© SeaDream Yacht Club

Reise
12/05/2011

SeaDream I: Ein Seetraum wird wahr

Entspannend, edel, elitär, einzigartig: Eine Kreuzfahrt mit der besten Yacht der Welt von Barcelona entlang der südfranzösischen Küste nach Nizza.

von Ingrid Bahrer-Fellner

Exzellenter Service, ausgezeichnete Gourmet-Küche, Getränke und Champagner inklusive, Schlafen unter Sternen, Wassersport ab der Marina am Heck, leger-gediegenes High-End-Class-Ambiente ohne Kleiderkodex mit betuchten Gästen aus aller Welt, kleine, charmante Häfen, in denen auch schon mal die Nacht über geankert wird, Frühaufsteher-Frühstück auf der Kommandobrücke mit dem Kapitän - wer an Bord einer SeaDream-Yacht eincheckt, erfährt eine Seereise der Sonderklasse. Das Flair ist einzigartig, die Crew äußerst zuvorkommend, der Erholungswert besonders groß.

Die beiden baugleichen Yachten SeaDream I und II sind laut Berlitz Cruise Guide 2012 die besten Boutiqueschiffe der Welt - obwohl sie schon 27 Jahre alt sind und keine Balkonkabinen haben. Jede Yacht fasst 112 Passagiere. Sie werden von einer 95-köpfigen Crew so umsorgt, als wären sie der Yachteigner persönlich. Klar, dass jeder Gast mit seinem Namen angesprochen wird.

Der KURIER war bei einer Kreuzfahrt von Barcelona nach Nizza an Bord der luxuriösen SeaDream I - und erlebte den großen Unterschied zwischen "yachting" und "cruising".

Massage zur Begrüßung

Schon die Begrüßung in Barcelona läuft anders ab als auf einem 3000 Gäste fassenden Ozeanriesen: "Welcome on Bord", sagt der dänische Kapitän Bjarne Smorawski. Zum Empfang hat er sich gleich nach der Gangway neben dem Pool platziert und schüttelt jedem Gast die Hand. Eisgekühlte Frotteetücher werden zur Erfrischung gereicht, natürlich auch Prickelndes. Im Hauptsalon ist aufgetischt. Hier türmt sich Kaviar (wird auf Perlmuttlöffeln portioniert) neben feinsten Schinken und Pralinen. Tüpfelchen auf dem i: Masseurinnen aus dem Spa gehen von Gast zu Gast, massieren deren Kopf, Nacken und Schultern. Eine Wohltat. Ankommen und loslassen ist an Bord der SeaDream I keine Floskel, hier ist der Gast wirklich König. Zwischendurch läuft der Check-in ganz zwanglos ab.

Jocelyn, unser philippinisches Zimmermädchen, erwartet uns schon vor unserer 18 m² großen Außenkabine auf Deck 4. Sie zeigt uns alle Stauräume, erklärt, wie man den Safe bedient. Auffallend: Alle Lichtschalter sind beschriftet, Steckdosen gibt es für 220 und 110 Volt. Manko: Das Bad ist sehr klein und bietet wenig Ablagemöglichkeiten. Dafür ist die marmorverkleidete Massagedusche umso größer ausgefallen.

Auf unserer einwöchigen Kreuzfahrt bei Prachtwetter entlang der Küste Südfrankreichs dinieren wir nur zwei Mal im klimatisierten Speisesaal. Alle anderen Mahlzeiten, von Frühstück über Lunch und Abendessen, genießen wir al fresco, also im Freien, und
immer mit Panoramablick auf Buchten oder Städte. Bei schönem Wetter ankert die SeaDream I immer auf See. Einerseits, um den Gästen die schönste Aussicht zu bieten, andererseits, um Wassersport von der Marina am Heck zu ermöglichen. Der südafrikanische Clubdirektor Micheal Holthuysen - er spricht 13 Sprachen - und sein Landsmann Daniel Bester passen von einem Motorboot aus auf, dass sich Jet-Ski-Raser, Banana-Boot-Fahrer und Schwimmer nicht in die Quere kommen. An der Pier im Hafen legt die SeaDream I nur bei Schlechtwetter an. Ansonsten erfolgt die Überfahrt zu Landgängen mit dem Tenderboot.

Menüs vom Feinsten

Organisierte Ausflüge werden selten gebucht. "Unsere Gäste wollen sich in erster Linie vom Alltag erholen, unternehmen in den Häfen am liebsten kurze, individuelle Spaziergänge und kehren zu den Essenszeiten auf die Yacht zurück", sagt die deutsche Rezeptionistin Alexa.

Kein Wunder - die Menüs sind vom Feinsten, der Prager Chefkoch Ondrej Havlicek legt sich mit seinem Team mächtig ins Zeug. Frühstück und Lunch wählt man vom Büfett oder von der Karte, das mehrgängige Dinner wird von immer scherzenden Kellnern serviert. Knackige Salate, delikate Suppen, Meeresfrüchte, feinster Hummer aus Honduras, beste Dover-Seezunge, Steaks, die auf der Zunge zergehen und Desserts mit Blattgolddekor, bei denen man gern auf das Kalorienzählen vergisst - Gaumenfreuden gibt's an Bord viele.

Auf dem Pooldeck werden zwischen Bade-, Whirl- und Sonnengenuss u. a. Obstspießchen gereicht. Zwischen 19 und 20 Uhr wird dort täglich vor dem Abendessen zu erstklassigen Cocktails ein Delikatessen-Büfett aufgebaut. Die perfekte Einstimmung für einen geruhsamen Abend, an dem interessante Gespräche mit Mitreisenden, Gitarren- und Pianoklänge von Sammy, Kino unter Sternen oder Abendspaziergänge an Land im Vordergrund stehen. Um das Nachtleben in St-Tropez und Monte Carlo auskosten zu können, ankert die SeaDream I über Nacht, in St-Tropez pendeln die Tenderboote bis Mitternacht, auf Anfrage auch länger.

Zwei Mal pro Woche wird auf der Yacht aufgetanzt - bei Discoklängen am Pool. Da shakt das Ehepaar aus Toronto mit Gays aus London, Mutter und Tochter aus Chicago mit den Russen (sie logieren natürlich in den größten Suiten). Viele Passagiere sind schon zum x-ten Mal an Bord, fühlen sich wie zu Hause. Ein lustiges Duo aus Mexico City, das schon zum fünften Mal auf der Yacht urlaubt, zeigt das auch - es flaniert in SeaDream-"Crew"-T-Shirts über die Decks.

Schlafen unter Sternen

Einzigartig und nur mit dem Sea-Dream Yacht Club zu erleben: Schlafen unterm Sternenhimmel. Wer dieses Highlight genießen will, muss vorab an der Rezeption reservieren. Am besten wählt man eine Nacht, in der die Yacht ankert. Für das exquisite Open-air-Erlebnis werden die 20 Balinesischen Traumbetten auf Deck sechs, die tagsüber als Sonnenliegen dienen, gegen 22 Uhr mit Bettzeug eingedeckt. Unterm Mondlicht träumt man dem Morgen entgegen, wacht beim Sonnenaufgang mitunter kurz auf, genießt den Anblick - schläft wieder ein oder holt sich auf der Kommandobrücke einen Kaffee. Der Kapitän, der denFahrplan bei schlechtem Wetter zum Komfort der Gäste auch kurzfristig ändert, freut sich immer über Besuch. Nur beim Hafen-Ein- und Auslaufen ist ein solcher untersagt.

Frühmorgens ist auch schon der Pariser Executive Hotel Manager Christophe Cornu auf den Beinen. Er kontrolliert penibel die Standards auf der Yacht, also ob die Kellner alles richtig eingedeckt haben, ob an den Büfetts alles perfekt platziert ist. Und er begleitet mit dem Küchenchef (kostenlose) kulinarische Landgänge, bei denen auf Märkten Delikatessen geshoppt und verkostet werden. Etwa in St-Tropez, wo wir uns am Place aux Herbes an feinsten Weinen und Käsesorten laben. Auf dem kleinen Tagesmarkt hinter dem berühmten Café Senequier kaufen auch die Eigner der anderen feudalen Luxusyachten, die im Hafen ankern, ein. Freude: Unsere SeaDream I ist die Größte von allen.

Häfen mit Charme

Kleine, sehenswerte Häfen sind das bevorzugte Ziel der SeaDream Yachten. Im Mittelmeer gleicht keine Route der anderen. Bei unserer Cruise entlang der malerischen südfranzösischen Küste ankern wir in der schönen Bucht vor Cassis. Hier wird eine geführte Tour ins zauberhafte Städtchen Aix-en-Provence angeboten. Im entzückenden Städtchen Sanary-sur-Mer, in dem sich nach dem Ersten Weltkrieg viele Literaten angesiedelt haben (u. a. Thomas Mann, Franz Werfel und Stefan Zweig) spazieren wir die einladende Küstenpromenade entlang.

Auf der 7,5 km langen und 3 km breiten, naturbelassenen Insel Porquerolles baden wir am Silberstrand. Alle Urlauber sind hier zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Im touristischen Ort Le Lavandou schlendern wir durch die nette Altstadt. Der internationalen Schickeria begegnen wir in St-Tropez, Giorgio Armani ist um Mitternacht in Begleitung seiner Bodyguards unterwegs. Das herausgeputzte Monte Carlo erkunden wir mit einem kleinen Hop-on-/Hop-off-Bus. Im charmanten Nizza flanieren wir über die berühmte Promenade des Anglais, speisen gut und günstig in einem Fisch-Restaurant am Strand.

Fazit: Mit dem SeaDream-Yacht Club werden Seeträume wahr!

Info

Seadream Yacht Club
Gründer und Eigner ist der norwegische Unternehmer Atle Brynestad, der die beiden Seabourn-Goddess-Luxusyachten (Indienststellung 1984/85) 2001 kaufte, neu gestaltete und in SeaDream I und SeaDream II umbenannte.

Seadream I und II
Die baugleichen Yachten sind jeweils 104,8 m lang und 14,6 m breit, verfügen über 5 Decks und 56 Außenkabinen, fassen 112 Passagiere und 95 Crew-Mitglieder. Die Standardkabinen haben 18 m², die Commodore Suiten 36 m², die Admiral Suite ist 35 m² groß, die Owners Suite 42 m². Alle bieten Massagedusche, Bulgari-Pflegemittel, Flachbild-TV, CD- und DVD-Spieler, Minibar, Safe. 24-Stunden-Zimmerservice ist obligat. Die Yachten verfügen über Außenpool, Whirlpool, Bibliothek, Balinesische Betten; der Spa bietet Massageräume, Sauna, Fitnessgeräte. Bordsprache ist Englisch, Bordwährung US-Dollar.

Kreuzfahrtpapst Douglas Ward hat in seinem Berlitz Cruise Guide 2012 die beiden SeaDream-Yachten in der Bewertungsklasse 50 bis 200 Passagiere (Boutiqueschiffe) einmal mehr zu den besten der Welt gewählt.

Inkludiert
Vollpension, selektierte Weine, Bar-Getränke, iPod- und Laptop-Service sind im Reisepreis ebenso enthalten wie Trinkgelder und Sportangebot (Jet-Ski, Segeljolle, Kajak, Wasserski, Banana-Boot, Golf-Simulator, Mountainbike, Schnorcheln).

Nicht Inkludiert
Geführte Landausflüge, Spa-Anwendungen, Wäsche-Service

Fahrtgebiete
Von Mai bis Oktober laufen SeaDream I und II kleine, elegante Häfen entlang der westlichen Mittelmeerküste, in der Adria und der Türkei sowie die griechischen Inseln an. Im Winter kreuzen die Luxus-Yachten in der Karibik.

Info & Buchung:
Gulliver's Reisen,
Palais Esterhazy,
Wallnerstraße 4, 1010 Wien,
Tel.: 01/533 44 00, sowie in allen anderen Gulliver's-Reisen-Filialen.
www.gulliverskreuzfahrten.at

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