© Franz Gruber

Regatta
07/15/2013

Wer ist schneller in Salzburg?

Auto- gegen Rad- und Zugfahrer: Er oder Ich?

von Uwe Mauch

Sommer, Urlaub, Reisezeit. Viele Österreicher suchen in diesen Tagen das adäquate Verkehrsmittel. Eine von vielen Fragen, die sich auftut: Wie kommt man am schnellsten, bequemsten und preisgünstigsten von Wien zu den Salzburger Festspielen?

Der Herausforderer

Schon vor ein paar Tagen wurde in meinem Blog auf KURIER.at nachgehakt: Wer wagt es, mit seinem Automobil gegen mich anzutreten? Meine Fahrzeuge wären: Ein britisches Faltrad und der ÖBB-Railjet. Mit einem Hinweis für alle Unbelehrbaren: Der Zug fährt in 2:22 Stunden von Wien West zum Salzburger Hauptbahnhof. Von dort ist es nur ein Katzensprung bis ans Ziel.

Und dann meldete sich ein Unbelehrbarer ...

Richard Haderer heißt der Mann, 33 Jahre ist er alt. Ein leidenschaftlicher Autofahrer und ein Fan von großen, schönen, teuren Autos ist er auch. Quasi ein Minderheitenvertreter. Haderer ist Konzeptionist bei einer Wiener Online-Agentur und Video-Blogger (www.hdrr.at).

Sein schöner Wagen kostet rund 140.000 Euro, verfügt über zig Annehmlichkeiten und 265 Pferdestärken. Eigentlich gar nicht so viel, denn der Railjet wird von 10.000 PS angetrieben.

Seine Motivation erklärt Haderer so: „Alle sagen, dass man mit dem Zug schneller nach Salzburg fahren kann als mit dem Auto. Ich will es jetzt genau wissen.“ Autobahn-Baustellen hin, Salzburger Festspiele her, der Autofahrer rechnet sich realistische Chancen aus.

Gestartet wird das ungleiche Rennen auf dem Wiener Heldenplatz, Zieleinlauf ist vor dem Großen Festspielhaus in Salzburg.

Damit unserem Asphalt-Optimisten auf der A1 nicht die Pferde durchgehen und er nicht allzu weit über die Tempolimits hinausschießt, wird sicherheitshalber ein Jurist vom ÖAMTC auf seinem Beifahrer-Sitz Platz nehmen, als einer von zwei Referees. Peter Nejedly vom Touringclub sieht die Kombination aus Rad und Schiene im Vorteil: „Dazu muss man sagen, dass der Redakteur Österreichs derzeit einzige Hochgeschwindigkeitsstrecke nützen kann. Ganz anders würde eine Regatta zum Beispiel von Wien nach Zell am See ausgehen, vielleicht noch mit Umsteigen in Salzburg. Und bei einem Vergleich auf der Südstrecke nach Graz käme es auf jeden Fall zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen.“ In weiten Teilen Niederösterreichs, wo zuletzt etliche Bahnverbindungen eingestellt wurden, sei eine Wettfahrt sogar undenkbar.

Die bessere Wahl

Gut, aber es geht nun mal zu den Festspielen nach Salzburg. Das weiß auch Nikolaus Resch, Mitarbeiter beim Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Er wird als zweiter Schiedsrichter mit der Bahn mitfahren. Seine Erwartungen für das Rennen: „Egal wer am Ende schneller am Ziel ist, der sanft Mobile hat nicht nur für die Umwelt und das Klima die bessere Wahl getroffen. Außerdem ist die Bewegung beim Radfahren gesund und hält fit. Die Zeit beim Bahnfahren kann er dann zum Arbeiten, Lesen oder zum Erholen nützen. Mit der Bahn ist er auch deutlich sicherer unterwegs als mit dem Auto.“ Was für das Fahrrad in der Wiener und Salzburger Innenstadt so nicht gilt. Immerhin sprechen die weitaus niedrigeren Kosten eindeutig für Rad & Bahn.
Autofan Richard Haderer erkundigte sich vor dem Start bei seinem Kontrahenten: „Soll ich dir nach meiner triumphalen Ankunft in Salzburg schon einmal einen Kaffee bestellen?“ Eine kühne Frage. Oder doch nicht? KURIER-Leser können bis 24. Juli, 24 Uhr ihre Prognose abgeben: Wer wird am Ende Erster in Salzburg sein?

KURIER-Redakteur Uwe Mauch bloggt täglich seine Ansichten von unterwegs. Sehen Sie dazu auch ein kurzes Video und voten Sie für Ihren Favoriten.

Auto vs. Rad & Bahn

Wer ist schneller in Salzburg?

Gas- gegen Radpedal: Die Kontrahenten

Der Autofahrer

Richard Haderer, 33, leidenschaftlicher Autofahrer, Online-Konzeptionist und Video-Blogger.

Sein Gefährt

Mercedes CLS 350 Shooting Brake (vulgo Kombi), 265 PS, 250 km/h Top Speed, 1,8 Tonnen, 6 Liter Diesel pro100 km. Neupreis: rund 140.000 €.

Der Radfahrer

Uwe Mauch, 47, leidenschaftlicher Rad- und Bahn- fahrer, KURIER-Redakteur und Blogger auf KURIER.at

Seine Gefährte

Brompton-Faltrad, 1 PS, 30 km/h Top Speed, Neupreis: 1300 €. Sowie: ÖBB-Railjet, 10.000 PS, 275 km/h Top Speed. WienSalzburg von 25 bis 102,40 €.

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