© KURIER/Franz Gruber

Romy
02/25/2019

Caroline Peters

Auf der Bühne bewundert, auf der Leinwand geliebt: Caroline Peters verbindet größte Spielfreude und komödiantisches Talent.

Sie schafft den Spagat zwischen Film und Bühne perfekt, ist in allen Genres daheim und wurde spätestens als Kommissarin Sophie Haas in „Mord mit Aussicht“ (ARD) zum Liebling auch des breiten Publikums: Caroline Peters.

In gleich zwei Filmen bewies die gebürtige Mainzerin viel Sinn für Humor. In Eva Spreitzhofers erfolgreicher Culture-Clash-Komödie  „Womit haben wir das verdient?“ gibt Caroline Peters die Wanda, das  scheinbar weltoffene, liberale Oberhaupt einer klassischen Patchwork-Familie. Doch mit der Weltoffenheit ist es schnell  vorbei, als ihre pubertierende Tochter erklärt, sie wolle zum Islam konvertieren. Das Ergebnis: Wanda versucht alles, um ihre Tochter von diesem Vorhaben abzuhalten. Wie  Peters diese Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs spielt, ist schlicht furios. Denn Peters sorgt inmitten all der Komik auch für nachdenkliche, sozialkritische Momente.

Weniger um Sozialkritik als vielmehr um eine Attacke auf das Zwerchfell geht es in der Komödie „Der Vorname“.  Peters brilliert hier als Elisabeth, als Gastgeberin einer gutbürgerlichen  Abendgesellschaft, die schnell aus den Fugen gerät. Das macht sie mit unbändiger Spielfreude.

Dass die u. a. mit dem Theaterpreis Nestroy ausgezeichnete Schauspielerin auch anders kann, zeigt sie übrigens derzeit wieder an ihrem Stammhaus, dem Wiener Burgtheater, wo sie in Simon Stones exzellenter „Medea“-Überschreibung in der tragischen Titelpartie glänzt. 2004, mit der Titelrolle der „Salome“ von Oscar Wilde/Gerhard Rühm, war die zweifache Schauspielerin des Jahres nach Wien gekommen und arbeitete seitdem mit der Regisseuren wie Nicolas Stemann, Martin Kušej, Luc Bondy und Antú Romero Nunes.

Ihr Fernsehdebüt gab die 47-Jährige übrigens 1998 in Bernd Schadewalds „Der Pirat". Im März 2007 wurde Peters für ihre darstellerische Leistung in "Arnies Welt" zusammen mit den Schauspielkollegen Jörg Schüttauf, Matthias Brandt und Isabel Kleefeld (Buch/Regie) mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.