Wechselkursfal­len im Ausland

Linkshänder, Bankomat, Diskriminierung, Bank…
Foto: KURIER/Jürgen Zahrl Bankomat.

Direkte Umrechnung bei Behebung oder Zahlung kann bis zu zehn Prozent teurer sein.

Der Geldwechsel war vor Jahren eine Pflichtübung vor jedem Auslandsurlaub. Das hat sich geändert, seit ein großer Teil Europas mit dem Euro eine gemeinsame Währung hat. Und auch die Verbreitung von Bankomaten, an denen man die Fremdwährung problemlos abheben kann sowie die Möglichkeit zur bargeldlosen Zahlung haben das Wechseln von Bargeld teilweise verdrängt. "Allerdings lauern hier Kostenfallen, die auf dem Kontoauszug oder der Kreditkartenabrechnung für eine böse Überraschung sorgen können", warnt ÖAMTC-Touristikerin Kristina Tauer.

Außerhalb des Euro-Raumes, beispielsweise in Tschechien, Polen, Großbritannien, in der Türkei und der Schweiz gibt es an Bankomaten häufig einen besonderen Service: Auf Wunsch kann die Abbuchung zu einem vom Bankomatbetreiber festgelegten Wechselkurs direkt in Euro durchgeführt werden. "Auf den ersten Blick hat diese 'dynamische Währungsumrechnung' den Vorteil, dass man sofort weiß, welcher Euro-Betrag später vom Konto abgezogen wird. Lästiges Umrechnen entfällt somit", erklärt die ÖAMTC-Expertin.  Hebt man beispielsweise in London 100 Pfund ab, muss man sich normalerweise selbst ausrechnen, wie hoch diese Summe in Euro ist. Bei der dynamischen Währungsumrechnung wird zusätzlich zum Fremdwährungsbetrag der Eurobetrag ausgewiesen. Wählt der Kunde diese Art der Umrechnung, wird sein Konto mit diesem vom Bankomat-Betreiber festgelegten Wechselkurs belastet.

Was zunächst kundenfreundlich klingt, hat allerdings einen Haken: Der Betrag ist meist deutlich überhöht, weil der festgelegte Wechselkurs in der Regel schlechter ist und der Betreiber oftmals noch einen Aufschlag einrechnet. So können die Kosten bis zu zehn Prozent höher als bei der Belastung in Landeswährung sein. Denn bei letzterer Variante wird der abgehobene (bzw. bei Kreditkartenzahlung abzubuchende) Betrag in der Fremdwährung an die Bank des Kunden weitergegeben. "Diese rechnet den Kurs tagesaktuell in Euro um, bevor eine Belastung erfolgt. Damit kommt man in der Regel weitaus günstiger davon", erklärt Tauer.

Die Tricks der Banken

Bankomatbetreiber bedienen sich außerdem verschiedener Tricks, um Kunden zur Auswahl des festgelegten Wechselkurses zu bewegen: So erscheint z.B. der Eurobetrag in Grün und der Fremdwährungsbetrag in Rot am Display. "Oder der Bankomat wählt automatisch die Euro-Option, wenn der Kunde zu lange überlegt", so die ÖAMTC-Expertin.

Daher der Tipp der ÖAMTC-Touristikerin: "Wer sicher gehen will, sollte die vom Bankomat angebotenen Kurse immer mit den aktuellen Währungskursen vergleichen. Am besten ist es aber immer noch, auf die direkte Umrechnung am Bankomaten oder beim Bezahlen zu verzichten und die Abrechnung in Fremdwährung zu veranlassen.

 Infos zur Währung und Akzeptanz von Bankomat- und Kreditkarten im Ausland gibt es in der weltweiten ÖAMTC Länder-Info unter www.oeamtc.at/laenderinfo.

(kurier / gur) Erstellt am
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