Indien

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Indien
05/09/2014

Drei Geheim-Orte im Goldenen Dreieck

Krishnas Geburtsort Mathura, der Stufenbrunnen von Abhaneri und eine Stadt namens "Rinderwahn": Was es abseits des berühmten Taj Mahal in Nordindien noch zu entdecken gibt.

von Claudius Rajchl

Das berühmte Taj Mahal in Agra, der Palast der Winde in der rosaroten Stadt Jaipur und das Humayun-Mausoleum in Delhi: Monumentalbauten wie diese stehen auf der Besichtigungsliste jeder Rundreise durch das "Goldene Dreieck" im Norden Indiens. Ich habe auf meinem jüngsten Indien-Trip Abstecher zu außergewöhnlichen Orten unternommen, an denen man abseits der Touristenpfade noch das ursprüngliche Indien in seiner bizarren bunten Vielfalt erleben kann. Diese drei Schauplätze lohnen Umwege:

1. Mathura: Wo Krishna geboren wurde

Etwa 60 Kilometer nördlich von Agra dreht sich alles um die beliebteste göttliche Reinkarnation der Hindus: Hier wurde angeblich in einer Gefängniszelle Krishna geboren, der nicht zuletzt wegen seiner schelmischen Kindheitsstreiche verehrt wird: Als Kind soll er Butter und Süßigkeiten geklaut haben, als Jugendlicher mit den Mädchen des Ortes seinen Spaß gehabt haben. An der Stelle der Zelle befindet sich heute ein Tempel, und die Lockerheit Krishnas fehlt hier ein bisschen: Strenge Wächter, strenges Fotografierverbot. Das liegt auch daran, dass der 1975 erbaute Tempel direkt an eine Moschee angrenzt, die schon früher da war - ab dem 17. Jahrhundert. So pilgern Hindus und Muslime durch verschiedene Eingänge aus unterschiedlichen religiösen Motiven an denselben Ort. Beeindruckend sind auch die Ghats vor den Toren Mathuras - traditionelle Badetreppen für rituelle Waschungen. Bei meinem Besuch goss es gerade in Strömen, die ritualen Waschungen fielen also aus. Das urige indische Alltagsleben macht dennoch keine Pause: Gehupe, Motorräder und vorsintflutliche Klein-Lkw und heilige Kühe, die unbehelligt von einem Stand Süßigkeiten stibitzen: Ob da Krishna immer noch sein Spiel treibt?

2. Vrindavan: Krishna-Kult & Rinderwahnsinn

Zehn Kilometer von Mathura entfernt liegt Vrindavan. Lesen Sie das mal laut. Klingt wie "Rinderwahn", und die Assoziationen sind gar nicht einmal zu weit hergeholt. Was sich dieser Stadt an einem ganz normalen Tag abspielt, ist so absurd, dass selbst passionierte Reisende Erzählstoff haben, wie selten zuvor. Hier soll Krishna seine Jugend verbracht haben, und die ganze Stadt ist von Tempeln unterschiedlicher Größe übersät. Durch die Marktgassen drängen sich Pilger, Straßenhändler, bizarre Gestalten in bunten Gewändern, ein Hochzeitszug mit Bräutigam auf einem Pferd und schriller Musik, eine Blaskapelle und natürlich Kühe. Und: Affen. Wenn Sie Brillenträger sind, passen Sie bloß auf Ihre Sehbehelfe auf. Die frechen Tiere haben es darauf abgesehen. Schon wieder ein Streich Krishnas?

Bei den Marktständen bekommen Sie alles, was Sie als Pilger Krishna opfern wollen: Blumen, hübsche Kleidchen, blinkende Devotionalien und Süßigkeiten aus geklärter Butter. Die müssen sie nicht opfern, die dürfen Sie auch selber probieren. Sehr süß.

Wenn Sie sich von den Mantra-Gesängen der Krishna-Jünger mitreißen lassen wollen, sollten Sie dem Iskcon-Tempel einen Besuch abstatten: Da wird rund um die Uhr gesungen (siehe auch Tipps). In meinem Video bekommen Sie hautnah einen Eindruck, wie es in Vrindavan zugeht.

3. Der Stufenbrunnen von Abhaneri

Auf dem Weg von Agra, der Stadt mit dem Taj Mahal, dem berühmtesten Grabmahl der Liebe, zur rosaroten Stadt Jaipur empfehle ich Ihnen einen Abstecher nach Abhaneri. In dem kleinen Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben ist und mit mittelalterlichen Methoden Landwirtschaft betrieben wird, verbirgt sich hinter unscheinbaren Mauern ein architektonisches Meisterwerk: ein Jahrhunderte alter Treppenbrunnen, ein riesiges Wasserreservoir, das für die Bewässerung diente, aber auch das nötige Nass für Rituale beim benachbarten Tempel bot. Es ist ein beschaulicher Ort, nur wenige Touristen verirren sich hierher, obwohl hier im elften Jahrhundert ganze Karawanen vorbeizogen.

Gratis essen & Krishna besuchen

So isst Indien

Sagen Sie in Indien niemals, dass Sie es scharf haben wollen. Das kann Ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. Ich habe das genau ein einziges Mal getan und eine Woche lang an den Folgen einer entzündeten Zungen gelitten. Als Tourist werden Ihnen in der Regel gemilderte Speisen serviert, und die können auch noch schön scharf sein.

Hier eine Auswahl von fünf typischen Gerichten, die es sich lohnt auf Ihrer Reise durch Nordindien zu probieren:

  1. Paneer Makhani: Käse mit Tomaten, Zwiebeln und Oberssauce.
  2. Dal Tadka: Gelbe Linsen mit Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten und Gewürzen.
  3. Dal Makhani: Schwarze Linsen mit Oberssauce.
  4. Murgh Tikka: Huhn aus dem Lehmofen (Tandoor), auch Tandoori Chicken genannt.
  5. Murgh Lababdar: Huhn mit einer würzigen Sauce aus Knoblauch, Zwiebeln und Gewürzen.

Als Universalbeilagen dienen Reis und Fladenbrot (Naan). Tipp: Besonders gut schmeckt Naan frisch aus dem Ofen mit Knoblauch (garlic Naan).

Zum Verdauen kauen die Inder gerne Saunf - Anis mit Zucker. Sehr bekömmlich!

Rezept zum Download: Kartoffel Bhaji

Auf den Spuren Krishnas

KURIER-Leser können die klassische Nordindien-Rundreise mit den drei außergewöhnlichen Orten Mathura, Vrindavan und Abhaneri zum super Preis ab 1099 € kombinieren: Raiffeisen Reisen bietet zu sechs Terminen zwischen September 2014 und Februar 2015 neuntägige Rundreisen an. Inkludiert sind Austrian-Flüge ab/bis Wien, sieben Nächte in sehr guten Mittelklassehotels, Halbpension, alle Ausflüge, Rikschafahrt in Jaipur, Elefantenritt in Fort Amber und die Krishna-Abendzerremonie in Vrindavan. Durchgehend werden Sie von einem deutschsprachigen Reiseleiter betreut, auch ein Reisehandbuch ist im Preis inbegriffen.

Weitere Highlights der Rundreise: Rote Fort in Delhi, das rote Fort und das Weltwunder Taj Mahal in Agra, die verlassene Palaststadt Fatehpur Sikri, Palast der Winde in Jaipur, Palastanlage Fort Amber.

Termine: 5. bis 13. 9. sowie - gegen 100 € Terminzuschlag - 6. bis 14. 10., 9. bis 17. 11., 4. bis 12. 12. 2014 sowie 6. bis 14. 1. und 3. bis 11. 2. 2015.

Info & Buchung: in allen Raiffeisen Reisebüros, Tel. 0676/ 830 75 400, eMail: info@raiffeisen-reisen.at

Anreise & beste Reisezeit

Flug:Austrian fliegt sechs Mal wöchentlich WienDelhiWien. Hin/retour ab 547 €,www.aua.com

Beste Reisezeit: Oktober bis März bei gemäßigten Temperaturen zwischen 23 und 33 Grad. Ende Juni bis Anfang Oktober Monsunzeit.

Sicherheit: Die Region im Goldenen Dreieck zwischen Delhi, Agra und Jaipur gilt als sicher. Alleinreisenden Frauen wird wegen gehäufter Vergewaltigungen empfohlen, sich nachts nicht alleine in Straßen abseits der Touristenströme zu bewegen.

Währung & Preisniveau: 1 € entsprechen ca. 82 Rupien. Mahlzeit in einem guten Restaurant ab ca. 4 €, im Hotel ca. 10 €, Eine Flasche Wasser ca. 20 Cent. Bier ist vergleichsweise teuer: ab ca. 1,50 €.

Hotel-Tipp: The Fern in Jaipur: Modernes Öko-Hotel mit netter Bar, wo sich auch die junge Szene Jaipurs zum Clubbing trifft. www.fernhoteljaipur.com

Auskünfte: Indische Fremdenverkehrszentrale in Frankfurt/Main, ☎ 004969/ 242 94 90, www.incredibleindia.org

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