Reise
06.06.2018

Flieger auf Grazer Hoteldach soll zum Hotspot werden

"Eventjet" und "Restaurantjet" am Flugdeck eröffnen im Juli auf dem Dach des Grazer Novapark-Hotels.

Per Lift über den Check-in am Flugdeck ins Restaurant - ab Juli eröffnet der "Restaurantjet", ein weltweit einzigartiges Gastronomieprojekt auf dem Dach des Grazer Novapark-Hotels. Direktor Ricardo Nickel hat am Mittwoch die Eckdaten präsentiert: Platz für bis zu 50 Personen, österreichische Küche sowie monatlich wechselnde Menüs und Gast-Köche nach dem Motto "Kulinarische Reise durch die Welt".

Die beiden Flugzeuge, eine Iljuschin 62 sowie eine Boeing 727-200, wurden in den vergangenen Wochen mit nächtlichen Sondertransporten nach Graz geliefert und boten teils spektakuläre Bilder. Während die Iljuschin bereits fertig zusammengebaut auf dem Dach des Hotels montiert wurde, soll die Boeing am 22. Juni ebenfalls auf das Dach gehoben werden. Die beiden Maschinen sowie ein Veranstaltungsraum bilden künftig das Flugdeck "Nova-Air", erklärte Nickel bei der Pressekonferenz. Gesamt werden sich bis zu 250 Personen am Deck aufhalten können.

Highlight bleiben die beiden ehemaligen Passagiermaschinen: Die Iljuschin ist die ehemalige Präsidentenmaschine aus der Tschechoslowakei und wird zum "Eventjet" mit einer Bar für bis zu 50 Personen sowie einen Lounge-Bereich für mehr als 60 Gäste. Das Flugzeug ist rund 70 Tonnen schwer und sitzt auf einem Bereich des Hotels, der statisch adaptiert wurde, um die Last zu tragen. Die Montage erfolgte an den Fahrwerken.

Die Boeing wurde aus den USA geliefert und war dort vor der Ausmusterung die Maschine der Chicago White Sox. Daher beinhaltet sie bereits eine VIP-Bestuhlung, die möglichst im Original verbleiben soll, erklärte Nickel. Die Boeing wird künftig der "Restaurantjet" sein und Platz für etwa 50 Gäste bieten. Küchen-Chef Philipp Pirstinger schilderte, dass neben einer kleinen österreichischen A la carte-Karte verschiedene Länder "angeflogen" werden sollen: "Wir planen monatlich wechselnde Themenmenüs mit vier bis sechs Gängen. Dazu wollen wir auch Gast-Köche einladen." Das Restaurant wird im September in Betrieb gehen, bis dahin werden über die Sommermonate die österreichischen Gerichte vorübergehend in der Iljuschin serviert.

Die gut 50 Tonnen schwere Boeing wird zu einem wesentlichen Teil über das Dach des Hotels hinausragen, wobei die Nase auf einer Stahlbetonsäule Halt finden soll. Damit beide Flugzeuge mit ihrer großen Angriffsfläche nicht bei Sturmböen abheben können, werden die Flügel mit im Boden verankerten Stahlseilen niedergespannt. Für den Betrieb der Location vergab die Stadt Graz eine Sondergenehmigung.

Der Eintritt zum Flugdeck wird für alle Besucher kostenpflichtig sein: Fünf Euro Eintritt wird verlangt. Per Drehkreuz wird der Zutritt auch überwacht, da maximal 250 Personen am Flugdeck zugelassen sind. Sowohl Touristen als auch Hotelgäste haben Zutritt, außerdem kann jeweils einer der beiden Jets für Firmen- oder private Veranstaltungen gebucht werden. Eine Maschine soll jedenfalls für Touristen zur Besichtigung stets zugänglich sein. Mit dem Ticket-System will die Hotelleitung rund um Eigentümer Helmut Neukam die Projektkosten von rund zwei Mio. Euro wieder hereinholen, sagte Nickel.

Am 7. und 8. Juli wird das Flugdeck seine "Gates" für Tage der offenen Tür öffnen, ab 9. Juli ist der Betrieb der Bar geplant. Reservierungen sind nicht zwingend notwendig, aber da man das Gästeaufkommen noch nicht abschätzen kann, sei ein Anruf vorab empfohlen.