© Peter Rigaud

Romy
02/22/2016

Sandra Maischberger

Beliebt und relevant: Sandra Maischberger ist erstmals für die ROMY nominiert.

Sie ist Journalistin, Moderatorin, Dokumentaristin, Interviewerin, Produzentin und Autorin: Sandra Maischberger. Die gebürtige Münchnerin zählt seit vielen Jahren zu Deutschland beliebtesten TV-Journalisten. Ihre Arbeit wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Nun ist die 49-Jährige erstmals für die goldene ROMY in der Kategorie Information nominiert.

In „Menschen bei Maischberger“ bzw. seit 2016 „Maischberger“ (mittwochs, 22.45, ARD) gibt es keine Exklusivität für die Politikerkaste, manchmal wird auch komplett auf sie verzichtet. Normale Menschen und Betroffene finden bei den sozialpolitischen Diskussionen ebenso Platz. Die Themen sind vielfältig wie die Teilnehmer daran: Zuletzt verwirrte dort Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis, davor wurde das „Sexobjekt Kind“ thematisiert oder sprachen mehr oder minder Prominente über ihren wirtschaftlichen Absturz.

Relevanz

In jeden Fall ist es journalistisch relevant, was Maischberger anpackt. "Das war immer mein Ziel: Ich frage so lange, bis ich weise bin“, sagte sie einmal im Spiegel-Interview.

Nach ihrer Zeit beim Radio feiert sie ab 1989 mit der Jugendsendung "Live aus dem Schlachthof" (Bayerisches Fernsehen), es folgt "Talk im Turm" ( Sat.1) mit Erich Böhme. Von 1993 bis 1994 moderiert und konzipiert sie das wöchentliche Format "Spiegel TV Interview" (Vox). 1995 nahm sie sich eine Auszeit und machte eine achtmonatige Weltreise. In den Jahren darauf arbeitete sie für unterschiedlichste Sender von Vox bis RTL, vom ZDF bis zum Bayerischen Rundfunk.

Im Januar 2000 startet sie mit ihrer preisgekrönten Talkshow "Maischberger" bei n-tv, dessen Chef zu diesem Zeitpunkt Kurier-Herausgeber Helmut Brandstätter war. Viermal wöchentlich befragte sie Gäste zu aktuellen Themen. Die letzte Sendung wurde am 31. März 2006 ausgestrahlt. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung meinte Sandra Maischberger, „nie mehr Resonanz auf eine Sendung bekommen zu haben, als für diese, die auf dem kleinsten Sender zu sehen war, für den ich je gearbeitet habe“. Es ist ihr Sprungbrett zur ARD, wo sie ab 2003 das Talkformat "Menschen bei Maischberger" prägt und trägt – in Nachfolge von Alfred Bioleks „Boulevard Bio“.

Dokumentationen

Mit der Firma Vincent TV, die sie gemeinsam mit ihrem Mann, Kameramann Jan Kerhart, produziert die Mutter eines Sohnes nicht nur ihren wöchentlichen Talk sondern auch Dokumentarfilme. Ihr erster viel beachteter Streifen ist „Dr. Wedel und Mr. Hyde " (2002) über Regisseur Dieter Wedel, preisgekrönt wird "Helmut Schmidt außer Dienst" (2007). Es folgten Filme wie "Richard von Weizsäcker – Für immer Präsident" (2010), "Pershing statt Petting" (2011) oder ein Doppelporträt über Ex-Kanzler Helmut Schmidt und Frankreichs ehemaligen Präsidenten Giscard d'Estaing. Ein großer Erfolg war jüngst das für die ARD produzierte Dokumentarspiel „Der gute Göring“ mit fast vier Millionen Zusehern in Deutschland.

Auch als Autorin ist Maischberger tätig. Neben politischen Bücher (mit z. B. Helmut Schmidt und Hans-Jochen Vogel) hat sie beispielsweise auch das Jugend-Geschichtsbuch „Die musst du kennen. Menschen machen Geschichte“ geschaffen.