© Kitzbüheler Alpen_Brixenthal

freizeit Reise
02/25/2012

Skispaß ganz ohne Stress

Kitzbüheler Alpen – Brixental. Investitionen in Pisten und Lifte haben sich gelohnt. Wintersportler können mit einem Ticket beide Skigebiete mit 144 Bahnen nützen.

von Maria Gurmann

Talstation der Maierlbahn in Kirchberg in Tirol. Kindheitserinnerungen werden wach: Bis man den ersten Schwung damals machen konnte, mussten Maierl I, Maierl II und Maierl III überwunden werden. Drei Mal drängelnd eine halbe Stunde vorrobben, bis man auf dem hölzernen Doppelsessellift landete, mit dem man endlich die Ehrenbachhöhe erreichte. Kaum zu glauben, was aus dieser Skiregion durch sinnvolle Investitionen gemacht wurde.

 

Nicht über Gitterrost-Stufen schleppt der Skifahrer seine Carver zu den neuen, sitzgeheizten 10er-Kabinen-Gondeln. Nein, hier erspart eine Rolltreppe Kraft für die 170 Pistenkilometer, die ein Hobbyskifahrer niemals in einem Tag bewältigen kann. An der Bergstation (1700 m) eröffnet sich von der neuen Kitz-Panorama-Aussichtsterrasse der Blick auf das gesamte Brixental. Kirchberg ist die Anschlussstelle für das weltbekannte Skigebiet Kitzbühel-Kirchberg (53 Bahnen) und SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental (91 Bahnen). Durch den Skiverbund können Winterfreaks auf beide Skigebiete mit nur einem Ticket abfahren (279 Pistenkilometer).

Kein Anstellen, kein Frieren mehr – unzählige Sessellifte sorgen mit Sitzheizung und Wetterschutzhauben für Komfort. Allein im Skigebiet Kitzbühel-Kirchberg wurden 14,1 Millionen Euro investiert. Künstlich beschneit wird auch hier in schneearmen Wintern. Aber heuer ist das Fahrvergnügen auf knirschendem Naturschnee einfach unvergleichbar.

Carver-Paradies

Viele Abfahrten wurden für Carver und Snowboarder, die lange, weite Schwünge ziehen wollen, verbreitert. Vorbei ist allerdings die Zeit der Buckelpisten. Des einen Freud, des anderen Leid. Langweilig wird einem in dem größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs trotzdem nie. Wer will, kann ins Schickimicki-Getümmel der Reichen und Schönen in Kitz eintauchen und sich die Streif einmal hinunterplagen, um sich dann wieder genüsslich in die bodenständigen, authentischen und gemütlichen Orte Kirchberg, Brixen oder Westendorf zurückzuziehen.

Vor allem für Familien sind auch die Zusatzangebote ein Riesenspaß. Da gibt’s Rodelbahnen und einen Eiskletterpark am Gaisberg – unbedingt mit Kopftaschenlampe in der Nacht ausprobieren! Den künstlichen Eiswasserfall, der in bunten Farben beleuchtet wird, können auch Ungeübte erklimmen. Bergführer und Eiskletterprofis stellen die Ausrüstung zur Verfügung und sorgen für die Sicherheit der Gäste.

Wer seinen Skitag mit der Abfahrt nach Brixen beendet, sollte im "Alpeniglu Dorf" vorbeischauen. Das Restaurant, die Bar und die Kapelle sind aus glasklarem Eis geschnitzt. Durch eine eisige Zeitschleuse gelangen Besucher in die "Ice Land"-Ausstellung und erleben eine Reise durch die Epochen der Weltgeschichte.

Während sich die Jugend in den drei Funparks der SkiWelt austobt, können die Eltern ihre Spuren auf den Langlaufloipen (170 Kilometer) ziehen oder die Winterwanderwege erkunden.

Kulinarik

Abgesehen von urigen Hütten gibt’s in den Kitzbüheler Alpen für Gourmets noch ein besonderes Zuckerl. "Brixentaler KochArt" nennen zehn Wirte ihre Vereinigung. Die Palette reicht von edlem Gaumengenuss im Restaurant Thalhof bis zu Schmankerln im Gasthof Staudachstub’n. Dort serviert Martin Flecksberger seine regionalen Produkte. Rind- und Kalbfleisch stammen vom eigenen Bio-Hof, Käse vom heimischen Heumilchbauern. Die Kräuter holt der Martin aus dem Garten oder pflückt sie im Sommer auf der Wiese. Wenn die Einheimischen am Abend von ihrer Skitour auf der Fleckalm beim Martin einkehren, schenkt er ihnen ein besonderes Tröpferl ein: den selbst gebrannten Lerchenschnaps. Ein köstlicher Gute-Nacht-Trunk.

Große Kunst im kleinen Kirchberg

Dort, wo früher die Talstation der Gaisbergbahn war, steht am Ende der Kirchberger Loipe seit drei Jahren ein architektonisches Meisterwerk, gefüllt mit Werken von alten und jungen Meistern. Der Kunstsammler und Architekt Theo Jongen ließ ein Haus errichten, in dem er einen Teil seiner Kunstsammlung und eine Verkaufsgalerie untergebracht hat. Mit der rustikalen Touristenarchitektur Tirols hat das Haus im 5000-Seelen-Ort aber nichts zu tun. Jongen fand das Material für seinen Kunst-Bau bei einem Holzhändler in Holland. Riesige Balken tropischer Baumriesen aus Surinam, die seit dem frühen 19. Jahrhundert in Hafenanlagen an der Ostsee eingebaut waren und große Glasfronten, die einen Rundumblick auf die prachtvollen Kitzbüheler Alpen erlauben.

"Aaart Foundation" nennt Jonge sein Kunsthaus, in dem so mancher Walde für eine halbe Million Euro zu haben ist. Im Erdgeschoß zeigt er Bilder von jungen Künstlern, die der sympathische Niederländer fördert. Ein Fan der Gegend rund um Kitzbühel ist der Sammler und begeisterte Jäger schon seit 35 Jahren. Jetzt verbringt der 65-Jährige mit seiner Frau Mieke die meiste Zeit in seiner zweiten Heimat.

Freundlich und offen begrüßt der Hausherr seine Gäste, führt sie durch die Galerie. Die Kunstschätze in seinem privaten Wohnbereich – Jagdzimmer, bis zu acht Meter hohe Räume mit zig Kaminen – bekommen nur seine Gäste zu sehen. Ein sehenswertes Kontrastprogramm nach dem Skifahren!

www.aaartfoundation.com

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