© Ruth Kappus

Romy
02/22/2016

Julia Koschitz

Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit zeichnen Julia Koschitz aus, die zum zweiten Mal für die ROMY nominiert ist.

Ihr Name steht für Geschichten mit Tiefgang und komplexe Charaktere. Das zeigte Julia Koschitz im ROMY-Zeitraum gleich in mehrfacher Weise. Im ORF/ARD-Drama Am Ende des Sommers spielt sie eine Frau, die ihrem Sohn (Thomas Schubert) verschweigt, dass er das Ergebnis einer Vergewaltigung ist, bis der dem schrecklichen Geheimnis auf die Spur kommt. Der Stasi-Thriller Unsichtbare Jahre wird durch Koschitz zum Psychogramm einer beziehungsgestörten Frau. Das sie auch anders kann, zeigte sie als LKA-Beamtin mit doppelbödigem Charme in Harter Brocken.

Koschitz, Jahrgang 1974, wurde in Brüssel geboren, ist Österreicherin und lebt heute in München. Ihre Schauspiel-Ausbildung erhielt sie nach dem Abitur in Frankfurt am Franz-Schubert-Konservatorium in Wien. Von dort ging es direkt ins Engagement und sie spielte auf kleinen und mittleren Bühnen in Deutschland. Dort schlüpfte sie in Figuren wie die Marie in Büchners „Woyzeck“ oder die Annie in Franz Xaver Kroetz‘ „Oberösterreich“, sie spielte die Johanna in Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ aber auch die Sonja in Yasmina Rezas „Drei Mal Leben“.

Wandelbar

2006 erhielt Koschitz für die Titelrolle in Sven Grunerts Inszenierung von Ibsens „Nora oder Ein Puppenheim“ den Darstellerpreis bei den Bayerischen Theatertagen. Einem großen Publikum bekannt wurde Koschitz aber durch Fernsehserien wie „Doctor’s Diary“ oder „München 7“. Das Engagement durch Franz Xaver Bogner, 2004, bezeichnet sie heute noch als großes Glück.

Neben Komödien zeigt sie im TV aber auch ihre ernste Seite wie in dem mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Drama „Der letzte schöne Tag“ oder in der ORF-Co-Produktion Das Wunder von Kärnten, das 2013 einen International Emmy Award erhielt.

Ausgezeichnet

2014 wurde Koschitz für „Pass gut auf ihn auf“ erstmals für die ROMY nominiert und mit dem Deutschen Schauspielerpreis, dem Bayerischen Fernsehpreis sowie der Goldenen Nymphe des Festival de Télévision de Monte Carlo geehrt.

Im Kino war Koschitz unter anderem in zwei preisgekrönten Spielfilmen von Ralf Westhoff zu sehen: In der Speed-Dating-Komödie „Shoppen“ gehörte sie als Susanna zum Hauptensemble, im Liebesfilm „Der letzte schöne Herbsttag“ war sie die Hauptfigur Claire. Mit Westhoff drehte Koschitz 2013 zudem „Wir sind die Neuen“. 2014 war sie Teil des Star-Ensembles in Florian David Fitz' Tragikkomödie "Hin und Weg".