Franziska Weisz

© Markus Nass

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02/22/2016

Franziska Weisz

Vor der Premiere als "Tatort"-Kommissarin kommt für Franziska Weisz vielleicht jene des ROMY-Gewinns.

Eine schräge Geschichte und ein noch schrägeres Ende machten im Dezember „Das Kreuz des Südens“ zum vielgesehenen, wenn auch im Burgenland umstrittenen ORF-Landkrimi. Als fesche Greißlerin Eva sorgt darin Franziska Weisz dafür, dass der die Ruhe suchende, weil traumatisierte Polizist Tommy (Andreas Lust) fast die ewige findet. Davor gibt es ein Wechselspiel der Gefühle, in der sie der Figur der alleinerziehenden, in der dörflichen Ödnis zurückgebliebenen Mutter einen differenzierten, kantigen Charakter gibt. Was mit der Nominierung für die goldene ROMY in der Kategorie „Beliebteste Schauspielerin Serie/Reihe“ belohnt wird.

Dabei schwebte der in Breitenfurt bei Wien aufgewachsenen Schönheit zunächst eine ganz andere Karriere vor: Zwar engagierte sie Ulrich Seidl für „Hundstage“, aber nach dem Dreh studierte die heute 35-Jährige in England International Relations, was sie tatsächlich mit einem Master abschloss.

Karriereschwenk

Doch schon während des Studiums wurde sie zur Wiederholungstäterin: Sie drehte viel mit Holger Barthel fürs Fernsehen, etwa „Julia“ und „Tatort“, mit Elisabeth Scharang „Mein Mörder“ und stand für Jessica Hausners Kinofilm „Hotel“, der in Cannes lief, vor der Kamera. 2005 wurde sie bei der Berlinale als österreichischer Shooting Star des europäischen Films präsentiert. Eine Auszeichnung, der noch einige wie etwa der Diagonale-Schauspielpreis folgen sollten.

Entsprechend umfänglich ist auch ihre Filmografie mit u. a. den Kinofilmen „In drei Tagen bist Du tot 2“ (Regie: Andreas Prohaska), Michael Glawoggers „Das Vaterspiel“ oder Benjamin Heisenbergs Berlinale-Film „Die Räuber“. 2014 folgte „Kreuzweg“ (Regie: Dietrich Brüggemann), der bei der Berlinale den silbernen Bären für das beste Drehbuch sowie den Preis der ökumenischen Jury gewonnen hat. Weisz spielte darin eine religiöse, erzkonservative Mutter und bewies dabei ihre Wandlungsfähigkeit.

Tatort-Ermittlerin

Aber auch im TV wurde sie auffällig etwa mit den TV-Movies „Der Chinese“ (Peter Keglevic), „Restrisiko“ (Urs Egger) oder „Blutschwestern“ (Thomas Roth). Als Controllerin Stefanie Averdunk interessierte sie sich in „Der letzte Bulle“ nicht nur für die Benzinrechnungen Mick Brisgaus (Henning Baum). In der ORF-Serie „Janus“ wiederum eckte die seit kurzem verheiratete Wahl-Berlinerin als geradlinige und mehr als temperamentvolle Bezirksinspektorin gern und kräftig. Jüngst zu sehender weiterer Karriere-Höhepunkt: In der der US-Serie „Homeland“ spielte sie die kleine, feine Rolle der Grete. Da geht also noch mehr, vielleicht sogar eine ROMY, in jeden Fall aber die Kür zur neuen „Tatort“-Ermittlerin Julia Grosz an der Seite von Wotan Wilke Möhring – die Folge „Zorn Gottes“ ist am 20. März zu sehen.

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