Rundumadum

© Gerhard Deutsch

Rundumadum
07/30/2012

Rundumadum

Biodiversität auf Wienerisch: In einem Tümpel im Ottakringer Wald tummeln sich Schildkröten, knallorange japanische Kois und daneben schlammfarbene heimische Karpfen.

von Uwe Mauch

"Die Kois und die Schildkröten wurden ausgesetzt", weiß David Jandl, der Revier leitende Förster. Mehr Sorge als die Kois bereiten ihm jedoch seine eigenen Artgenossen, vor allem jene, die ihren Unrat im Wald zurücklassen. Auch heute sammelt Jandl auf seinem Kontrollgang leere Cola-Dosen, Zigarettenpackerln und mehr ein.

"Rundumadum" steht auf einem leicht zu übersehenden Wegweiser, der an einem mächtigen Eichenstamm befestigt ist. "Rund herum" heißt das ins Hochdeutsche übersetzt. Der Wanderweg wurde 2005 zum 100-Jahr-Jubiläum des Wiener Grüngürtels vom Forstamt der Stadt Wien angelegt, ursprünglich nur für eine Saison. Doch aufgrund des positiven Echos ist er heute eine Dauereinrichtung.

Unterwegs zu sehen und auch zu hören: Der Ottakringer Wald ist ein Juwel für Vogelforscher: Grün-, Bunt- und Schwarzspecht – hier sind praktisch alle Spechtarten vertreten. Dabei lässt sich nicht verheimlichen, dass die Fußmärsche durch Simmering, Favoriten, Floridsdorf und die Donaustadt weniger Naturerlebnis bieten als der Ottakringer Wald.

Hier oben auf dem Schottenhof kann es hingegen vorkommen, dass man minutenlang keinem Menschen begegnet. Zeit, dass Förster Jandl seine berufliche Gratwanderung erklärt: "Einerseits freut es uns natürlich, wenn möglichst viele Menschen ihre Freizeit in der Natur verbringen. Andererseits ist es so nah an der Großstadt oft auch zu viel des Guten."

Beispiel Totholz: Den Spaziergängern und Wanderern liegt es im Weg, für die Regeneration des Waldes ist es jedoch enorm wichtig. Hier im Grüngürtel wird einem immerhin klar, warum Wien ebenso viel Wald- wie verbaute Fläche aufweist.

Der Rund-Weg ist ein Zusatz-Angebot zu den Stadtwanderwegen. In 24 auch für Ungeübte zu bewältigende Etappen kann die Großstadt entweder ganz oder abschnittweise umrundet werden. Das absolut Angenehme daran: Jeder Start- und jeder Zielpunkt ist mit den Wiener Linien erreichbar.

Weiter geht es indes mit dem Förster, der täglich mehrere Kilometer im Wald unterwegs ist: Jetzt durch den Dehnepark in Penzing. Vor Zecken fürchtet er sich nicht. "Die lauern in erster Linie auf den Wiesen." Mehr Ärger hat er da schon mit den Hundebesitzern: "Viele wollen nicht einsehen, dass sie ihren Hund entweder angeleint oder mit Beißkorb durch den Wald führen müssen." Jandl ist jedenfalls um Deeskalation bemüht.

Am Ende äußert der Waldhüter noch einen großen Wunsch: "Dass die Wanderer ihren Mist einfach in ein Plastiksackerl stecken und dieses im Rucksack mit nach Hause nehmen."

Wien wunderbar: 14 Stadtwanderwege

Rundumadum

Der Wanderweg rund um Wien ist 120 km lang und führt in exakt 24 Etappen (siehe Grafik unten) gegen den Uhrzeigersinn durch den Grüngürtel der Großstadt.

Die Route im Überblick

Von Nussdorf geht es zunächst auf den Cobenzl, von dort weiter in sieben Etappen nach Rodaun. Auf dem Weg liegen ferner der Wiener- und der Laaer Berg, der Zentralfriedhof, die Lobau, der Bisamberg und die Donauinsel.

Stadtwanderwege

Neben dem Rundumadum-Wanderweg gibt es 13 weitere Stadtwanderwege – die ersten wurden schon vor dreißig Jahren für die Wiener Wanderer angelegt. Sie können je nach Länge der Route(7 bis 15 km) in 3 bis maximal 5 Stunden gegangen werden.

Mehr Infos Wanderpass, Wegbeschreibungen samt Detailkarten im Internet unter www.natuerlichwien.at/rundumadum

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