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Reise
05/21/2019

Overtourism: Flughafen als Fluch von Machu Picchu

Die berühmte Inkastadt in den Bergen Perus soll durch einen neuen Airport noch besser erschlossen werden. Forscher und Umweltschützer protestieren.

"Es ist eine Landschaft mit Terrassen und Wegen, von den Inkas kunstvoll angelegt. Ein Airport hier würde alles zerstören", sagt Natalia Majluf, eine peruanische Kunsthistorikerin an der Cambridge University im Gespräch mit The Guardian. Doch die Bagger rollen bereits. Nahe der Lagune Puray, die eingebettet in einem grünen Andental liegt, soll ein internationaler Flughafen entstehen. Fotos zeigen die braunen Wunden in der grünen Gebirgslandschaft.

Der Airport Chinchero soll noch mehr Touristen noch leichter in die weltberühmte Inkastadt aus dem 15. Jahrhundert bringen. Schon jetzt sind es 1,5 Millionen Touristen pro Jahr. Zu viele, sagen Archäologen und Umweltschützer. Für sie ist der Bau eine Katastrophe. Majluf hat auch eine Petition gestartet, die das Projekt stoppen soll. Doch die Chancen der Petition sind gering. Die Regierung steht hinter dem Projekt, Baukonzerne aus Südkorea und Kanada stehen laut Bericht Schlange.

Derzeit kommen viele Machu-Picchu-Besucher über den Flughafen "Aeropuerto Internacional Alejandro Velasco Astete", der im südlichen Stadtgebiet von Cusco liegt. Der neue Flughafen - die Baustelle liegt rund 30 Kilometer nördlich vom bestehenden - würde schützenswerte Landschaft zerstören, so das Argument der Kritiker.

Zugangsbeschränkungen

Erst vor wenigen Tagen gab die peruanische Regierung bekannt, den Zugang zu drei wichtigen Sehenswürdigkeiten in der historischen Inkastadt Machu Picchu einzuschränken. Der Zutritt zum Sonnentempel, dem Tempel des Kondors und dem Intihuatana-Stein des UNESCO-Welterbes wird derzeit für einen Zeitraum von zwei Wochen streng kontrolliert.

Die Maßnahmen seien "angesichts der Anzeichen des Verfalls notwendig, um Machu Picchu zu bewahren", erklärte das Kulturministerium. Fast 6000 Besucher dürfen die berühmte Inka-Stätte aus dem 15. Jahrhundert täglich in zwei Touren betreten. Die Touristenströme haben eine zerstörerische Wirkung auf die jahrhundertealten Steinoberflächen.

Vom 15. bis zum 28. Mai bleiben Touristen nun lediglich drei Stunden, um die genannten drei Bereiche zu besuchen. Die Behörden wollen in der zweiwöchigen Testphase die Auswirkungen der neuen Maßnahmen evaluieren bevor ab dem 1. Juni dauerhaft neue Regeln gelten sollen.

Impressionen der Inkastadt

1911 wiederentdeckt

Das vom Inkaherrscher Pachacútec erbaute Machu Picchu war im Juli 1911 vom US-Archäologen Hiram Bingham für die Wissenschaft entdeckt worden. Heute gehören die Ruinen zu den bekanntesten archäologischen Stätten der Welt. Im Jahr 1983 wurde die auf einem Bergrücken in 2500 Meter Höhe gelegene Inkastadt in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.