Ljubljana: Unterwegs in der Stadt am Fluss

Die slowenische Universitätsstadt gilt als neuer Fixstern am Himmel der Städtereisen. Am besten lernt man Ljubljana zu Fuß kennen, wir haben einen Tipp für einen Spaziergang entlang des Flusses.

Ljubljana (deutsch Laibach) ist vor allem für alle im Süden lebenden Österreicher einen Tagesausflug wert. Von Klagenfurt aus erreicht man die größte Stadt Sloweniens in rund einer Stunde. Für alle, die länger anreisen müssen, empfiehlt es sich, gleich ein paar Tage in Ljubljana zu verweilen. Zu tun gibt es einiges, wir haben als Vorgeschmack einen Tipp für einen Stadtspaziergang für Sie, und zwar entlang des linken Ufers der Ljubljanica (am Bild zu sehen), dem Fluss, der durch Ljubljana fließt. 

Fotos aus dem Buch Ljubljana - Die jugendliche Stadt am Fluss von Barbara Drexler Vujčič; Fotos von Johannes Puch Vom zentralen Prešeren Platz mit der Fanziskanerkirche führen sternförmig sechs Straßen/Gassen weg. Beginnt man den Spaziergang auf der Wolfova Straße, die ihren Namen dem slowenisch-österreichischen Komponisten Hugo Wolf verdankt, folgt man dem wunderschönen Jugendstilhaus an der Ecke, ... ... dem Haus Nummer 4, an dessen Fassade sich im ersten Stock die Büste von Julija Primic befindet. Primic war France Prešerens große Liebe und Muse und einem guten Beobachter wird nicht entgehen, dass ihr Blick Richtung Prešeren-Denkmal (rechts im Bild) gerichtet ist. Der erste Torbogen auf der rechten Seite bringt uns in den Durchgang Knafelj, der noch vor etwas mehr als 10 Jahren völlig verwahrlost war und dem neues Leben vor allem das dort in einer alten Brauerei errichtete Spitzenrestaurant "As" einhauchte. Hier ein Blick auf die Inneneinrichtung des "As". Heute ist der Durchgang vor allem im Sommer beliebter Treffpunkt, da die Lokale sich vermehrt haben und die Gastgärten einladend gestaltet wurden. Der Durchgang Knafelj ist auch die Fußwegverbindung mit der Hauptstraße Slovenska cesta. Folgt man der Wolfova cesta (Wolfova Straße) öffnet sich nach einigen Metern der Kongressplatz, die viele bedeutende Gebäude der Stadt umgeben. Seine heutige Gestaltung geht auf Jože Plečnik zurück, nach dessen Plänen auch der offene Platz, der heutige Parkplatz, gepflastert wurde, der aber demnächst wieder in eine Grünfläche umgewandelt werden soll, da unter dem Platz eine Tiefgarage entsteht. Einen großen Teil des Platzes nimmt der Sternpark (Park Zvezda) ein. Der Park hat auch einen Musikpavillion, der aber leider in den vergangenen Jahren ungenutzt blieb und sich hoffentlich bald wieder freundlicher Klänge erfreuen kann. 

Außerdem steht am nördlichen Ende das Gebäude Kazina, das in den Jahren 1836 bis 1838 erbaut wurde und eines der schöneren neoklassizistischen Bauwerke der Stadt ist. Die Slowenische Philharmonie am östlichen Rand kann bereits auf eine mehr als 300-jährige Tradition zurückblicken. Das Palais der Slowenischen Philharmonie aus dem Jahr 1881 wurde vom Architekten Adolf Wagner entworfen. Schräg gegenüber thront das Gebäude der heutigen Universität von Ljubljana, erbaut als Krainer Landespalais, das Sitz des ehemaligen Krainischen Landesrates war und worin auch der Landeshauptmann des Herzogtums Krain seinen Sitz hatte. 

Nach dem Erdbeben 1895, als das Gebäude fast völlig zerstört wurde, entschloss man sich ein neues zu errichten, allerdings war der Bau mit nicht unwesentlichen Kosten und vielen Problemen sowie einer langen Bauzeit verbunden. Die Herrengasse (Gosposka ulica) führt direkt zum Freilufttheater Križanke, vorbei an der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Diese befindet sich in einem barocken Palais, das auch Landhaus (Lontovž) genannt wurde. Seine heutige Fassade erhielt das Palais Ende des 18. Jahrhunderts. Es war einst der Sitz der Landstände und Schauplatz von Gastspielen italienischer Theater. Der Platz vor dem Gebäude war das Zentrum der Aristokratie von Ljubljana, umgeben von Häusern der angesehensten Adelsfamilien des Herzogtums Krain. Die Nationalbibliothek rechts gegenüber ist ein Meisterstück von Jože Plečnik, die als Perle seiner Arbeit bezeichnet werden kann. Das monumentale Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Universität stellt heut ein Kulturdenkmal ersten Ranges dar. Einige Schritte weiter auf der Herrengasse befindet sich das Stadtmuseum im Palais Auersperg, welches Heim einer der reichsten Familien im Lande Krain war. Das barocke Gebäude, das im 19. Jahrhundert eine klassizistische Fassade erhielt, beherbergt seit 1937 das Museum. 
Das Freilufttheater Križanke ist einer der schönsten Veranstaltungsorte Sloweniens mit einer äußerst günstigen Lage mitten in der Stadt. Gestaltet wurde es einmal mehr von Jože Plečnik, der aus dem ehemaligen Kloster der deutschen Kreuzritter einen auch akustisch beeindruckenden Ort für Konzerte und Festivals geschaffen hat. Er ist ein magischer, mystischer Ort, der jeden Besucher verzaubert. Die Kreuzrittergasse führt auf gepflasterten Steinen, vorbei am Mini-Theater und dem asiatischen Restaurant Shambala mit wunderschönem Innenhof, an das Ufer der Ljubljanica – Breg.

Folgt man dem Lauf des Flusses über die neue Fußgängerzone entlang des Wassers und macht man nicht Halt in einem der anliegenden Restaurants, ... ... öffnet sich einem bald der Blick auf die Schusterbrücke (Bild) und danach auf das Ziegelrot der Franziskanerkirche. 

Direkt an der Schusterbrücke ist am linken Ufer an der Ecke ein interessanter "Imbiss", dessen Größe einer Telefonzelle gleichkommt. Hier kann man hervorragende Tramezzini und Sandwiches aller Art bekommen, jedoch nur draußen sitzen , da drinnen eventuell vier schlankere Gäste an der Wand lehnen und eine der herrlichen Tagessuppen genießen. Die letzte Brücke vor den Drei Brücken (Bild) ist die hölzerne Fußgängerbrücke, welche die beiden Flussufer verbindet und unter welcher man über fast versteckte Treppen zum Uferlokal "Makalonca" gelangt, einer herrlich entspannenden „Sesselparade“ am Fluss mit abends oft hervorragender Musik. 

Der Prešeren Platz - und damit das Ende des Rundgangs - mit der Franziskanerkirche ist dann nur noch einige Schritte entfernt. Diesen und weitere Tipps für Spaziergänge in Ljubljana sowie City-Infos finden Sie in dem Reiseführer:

Barbara Drexler Vujčič, Johannes Puch (Fotos)
Ljubljana - die jugendliche Stadt am Fluss
Carinthia Verlag, 160 Seiten
19,95 Euro
(KURIER/Laibach) Erstellt am
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