Die spektakulärs­ten Brücken der Welt

Vom Viadukt von Millau in Frankreich über die Tower Bridge in England bis hin zur bewohnten Brücke im deutschen Erfurt: Diese Bauwerke sind eine Reise wert.

"Über sieben Brücken musst du gehen ..." heißt es in dem alten Lied der deutschen Band Karat. 
Es lohnt sich aber, über mehr als jene besungenen sieben Brücken zu schreiten, bzw. diese zu besichtigen
Die spektakulärsten Bauten - die eine Reise wert sind - finden Sie in dieser Bilderstrecke. 

In Frankreich etwa befindet sich das Viadukt von Millau. Die Autobahnbrücke ist mit 217 Metern ist 23 Meter höher als der Eiffelturm und knapp 2,5 Kilometer lang. 
Entworfen wurde das Bauwerk von Star-Architekt Sir Norman Foster. Auch im Winter zählt das Viadukt, nahe des Städtchens Millau im Zentralmassiv, zu Frankreichs Top-Sehenswürdigkeiten. Davor lässt sich auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gerne ablichten. Günstig war der gewaltige Überweg nicht: 310 Millionen Euro kostete der Brückenbau. 
Übrigens wird das Viadukt auch gerne als Streckenabschnitt in sportliche Veranstaltungen wie Marathonläufe eingebunden - vielleicht so als kleine Motivation ... Zwar hat die Harbour Bridge in Sydney (Australien) einen wenig schmeichelhaften Spitznamen, nämlich "Kleiderbügel", eindrucksvoll ist die Brücke aber trotzdem. Die Stahlkonstruktion ist ein absoluter Hingucker, vor allem in der Nacht. Abgesehen von der Ästhetik erfüllt die Brücke auch einen praktischen Zweck: Acht Autospuren, zwei Bahnlinien und ein Fuß- und Radweg verbinden das Zentrum Sydneys mit den nördlichen Stadtteilen und führen auf mehr als elfhundert Meter Länge am berühmten Opernhaus vorbei. Die nächste Brücke auf unserer Reise ist in Mostar (Bosnien und Herzegowina) zu finden. 

Die Alte Brücke (bosnisch Stari Most) ist das Wahrzeichen der Stadt und verbindet den mehr bosniakisch geprägten Ostteil mit dem stärker kroatisch geprägten Westteil Mostars. Vor allem in den 1960ern bis Ende der 1980er-Jahre war die 19 Meter hohe Brücke ein beliebtes Reiseziel. 
Und auch heute sollte man sich wieder auf die Fahrt nach Mostar machen. Vielleicht kann man während des Aufenthalts in der Stadt auch gleich die akrobatischen Brückenspringer bewundern, die von Zeit zu Zeit hier ihre sportlichen Wettkämpfe ausfechten. In Südfrankreich ist die Pont du Gard, ihres Zeichens die höchste Aquäduktbrücke der antiken Welt, zu finden. 
1985 wurde das Bauwerk, welches einen der am besten erhaltenen Wasserkanäle aus der Römerzeit in Frankreich enthält, in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen. 

Unter der Brücke fließt der Fluss Gardon. Bei einer Paddeltour kann man dann die insgesamt 52 Bögen der Pont du Gard bewundern. Venedig (Italien) hat ob der zahlreichen Kanäle viele Brücken zu bieten. Am berühmtesten ist aber die Seufzerbrücke, die Ponte dei Sospiri, zwischen dem Dogenpalast und dem neuen Gefängnis von Venedig.

Weniger schön als die Brücke selbst ist die Geschichte ihres Namens: Verurteilte wurden über diesen Übergang in die Gefängnisräume geleitet und machten hier, laut der Legende, ihren letzten Seufzer in Freiheit. Nicht minder berühmt als die Seufzebrücke ist die Brooklyn Bridge (New York, USA). 
Sie verbindet die beiden Stadtteile Manhattan und Brooklyn und war zur Einweihung 1883 die erste Stahlhängebrücke der Welt. Für das Bauwerk verantwortlich zeichnet übrigens eine deutsche Familie, Vater und Sohn schufen die Konstruktion. 

Heute wird die Brooklyn Bridge gerne von Fußgängern, Radfahrern und Joggern auf einem eigens reservierten Steg oberhalb der Autotrasse genützt. 
Nachts wird die Brücke zu einer funkelnden Lichterkette. Wenn Touristen in London (Großbritannien) die Themse überqueren wollen, dann wählen sie meist die 1894 eröffnete Tower Bridge, eine der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. 

Die Brücke verbindet die City of London auf der Nordseite mit dem Stadtteil Southwark im Stadtbezirk London Borough of Southwark auf der Südseite. 

Besonders spektakulär ist es, wenn die im neugotischen Stil errichtete Klappbrücke für große Schiffe ihre Pforten öffnet. Selbstverständlich ist die Tower Bridge auch Teil des London Marathons. Die wohl berühmteste Brücke der USA ist die Golden Gate Bridge (San Francisco, Kalifornien).  

2737 Meter lang und 227 Meter hoch - so lauten die Eckdaten des Bauwerks. Eigentlich sollte die Golden Gate ja grau angestrichen werden, die rote Rostschutzfarbe gefiel dann aber so gut, dass die Brücke nicht weiter bemalt wurde. Etwa neun Millionen Besucher zieht es pro Jahr auf die Hängebrücke. Auch bei Nacht ist diese ein zauberhafter Anblick. Weniger bekannt als die Golden Gate, dafür umso skurriler ist die Krämerbrücke in Erfurt (Deutschland). Sie ist eine der wenigen Brücken auf der Welt, die bewohnt sind. 

Hinter der Krämerbrücke fließt übrigens der Fluss Gera. Seit dem 1. Juli 2000 wird die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit Malmö in Schweden durch die 7845 Meter lange Öresundbrücke verbunden. 

Ruckzuck ist man auf diese Art mit dem Auto in einem anderen Land, allerdings ist eine Maut zu zahlen. Gleichzeitig auch als Wehr dient die iranische Khaju-Brücke, welche über den Fluss Zayandeh Rud führt. 

Fußgänge nutzen den unteren Teil der Brücke für einen Spaziergang, in der Mitte der Brücke befindet sich außerdem eine Aussichtsplattform. Schön, wie etwa im Sinne einer Seufzerbrücke, ist die Capilano Brücke im kanadischen Bundesstaat British Columbia zwar nicht. 
Überquert man den wackeligen Übergang über den Capilano River, schlägt das Herz aber eindeutig höher. Besonders wenn der Wind weht ist dieser Weg, Teil der touristischen Attraktionen der Umgebung von Vancouver, nichts für Leute mit schwachen Nerven. Auf den ersten Blick ganz normal wirkt die Hochrheinbrücke, welche das Schweizer Laufenburg und den deutschen Teil von Laufenburg am Hochrhein miteinander verbindet. Die Brücke geriet in die Schlagzeilen, da aufgrund eines Planungsfehlers bei der Bauausführung ein Höhenunterschied entstanden welcher ein Zusammenführen der beiden Brückenteile in der Mitte unmöglich machte. 

Der Grund: Deutschland und die Schweiz haben einen unterschiedlichen Höhenbezug. Deutschland bezieht sein Höhensystem auf den Wasserspiegel der Nordsee, die Schweiz dagegen auf den Wasserspiegel des Mittelmeeres bei Marseille. Der Fehler wurde schließlich behoben, heute ist die Brücke ohne mittige "Schanze" befahrbar.
(KURIER.at) Erstellt am
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