
© Popp-Hackner
Wildes Wien
Wo Fuchs und Hase einander gute Nacht sagen: mitten in der Großstadt. Denn halb Wien ist Natur – und damit auch ein ideales Zuhause für willkommene Wildtiere.
Auf einmal war er da. Erst nur als Ahnung, denn Adam tauchte abends im Zwielicht auf. Neugierig und vorsichtig. Hast du das gesehen? War da wirklich etwas? Etwas? Ja, damals trug er noch keinen Namen. Wir wussten ja nicht von Anfang an, was da über die Terrasse in Hietzing strich. Langsam wich die Ahnung einer Gewissheit, da auch Nachbarin June von einem neuen „Mitbewohner“ erzählte. „Habt ihr schon unseren Fuchs gesehen?“, fragte sie und meinte, sie lege ihm regelmäßig ein paar Nüsse in eine Schale auf die Terrasse. Hat ja sicher Hunger, der Gute.
Unser Fuchs. Unser Fuchs? Ob der nicht vielleicht die Tollwut hat? Eine liebe Bekannte, Frau Richter, Jägerin i.R., war für einen Rat nicht zu erreichen. Ein Arzt vom Veterinäramt Wien beruhigte sogleich. „Einen Fall von Tollwut gab es hier schon seit 40 Jahren nicht. Wenn Sie einen Fuchs als Gast haben, seien Sie froh. Erfreuen Sie sich seines Anblicks.“
Machten wir gerne. Aber nur kurz, dafür gleich doppelt. Das letzte Mal, als wir Adam sahen, war er mit einem kleineren Fuchs zusammen – Eva? –, und es sah so aus, als hätten sie auf einer Wiese vis-à-vis dem Friedhof Hetzendorf einen passenden Platz für ihr neues Zuhause gefunden.



Die Gefahr, dass Wildtiere zur Plage werden – wie die Wildschweine vor drei Jahren in Niederösterreich und im Burgenland – ist auch kein große. Ein paar Zäune reichen, um nachtaktive Tiere abzuschrecken.