Island im "Schnelldurch­gang"

Nur etwa drei Tage Zeit, aber trotzdem Lust auf Island? Hier Tipps für eine Route, die neben einer Stadtbesichtigung von Reykjavik auch ein wenig Umgebung beinhaltet.

Eigentlich ist ja Unsinn, schnell mal nach Island fahren zu wollen. Leider bleibt einem auch im Urlaub nicht immer die Zeit, die man gerne hätte und Kurztrips werden immer beliebter. 

Die Insel ist auf jeden Fall einen Besuch wert, hier - aus dem Buch Iwanowski's Island, siehe Buchtipp am Ende der Bilderstrecke - ein Routenvorschlag für zwei bis drei Tage Island. Geeignet für alle, die neben einer Stadtbesichtigung von Reykjavik Island im "Schnelldurchgang" erleben möchten. Mit dem sogenannten "Golden Circle" bekommt man einen ersten Eindruck von isländischer Kultur und Natur, einem Troll wird man bei soviel Eile eher nicht begegnen ...

Es folgen die vier Island-Programmpunkte für Flotte. 1. Stadtbesichtigung Reykjavik

Schon die umgebende Landschaft der Stadt ist ganz und gar isländisch. Wer vom Flughafen in Keflavik anreist, durchfährt die fast schon beängstigenden Lava-Felder der Reykjanes-Halbinsel und sieht dann nordöstlich hinter der Stadt Vulkanberge. Für den Kurztrip ideal ist die Reykjavik Welcome Card, die in den Touristeninformationen für einen, zwei oder drei Tage erhältlich ist. Damit kann man den öffentlichen Nahverkehr unbegrenzt nutzen, ...

(Bild: Nordlichter über Reykjavik) ... hat freien Eintritt in die städtischen Schwimmbäder, in viele Museen, bekommt Vergünstigungen in vielen Geschäften und Restaurants und kann die Fähre zur Insel Vioey benutzen. Für einen Rundgang durch das alte Reykjavik sollte man etwa zwei Stunden einplanen. Hier eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten. Ein Fixpunkt ist der Aussichtspunkt am Hafen: von hier aus geht der Blick weit über die Bucht bis hinüber nach Akranes. Makiert ist dieser Platz durch die moderne Edelstahlskulptur von Jon Gunnar Arnason. Das markanteste Gebäude der Stadt ist die Hallgrimsson Kirche. Weithin sichtbar ragt ihr 73 Meter hoher Turm in den Himmel. Unbedingt sollte man mit dem Aufzug auf die Aussichtsterrasse des Turmes fahren - der Blick über die ganze Stadt ist fantastisch. 

Ein beliebtes Fotomotiv ist das Leifur-Eriksson-Denkmal, da sich auf dem dem Freiplatz vor dem Kirchenportal erhebt. Der Stadtsee Tjörnin ist, für einen Stadtweiher ungewöhnlich, einer der wichtigsten Vogelbrutplätze des Landes. Am Kopfende des Sees befindet sich das postmoderne Rathaus. Nicht nur die Architektur des Gebäudes macht einen Besuch lohnend. Im Inneren findet sich eine große topografische Karte des Landes, die den blick für die Dimensionen des Reiseziels öffnet. Weiter geht das Sightseeing unter anderem mit der Touristeninformation. In der gleichen Straße befindet sich auch das älteste erhaltene Haus der Stadt (Nr. 10), es stammt aus den 1770er-Jahren. Von hier aus geht man in Richtung Hafen, wo man schöne Holzhäuser im norwegischen Stil findet. Wer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Reykjaviks schon kennt, für den ist ein Spaziergang durch Laugardalur ein Tipp. 

Zum Beispiel gibt es hier das weiße Holzhaus Höfoi zu sehen; hier fand 1986 der Reykjavik-Gipfel zwischen Gorbatschow und Reagan statt. Ebenso wie das größte Freibad des Landes: Bad Laugardalslaugin. Die natürliche wohlige Wärme von 30 Grad ist besonders im Winter attraktiv, wenn man neben dem dampfenden Freibad die Schneemassen sieht. Und noch eine Sehenswürdigkeit Reykjaviks: Perlan, der Warmwasserspeicher der Stadt. 

Unter dem Wintergarten, in dem Skulpturen und Wechselausstellungen zu sehen sind, schießt im Keller alle 15 Minuten ein computergesteuerter "Geysir" 15 Meter hinauf. 
Im 5. Stock des Gebäudes gibt es eine gute Cafeteria sowie eine Aussichtsterrasse, wo man durch Sprechautomaten über Geografie der Umgebung unterrichtet wird. Lohenswert ist auch ein Ausflug zum Inselchen Vioey, allerdings sollte man da etwas mehr Zeit für die Island-Reise mitbringen. 
Vor allem Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten - auf zwei markierten Wanderwegen kann man das teils sumpfige, teils grasbewachsene Terrain erkunden. 2. "Golden Circle"

Dazu zählt der Besuch von drei "Naturwundern": Thingvellir, Gullfoss (Bild) und ... ... Geysir. Der Geysir Strokkur etwa spuckt alle zehn Minuten eine Fontäne. 3. Bad in der Blauen Lagune

Kein Island-Besuch ohne einem Besuch der Blauen Lagune. Der Touristenmagnet war ursprünglich ein künstlicher See, der sich aus dem abfließenden Wasser des Geothermalkraftwerks von Svartsengi speist. Es kommt aus etwa 2000 Meter Tiefe (wo es 240 Grad heiß ist) und versorgt umliegende Ortschaften mit Warmwasser und Strom. Schon bald zog das surreal wirkende blaue Wasser Einheimische, und dann Touristen an. Mittlerweile gibt es zur Blauen Lagune Bustransfers und Sightseeing-Fahrten. 4. Walbeobachtung ab Reykjavik

Husavik ist das Zentrum des Whalewatching in Europa, und immer mehr Anbieter entsprechender Touren lassen sich hier nieder. Die Anbieter unterscheiden sich kaum in Preis und Leistung und fahren in schön restaurierten alten Fischerbooten hinaus. Zu den größten Anbietern zählen North Sailing und Gentle Giants. Buchtipp

Diese und viele weitere Tipps für individuelle Island-Entdecker finden Sie in dem Buch

Lutz Berger
Island - Reiseführer von Iwanowski [Broschiert]
Iwanowski Verlag, 420 Seiten
19,95 Euro
(KURIER.at) Erstellt am
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