bereits vor dem Abitur hatte sie, die auch als Model jobbte, in „Deutschlandfieber“ ihre erste große Rolle; mit der Komödie „Ich und Christine“ (1993) an der Seite von Götz George wurde sie weithin bekannt. Die Rolle der Sara in „Ex“ brachte ihr 1996 den Ophüls-Preis ein, dem weitere Auszeichnungen bereits als Nachwuchsdarstellerin (Goldene Kamera, Berliner Bär) folgten. Ein unaufhaltsamer Aufstieg begann, der neben dem großen Talent wohl auch einem gewissen Perfektionismus geschuldet ist. Oder wie sie in einer „Zeit“-Serie schrieb: „Die Fragen ,Bin ich gut?‘, ,Könnte ich besser sein?‘, ,Was will ich?‘, ,Was könnte von mir bleiben?‘ beschäftigen mich täglich.“

Es folgten (ausgezeichnete) Filme wie Wolfgang Beckers Sozialdrama "Das Leben ist eine Baustelle", „Die Welle“, in Fatih Akins „Juli“ oder TV-Events wie „Das Adlon“. Für ihre Rolle als Anwältin Elke Seeberg in "Unterm Radar" wurde Christiane Paul 2015 mit dem International Emmy ausgezeichnet.

Von Zeit zu Zeit spielt sie auch Theater und sie hat mehrere Hörbücher eingelesen. Und nicht zu vergessen: Paul engagiert sich stark für soziale und poltische Anliegen. Zuletzt unterstützte sie etwa die Kampagne „Fish love“, eine internationale Initiative gegen die Überfischung der Meere.

Beim TV-Publikum steht sie in jüngerer Zeit auch als eigenwillige Kommissarin Ann Kathrin Klaasen in den düsteren ZDF-Ostfriesenkrimis hoch im Kurs. Und beeindruckt ab Anfang März in der Hochglanz-Endzeit-Serie „8 Tage“ von Sky mit Sensibilität und Präsenz.

Nicht umsonst sangen Die Zimmermaenner schon 2007: „Setz Dich hin und halt das Maul, hier kommt Christiane Paul