Bilder aus dem Gotthard-Basistunnel

© APA/AFP/FABRICE COFFRINI

Gotthard-Basistunnel
06/01/2016

Die längsten Tunnel der Welt

Heute wird der Gotthard-Basistunnel eröffnet und löst den Seikan-Tunnel in Japan als weltlängsten Tunnel ab.

Der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz ist mit gut 57 Kilometern Bahnstrecke der längste Tunnel der Welt. Er löst den 1988 eröffneten Seikan-Tunnel als bisherigen Rekordhalter ab. Die Verbindung zwischen den japanischen Inseln Hokkaido und Honshu misst 53,9 Kilometer, davon etwa 23 unter dem Meer.

Der drittlängste Tunnel ist mit 50,5 Kilometern der 1994 eröffnete Eurotunnel unter dem Ärmelkanal zwischen Frankreich und England, bei dem etwa 38 Kilometer unter dem Meer verlaufen. Der weltlängste Straßentunnel ist der 2000 eröffnete Lærdalstunnel in Norwegen (24,5 Kilometer).
Deutschlands längste Tunnel sind der 1991 für die Bahn in Betrieb gegangene Landrückentunnel in Hessen mit 10,8 Kilometern und der 7,9 Kilometer lange Rennsteigtunnel in Thüringen von 2003 für Autos.

Zahlen und Fakten zum Gotthard-Basistunnel

  • Streckenführung: Zwischen Erstfeld (Kanton Uri) und Bodio (Kanton Tessin). Die Strecke ist eben, ohne nennenswerte Steigungen und enge Kurven.
  • Geschwindigkeiten: Personenzüge sollen in der Regel mit 200 Stundenkilometern fahren, Güterzüge mit 100. Möglich sind Höchstgeschwindigkeiten bis 250 km/h, für Güterzüge zu 160 km/h.
  • Zeitgewinn (nach Endausbau ab 2020): 45 Minuten zwischen Zürich und Lugano.
  • Wirtschaftlichkeit: Statt 180 Güterzüge pro Tag - wie im alten Gotthard-Tunnel - können 260 Güterzüge verkehren. Hinzu kommen 65 Personenzüge. Die ebene Strecke auf nur 530 Meter über dem Meeresspiegel macht längere Züge mit mehr Gewicht, weniger Loks und kürzere Fahrtzeiten möglich.
  • Umwelt: Weite Teile des Güterverkehrs durch die Alpen sollen künftig von der Straße auf die Schiene verlagert werden können.
  • Arbeitskräfte: 2.400 Beschäftigte waren in Spitzenzeiten tätig, gearbeitet wurde rund um die Uhr in drei Schichten.
  • Steinmassen: Für die beiden einspurigen Hauptröhren sowie die Sicherheits-, Belüftungs- und Querstollen wurde 152 Kilometer lange Strecken aus dem Gestein gebrochen - insgesamt 28,2 Millionen Tonnen.
  • Kosten: 23 Milliarden Franken (21,5 Mrd. Euro) - einschließlich der Nebentunnel (Lötschberg und Ceneri) sowie Gleis- und Bahntechnik.
  • Beginn des normalen Fahrbetriebs: Geplant nach 3.000 weiteren Testfahrten für den 11. Dezember 2016
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