Colonia del Sacramento, eine traumhaft schöne Altstadt direkt am Rio de la Plata.

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Insidertipps und Hotspots
10/05/2014

Südamerika: Die Sehnsucht nach Tango, Mate, Steaks und Gauchos

Der Geheimcode für eine Bar in Buenos Aires, die größte Bleistiftsammlung der Welt in Uruguay und ein euphorischer Moment in Iguazú.

von Maria Gurmann

Führen Sie Tagebuch. Die vielen Eindrücke, Erlebnisse und Emotionen dieser abwechslungsreichen Reise darf man nicht vergessen. Gerüche, Geräusche, Gefühle lassen sich nicht fotografieren.

Buenos Aires

Da sind die Taxifahrer, die uns in fünf Minuten die Probleme der ganzen Menschheit erklären und mit meinem Sohn, der gerade ein Praktikum in Argentinien macht, innerhalb von zwei Sekunden über Fußball reden.

Da wären die Zeitungs- und Bücherkioske in den Straßen, in denen wir Europäer erstaunt neben dem Klassiker "Evita" immer wieder "Mein Kampf" und ähnliche Nazi-Propagandaschriften entdecken.

Da wäre das alltägliche Schauspiel, das die Porteños – die Einwohner von Buenos Aires – inszenieren: Die Hundesitter (paseadores de perros), die an zahllosen Leinen wahre Vierbeinermeuten durch Parks und Straßen führen. "Wir sind verrückt nach Hunden, auch wenn wir keine Zeit für sie haben", erzählt Laura, unsere argentinische Reiseleiterin.

Da ist die wilde Kunstszene, die erst die Straßen und jetzt auch die Galerien erobert. Da ist das Pärchen, das sich auf der Plaza Dorrego im Bezirk San Telmo spontan zu einem Straßen-Tango zusammenfindet.

Wir sind eine vierköpfige Reisegruppe, Laura ist unsere flexible Begleiterin. Sie weiß, wo man in La Boca oder der Calle Florida den besten Wechselkurs bekommt. Sie zeigt uns nach der professionellen, touristischen Tango-Show mit Dinner, in welcher Milonga (Tangobar) Einheimische am späten Nachmittag Kopf an Kopf in wundervolle Tangoklänge versinken und in uns Sehnsüchte wecken. Elegant, europäisch ist nicht nur die Architektur dieser Stadt. Wie aus dem Ei gepellt, als ginge sie sonntags zur Kirche, verlässt die ältere Generation selbst zum Zeitungholen das Haus.

Geheimtipps

In Buenos Aires gehen die Lichter niemals aus, weil die Party niemals endet. Im Handumdrehen hatten unsere Studenten die Hotspots von Buenos Aires entdeckt. "Palermo", den hippsten Stadtteil zum Shoppen, Ausgehen und Wohnen. Dort spielt sich das Leben auf der Straße, in den Cafés, Bars und Parrillas (Grill-Restaurants), ab. "Lomo", der Lungenbraten, oder "bife de chorizo" sind die besten Stücke.

Ein Erlebnis ist die Percussion-Show "La Bomba del Tiempo" im Barrio Almagro, die jeden Montag unter freiem Himmel stattfindet. Oder die idyllische Bootsfahrt im Vorort Tigre durch die Inselwelt im Fluss-Delta.

Besonders originell ist das Eintrittsritual für "Frank’s Bar". Nur wer den Code via Facebook knackt, hat Zutritt. Ein Security-Mann öffnet das kleine Fenster einer unscheinbaren Tür und fragt nach dem Losungswort, das sich jeden Tag ändert. Dann verrät er eine Nummer, die man in einer Telefonzelle im Eingangsbereich eintippt. Jetzt erst öffnet sich die Hinterwand der Zelle, der Weg zur Bar mit jungem Publikum und chilliger Musik ist frei.

Uruguay

Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Vorstädten von Montevideo und Buenos Aires. Im September 2009 wurde der Tanz zum immateriellen Kulturerbe der Menschlichkeit erklärt. Tango, Asados und Mate verbinden Argentinien und Uruguay. Die Grenze der beiden Länder bildet der Rio de la Plata. In knapp einer Stunde überquert eine Fähre den Fluss nach Colonia del Sacramento, einer der schönsten Orte Uruguays.

Hätten wir doch auf den Reiseleiter Hans gehört und auf die Fahrt nach Punta del Este, den berühmten Badeort, verzichtet. Eine Halbinsel voll von modernen Hotelburgen erinnert an den Bauboom der spanischen Costa del Sol. Hier trifft sich der Jetset Südamerikas in luxuriösen Villen. Interessant sind die Altstadt und der Hafen, in dem die Seelöwen ans Ufer schwimmen und sich genüsslich auf den Pier legen.

Ruhe und Natur

Zurück nach Colonia. Mit Recht verdient die historische Altstadt, UNESCO-Kulturerbe zu sein. Ein Kleinod der Kolonialzeit: speckige, buckelige Kopfsteinpflaster, restaurierte alte Stadtmauern mit der Zugbrücke und der Leuchtturm, von dem man über den Fluss bis nach Buenos Aires blicken kann. Wunderschöne kleine Boutique-Hotels in alten Gemäuern laden zum Verweilen ein, der fantastische Sonnenuntergang zum Flanieren entlang des Ufers. Für den Zauber und die Magie dieser kleinen Stadt hätten wir uns doch mehr Zeit nehmen sollen.

Doch Uruguay, ein kleines Land mit 3,5 Millionen Einwohnern und noch nicht vom Massentourismus entdeckt, hat noch viel mehr zu bieten. Da gibt es gleich in der Nähe von Colonia das Privatmuseum von Emilio Arenas, der uns persönlich begrüßt und stolz seine Bleistiftsammlung und den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde zeigt.

Gastfreundlich werden Besucher der Estancias (Farmen) auch von den Gauchos begrüßt. Nach dem Ausritt gibt’s – wie könnte es anders sein – Asados, Grillspezialitäten, wie in Argentinien. Weinkenner sollten ein paar der vielfach ausgezeichneten Winzer besuchen. Uruguay gehört zu den zehn meistprämierten Weinländern der Welt.

In der Hauptstadt Montevideo führt uns Reiseleiter Hans durch die Altstadt, zum Gaucho-Museum und an die Promenade am Fluss. Hier sitzen die Einheimischen in Grüppchen mit den Thermoskannen unterm Arm. Mit dem heißen Wasser gießen sie ihren Mate in den kleinen Kürbisbechern auf. Tangoklänge hallen aus den Milongas und Jogger werfen im Sonnenuntergang lange Schatten.

Iguazú

Egal ob bei der Hin- oder Rückreise nach Südamerika – ein Abstecher zu den gewaltigen Wasserfällen, die sich Argentinien und Brasilien teilen, sollte im Budget noch drin sein. "Viel Wasser, na und", meinten die Burschen vor der Anreise. Nicht loszueisen sind sie dann von den Aussichtsbrücken, an denen 1750 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über 60 Meter hohe Klippen stürzen. Von diesem atemberaubenden Naturschauspiel, das wir von oben mit dem Hubschrauber und von unten – waschelnass – in einem Boot, erleben, werden sie noch ihren Enkelkindern erzählen.

AnreiseZ. B. mit Lufthansa über Frankfurt nach Buenos Aires. Tagesaktuelle Ticket-Tarife im Reisebüro und aufwww.lufthansa.de

Beste Reisezeit Von November bis März (24–28 Grad)

Währung

Argentinischer Peso: 1 € = 10,6 ARS, 20 bis 30 % bessere Kurse gibt’s auf dem Schwarzmarkt.
– Uruguayan Peso: 1 € = 31,2 UYU
– Brasilianischer Real 1 € = 3,1 BRL

Preisniveau

Uruguay: Beefsteak 10 bis 15 € in Touristenstädten, sonst schon ab 8 €.
Buenos Aires: Funktaxis sind am sichersten, kosten selbst für lange Strecken nur ein paar Euro.

Einkehrtipps

Frank’s Bar in Buenos Aires, Arévalo 1445: Zutritt hat nur, wer vorher auf Facebook (Frank’s Bar) ein Rätsel löst und so das Codewort hat. Jung, schick und nicht touristisch.
– El Drugstore Café und Restaurant in Uruguay, Colonia del Sacramento, Portugal 174, in der prachtvollen Altstadt. Bunt, schräg, viele Oldtimer.

Highlights Abenteuer Iguazú-Wasserfälle: Von oben mit dem Helikopter 100 €/P. Von unten ins Nass mit dem Boot ab ca. 30 €/P. Buchung vor Ort, wetterabhängig!

Pauschalangebot

Jumbo Touristik offeriert z. B.:
– „Höhepunkte Argentiniens“: 10 Nächte, Gruppenrundreise Buenos Aires, Trelew, Halbinsel Valdez, Puerto Madryn, Punta Tombo, Ushuaia, El Calafate, Perito Moreno, Torres del Paine; Preis ab/bis Buenos Aires pro Person im Doppelzimmer ab 2026 €.
– Abstecher Uruguay:
Montevideo, Colonia del Sacramento; 2 Nächte Kurzrundreise privat ab 2 Personen ab/bis Buenos Aires mit der Fähre pro Person ab 815 €
– Abstecher Iguazú-Wasserfälle:
2 Nächte Gruppen-Rundreise ab 2 Personen, ab/bis Iguazú, pro Person ab 244 €
– Info & Buchung: JUMBO Touristik,  01/514 45 – 100, im Reisebüro, www.jumbo.at, eMail: office@jumbo.at

Auskünfte
Uruguay: www.turismo.gub.uy, www.visit-uruguay.com
Brasilien: brasilien.tourismus.de
www.brasilturismo.com
Argentinien: www.argentina.travel/de

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