Rom und Barcelona wollen Tourismussteuer

Wer zukünftig in Rom übernachten will, muss mehr zahlen.
Foto: Jerzy-Sawluk/www.pixelio.de

Bereits zwei europäische Städte möchten ihre maroden Kassen durch die Einführung einer neuen Steuer füllen.

Mitten in den Sommermonaten, in denen sich die Touristen in den Städten Europas tummeln, drohen zwei Städte mit künftigen Tourismussteuern. Barcelona möchte den Schritt als erste spanische Stadt wagen und auch Rom will sich dieser Idee anschließen.

Rom erwägt Abgaben bis fünf Euro


In der italienischen Hauptstadt werden die Pläne für die Einführung einer Tourismussteuer immer konkreter. Die Abgabe soll ab kommenden Jänner verrechnet werden und kann von einem bis fünf Euro pro Nacht variieren. Der höchste Betrag soll sich allerdings nur auf Luxushotels beziehen. Der Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, will damit die Kassen der italienischen Hauptstadt auffüllen. Laut der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" könnte diese Steuer der Stadt 80 Millionen Euro pro Jahr einbringen. Die Abgabe soll dazu beitragen, dass die Erhaltung von Monumenten, Denkmälern und Ähnlichem finanziert werden kann.

Kritik vom Hotelierverband

Wer zukünftig in Rom übernachten will, muss mehr zahlen. Foto: Jerzy-Sawluk/www.pixelio.de Wer zukünftig in Rom übernachten will, muss mehr zahlen.

Natürlich gab es auch von italienischer Seite Kritik an dem Vorschlag. So sprach der Präsident des Hotelierverbandes Federalberghi, Guiseppe Roscioli, von einer einseitigen Steuer, "die den Tourismus, einen der wichtigsten Bereiche für die römische Wirtschaft, besonders hart trifft." Möglich wird die Einführung einer solchen Steuer erst durch das neue Sparpaket, das die Regierung Berlusconi beschlossen hat. Die Stadtgemeinde Rom ist derzeit so stark verschuldet, dass sie 500 Millionen im Jahr auftreiben muss, um ihre Verschuldung in Höhe von 9,6 Milliarden Euro einzudämmen.

Die geplante Abgabe von bis zu fünf Euro pro Nacht wäre relativ teuer, denn in anderen Städten wie Paris, schwankt der Betrag von 20 Cent bis 1,50 Euro pro Person, Kinder genießen meistens Sonderregelungen.

Auch Barcelona überlegt

Wer zukünftig in Rom übernachten will, muss mehr zahlen. Foto: Jerzy-Sawluk/www.pixelio.de Wer zukünftig in Rom übernachten will, muss mehr zahlen.

In der katalanischen Hauptstadt möchten die zuständigen Behörden mit dieser möglichen Taxe ihr Budget sanieren, da die Regierung in Madrid die staatlichen Zuschüsse für die Tourismusförderung kürzen will. Durch die Einführung einer Touristensteuer könnten die Katalanen die entgangene Förderung wieder ausgleichen. Laut der katalanischen Zeitung "La Vanguardia" solle die Steuer vollständig für die Fremdenverkehrsförderung ausgegeben werden. Es wäre die erste Stadt in Spanien, die einen derartigen Obolus von ihren Urlaubern verlangen würde. Derzeit wurde die Abgabe allerdings noch nicht beschlossen.

Kurtaxe gibt es in Paris

Wer zukünftig in Rom übernachten will, muss mehr zahlen. Foto: Jerzy-Sawluk/www.pixelio.de Wer zukünftig in Rom übernachten will, muss mehr zahlen.

In Paris existiert bereits seit 1994 eine Kurtaxe. Üblicherweise wird dieser Obolus gleich in der Unterkunft verrechnet. Diese Taxe ist im Zimmerpreis nicht inbegriffen und wird üblicherweise vom Hotelbetreiber verlangt. Diese Abgaben sind für die Entwicklung und Förderung des Tourismus in Paris bestimmt.

Nun bleibt zu hoffen, dass sich neben diesen Städten nicht noch andere Touristenattraktionen entschließen in nächster Zeit ihre Finanzen durch Tourismussteuern oder Kurtaxen aufzubessern. Dann würden Urlauber wirklich kräftig zur Kasse gebeten.

(KURIER.at / Lydia Kozich, apa) Erstellt am
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