© JFL Photography - Fotolia/JFL Photography/Fotolia

Golf von Neapel
06/14/2015

Kampanien: 7 Tipps für fortgeschrittene Italien-Fans

Von der Hexenküche Solfatara bis zur Waldviertel-Kopie im Schlosspark Caserta: Auch abseits des Vesuv brodelt die Erde.

von Claudius Rajchl

Neapel mit Blick auf den derzeit friedlich schlummernden Vulkan Vesuv. Die bezaubernde Felsenküste von Amalfi. Pompeji, die riesige Ruinenstadt der Antike. Die Insel Capri, das Domizil der Reichen und Schönen – das sind die Highlights der Region Kampanien, die die meisten Italien-Fans kennen. Ich habe abseits der touristischen Rennstrecken sieben außergewöhnliche Orte besucht.

1. Hexenküche von Solfatara

Unglaublich, was sich eine halbe Autostunde westlich von Neapel am Rande eines Campingplatzes mitten im Wohngebiet von Pozzuoli abspielt: Hier brodelt die Erde! Es pfaucht, raucht, qualmt. Stinkt nach Schwefel. "Hier ist das aktivste Vulkangebiet im Golf von Neapel", erklärt mir Guide Robert. "Der Vulkan ist ständig in Bewegung, bis zu einem Zentimeter hebt und senkt sich die Erde."

2. Amphitheater von Pozzuoli

Ein Abstecher nach Pozzuoli lohnt sich aus einem zweiten Grund: Das Amphitheater ist eines der besterhaltenen römischen Gladiatoren-Arenen Europas. Vor allem der antike "Backstage"-Bereich ist beeindruckend – die Hallen für Gladiatoren, Tiere und Kulissen.

3. Schloss von Caserta

Wer sich für Paläste interessiert, kann in der Bourbonen-Residenz locker einen Tag verbringen – schon wegen der gigantischen Dimensionen von Palast und Garten. Hier wurden Filme wie "Star Wars" und "Illuminati" gedreht. Zu sehen ist ein Mix aus vielen Epochen – und so manches Kuriosum: etwa eine neapolitanische Krippe, bei der die heilige Familie eine Nebenrolle spielt und viele Figuren beim Essen dargestellt sind. Auch der botanische Garten ist kurios – künstliches "Waldviertel", Wackelsteine inklusive.

4. Antikes Herculaneum

Die Ruinen-Stadt Pompeji ist schon wegen ihrer Größe ein Muss für jeden Kampanien-Besucher. Aber nur wenige Autominuten entfernt lohnt der Besuch einer anderen antiken Stadt – Herculaneum. Faszinierend: die original erhaltenen Malereien und Holztüren, die den Vesuv-Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. verkohlt, aber doch überstanden haben. Tipp: Besorgen Sie sich in Pompeji ein Kombi-Ticket und sparen Sie ein paar Euro. Das Smartphone-App "Pompeji Touch" (2,65 €) zeigt eindrucksvolle Animationen, wie die antike Stadt ausgesehen haben mag.

5. Beste Aussichten auf Capri

An der Insel der Reichen und Schönen kommt man nicht herum, auch wenn man nicht Fiona Swarovski oder Karlheinz Grasser heißt. Der Touristen-Hotspot ist einfach zu schön, um ihn auszulassen. Auch wenn im Hochsommer Massen die Gassen bevölkern. Fiona-Sandalen mit Swarovski-Kristallen sind der neueste Verkaufsschlager auf Capri. Den besten Ausblick auf die berühmten vorgelagerten Faraglioni-Felsen gibt’s in den romantischen Augustus-Gärten für einen Euro Eintritt. In der Oberstadt Anacapri ist die Villa San Michele ein Anziehungspunkt vor allem für ältere Semester, die den Schauspieler O. W. Fischer verehren. Der hat den einstigen Villenbesitzer hinreißend verkörpert: den schwedischen Arzt und Buchautor Axel Munthe. Sie sollten in Anacapri auch die Kirche San Michele besuchen und dort die Wendeltreppe auf den Chor hinaufsteigen: Von oben haben Sie einen tollen Blick auf das riesige Mosaik "Vertreibung aus dem Paradies" aus dem 18. Jh.

6. Amalfiküste ohne Höhlen-Nepp

Eine der großen Höhepunkte jeder Kampanien-Reise ist zweifelsohne die Amalfiküste mit dem gleichnamigen Hauptort. Bootstouren werden mit oder ohne Besuch der "Grotta dello Smeraldo" angeboten. Aber die fünf Euro Eintritt können Sie sich sparen: Im Akkord-Tempo werden Sie von einem aufdringlichen Bootsguide in der winzigen Höhle im Kreis herumgeführt und bekommen als "Attraktion" eine kitschige Unterwasser-Krippe zu sehen.

7. Orakel fast ohne Touristen

Wenig bekannt ist die Höhle von Cumae, nordwestlich von Neapel. Hier soll in Zeiten der griechischen Kolonialzeit zwischen 700 und 500 v. Chr. das Orakel der Sibylle Wahrsagungen vorgenommen haben. Heute kann man hier imposante griechische und römische Ruinen in einem idyllischen Garten mit Blick auf den Golf von Neapel bewundern und abseits des Touristenrummels verweilen.

Anreise bis Auskunft

Anreise Flug: z. B. WienNeapel via Rom oder Mailand mit Alitalia hin/retour ab ca. 175 €. Günstiger und rascher z. B. mit Air Berlin ab 75 € WienRomWien, weiter nach Neapel mit Bahn oder Mietauto.
– Pkw: WienNeapel ca. 1325 km, 12 Stunden Fahrzeit.

Beste Reisezeit Frühjahr und Herbst bei Temperaturen um 20 bis 27 Grad. Auf dem Vesuv kann das Wetter rasch umschlagen. Windjacke mitnehmen!

Hoteltipps Capo La Gala: eine der besten Adressen im Golf von Neapel. Feine Restaurants, Relax-Zonen, Spa und Pool. Doppelzimmer ab 390 €. www.hotelcapolagala.com
Torre Barbara: nettes Boutique-Hotel in Seiano di Vico Equense. Gute Lage für Tagestouren, super Ausblick auf den Vesuv. Manche Zimmer haben statt Fenster allerdings nur Bullaugen. Doppelzimmer ab 105 €. www.torrebarbara.it

Kulinariktipps Hausgemachte Pasta: La Margherita in Scala bei Ravello, www.lamargheritahotel.it
– Süße Kalorienbomben: Bei Sfogliatella Mary in der Galleria Umberto I. in der Altstadt von Neapel gibt’s u. a. Sfogliatelle (Blätterteigtaschen) und Baba (in Rum getränkter Germteigkuchen).
– Süßes, Saures und G’schmackiges: Im adretten Feinkostenladen Pandorino e Torromacco in der via San Carlo in Neapel finden sich köstliche Mitbringsel, darunter auch die Riesen-Zitronen-Art Cedri.
– Eiskönig: Antonio Cafiero kreiert in Sorrent unzählige Kreationen – köstlich ist sein Zitroneneis, es gibt aber auch z. B. Mozartkugel-Eis. Corso Italia 142, www.primaverasorrento.it

Auskünfte Italienische Zentrale für Tourismus ENIT in Wien, 01/ 505 16 39, www.enit.it

KURIER Special

Raiffeisen Reisen offeriert unseren Lesern im Herbst eine Woche Kampanien zum super Preis ab 599 €. Leser, die bis 30. Juni buchen, bekommen den Ausflug nach Herculaneum inklusive Eintritt geschenkt (Ersparnis: 46 € p. P.).

Inkludiert Flüge Wien-Rom-Wien zu Tagesrandzeiten mit Niki/Air Berlin inkl. Taxen, 6 Übernachtungen mit Halbpension im guten Mittelklassehotel Stabia in Castellmare (oder gleichwertig), alle Transfers, Busfahrten und Besichtigungen (exklusive Eintritte), Ausflüge Sorrent mit Limoncello-Verkostung in einem Likörbetrieb, Pompeji und Vesuv sowie Amalfiküste, Neapel-Stadtrundfahrt am Ankunftstag, österreichische Reisebetreuung durch Robert Binder, lokale deutschsprachige Guides, Reisehandbuch.

Nicht inkludiert EZ-Aufpreis 195 €, Ausflüge Capri inklusive Fähre 95 €, Caserta 45 € sowie alle nicht angeführten Mahlzeiten und Getränke, Service-Honorar (einmalig 39 €).

Termine 23.–29.9. und 13.–19.10. 2015. Termin-Aufpreis 45 € für 29. 9. – 5.10. sowie 6. – 12. 10.2015

Info & Buchung Raiffeisen Reisebüro, Modecenterstr. 16, 1030 Wien, 01/ 313 75 82, buze@raiffeisen-reisen.at

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.