Reportage
04/17/2014

Auf Spurensuche im Hotel Bristol

1892 wurde das Wiener Ringstraßenhotel Bristol eröffnet. Noch heute lassen sich Spuren der Tradition finden. Ein Rundgang.

von Ankica Nikolić

Ein Besuch des Bristols am Wiener Ring gleicht einer Zeitreise – jedoch ganz ohne angestaubtes Flair. Dank einiger Umbauten in den letzten Jahren präsentiert das Hotel seine Historie nun moderner. "Die Tradition ist Teil unserer Geschichte. Der Wunsch in einem Hotel zu wohnen, wo Wiener Tradition und die imperiale Historie noch zu spüren sind, ist für viele unserer Gäste wichtig. Unsere Aufgabe ist es, dieses Gefühl zu erhalten und zeitgemäß zu interpretieren", erklärt Generaldirektor Gerald Krischek.

Neue Hotel-Lobby

Das Entree wurde komplett renoviert und zoniert. Rezeption, Concierge und die neue Hotel-Lobby bestechen durch die Kombination von intensiven Farben und zeitgenössischen Möbeln. Die Pläne für den Umbau stammen vom französischen Designer Pierre-Yves Rochon. Ebenfalls im Erdgeschoß befindet sich die Hotelbar, hier dominiert oranger Samt. Im Restaurant daneben hat man im Zuge der Umbauarbeiten ein längst vergessenes Juwel wiederentdeckt: Eine Stuckdecke aus dem Jahre 1916. Während der Renovierung wurde die gesamte Decke restauriert und freigelegt. Die Gestaltung des Restaurants entspricht den Originalplänen. Edle Nussholzvertäfelungen an den Wänden, opulente Kristallluster, Marmorsäulen, die den Kamin einfassen, zieren nun den Speisesaal. Sämtliche öffentliche Räume des Hotels stehen unter Denkmalschutz.
Das schönste Potpourri an historischen Möbelstücken lässt sich in der größten Präsidentensuite des Landes finden. In dem 360 Quadratmeter großen Appartement sind einige wertvolle Stücke untergebracht – angefangen vom eleganten Biedermeier-Sekretär bis hin zu erlesenem Augarten Porzellan. Über den Stiegenaufgang gelangt man in sämtliche Etagen des Hauses. Die Treppe, ein Stück aus dem "Fin de Siècle" (Jahrhundertwende) und Art déco, besticht zwischen dem Erdgeschoß und Mezzanin mit außergewöhnlichen Einschlägen im Messinggeländer. Diese stammen von einem Gewehrkolben eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Ab dem fünften Stock wurde der Aufgang zur frei schwebenden Treppe, um die Jugendstil-Spiegel zu erhalten (Bau 1986).

Einzigartige Gemälde

Beim Rundgang durch das Hotel findet man auf jeder Etage einzigartige Gemälde wie etwa ein Porträt des Kaisers und Sitzgruppen aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Eine weitere Besonderheit des Bristol ist die Standuhr neben der Rezeption. Sie ist etwa drei Meter hoch, aus Mahagoni mit Mondphasen, mit einem Kalendarium und einem Planetenkreis ausgestattet. Die Uhr stammt aus Holland und ist mit Mitte 18. Jahrhundert datiert. "Es ist eines unserer schönsten Stücke. Was ebenfalls die wenigsten wissen: Unser Lift war der erste selbst fahrende Hotelaufzug Wiens", erklärt Gerald Krischek.
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