Derry: Halloween-Hauptstadt mit Geschichte

KURIER.at-Serie Städtereisen: Dieses Mal geht es in die zweitgrößte nordirische Stadt Derry - geschichtsträchtig, grausam und faszinierend.

Eine Stadt als Schauplatz grausamer irischer Geschichte einerseits, und (derzeit) gelungener Versöhnung andererseits. Derry, oder auch Londonderry (ein historisches Erbe der Briten), die zweitgrößte Stadt Nordirlands ist auf dem besten Weg die lange Feindschaft zwischen Katholiken und Protestanten friedlich zu beseitigen. Es wurde auch langsam Zeit, denn die Stadt mit ihrem historischen Kern und der einmaligen Stadtmauer ist ein wahres Unikat. Tatsächlich sind die Mauern, die den Stadtkern umgeben die einzigen komplett erhaltenen in Irland. Auch in Europa stellt diese Stadtbefestigung eine Ausnahme dar, denn es gibt nur wenige, die in ähnlich gutem Zustand sind. Dank aufwendiger Restaurierungsarbeiten kann die gesamte Mauer zu Fuß begangen werden, an manchen Stellen ist sie bis zu neun Meter breit. 1618 wurde die Befestigungsmauer fertig gestellt und dank ihr konnte Derry nie eingenommen werden. Durch vier Tore gelangt man in die Altstadt – Bishop’s Gate, New Gate, Shipquay Gate und Butcher’s Gate. Durch das Letztgenannte gelangt man in den Bezirk Bogside, ein katholisches Viertel. Bogside erkennt man durch die Aufschrift "you are now entering free Derry" (Sie betreten das freie Derry). "Sunday, bloody Sunday", ein Welthit von U2, der an grausame Ereignisse in Derry erinnert. Im Jahr 1972 war Derry Zentrum der Weltaufmerksamkeit. Damals schossen britische Soldaten auf eine Gruppe friedlicher Demonstranten, und töteten 13 junge Männer. 

Im Bild: Bemalte Hausmauer von Künstlern aus Derry. Dargestellt ist Priester Daly mit einem weißen Handtuch, während er versucht einen der Verwundeten in Sicherheit zu bringen. Das Denkmal "Hands across the Divide" symbolisiert die Versöhnung der jahrzehntelang verfeindeten Volksgruppen und zeigt, dass sie nun in Derry zusammenarbeiten. Viel zu entdecken gibt es auf dem Derry Heritage Trail. Entlang der Shipquay Street gibt es viele Häuser, die im 18. Jahrhundert gebaut wurden. Die Hausnummern 6 und 8 beispielsweise sind dreistöckige Georgianische Häuser, die ca. 1770 erbaut wurden. Die alten Häuser erkennt man auch daran, dass sie Stufen vor den Eingängen haben. Die Straße zählt zu den steilsten Geschäftsstraßen Irlands. Früher hieß die Straße Silver Street. Im Oktober erwachen in Derry die Geister. Die "Halloween-Hauptstadt" Irlands feiert die Toten besonders - gerne spuken dann auch Skelette die Stadtmauer entlang. The Guildhall

Am Ende der Shipquay Street, nachdem man eines der vier Stadttore das Shipquay Gate passiert hat, steht the Guildhall. Hinter dem roten Sandsteingebäude im neugotischen Stil fließt der Fluss Foyle. Direkt hinter der Guildhall befindet sich das Derry Quay . Es war einst der Ort, von dem viele Iren nach Amerika emigrierten. Das Originalgebäude entstand um 1890 und wurde zu Ehren der Londoner Gilden (Berufsvereinigungen) benannt. Doch the Guildhall strahlte nur kurz in vollem Glanz. Schon 1908 wurde sie durch ein Feuer zerstört und 1972 durch eine Bombe. Mittlerweile ist das Gebäude wieder komplett restauriert und die Bleiglasfenster stellen Szenen der Belagerung Derrys dar. Heute beherbergt die Guildhall das Rathaus von Derry. St. Columb's Cathedral

Eine Kirche mehr in Irland … Aber diese ist etwas Besonderes: Es war die erste katholische Kirche der britischen Inseln, die nach der Reformation 1633 von William Parrot erbaut wurde. Benannt nach dem Gründer von Derry, dem heiligen Columba, der 546 ein Kloster am Foyle erbaute. Ihre heutige Form erlangte sie jedoch erst 1910, als der letzte Teil der Kirche fertig gestellt wurde. In ihr werden bis heute Dokumente über die Belagerung Derrys aufbewahrt. Highlight ist die Kanonenkugel, die Jakob II mit der Aufforderung zur Kapitulation in die Stadt feuerte. Die Antwort der Protestanten hätte nicht klarer sein können: "No Surrender" (Keine Kapitulation). Nach Abschluss der Renovierung im Frühling 2011 erstrahlt die Kathedrale wieder in vollem Glanz und kann von Interessierten jeweils von 9.00 bis 17.00 Uhr (Werktags) und Sonntags zur Messe besucht werden. 

www.stcolumbscathedral.org Tipp: In der Nähe der Stadt befindet sich das Amelia Earhart Centre. Der ersten Frau, die alleine über den Atlantik flog, ist dieses Museum gewidmet. Earhart landete auf ihrem Weg nach Paris auf einem Feld nahe Derry. Infos:

Derry Visitor and Convention Bureau
info(at)derryvisitor.com
www.derryvisitor.com 

Tourism Ireland
Tel: 01/501 80 800 begin_of_the_skype_highlighting              01/501 80 800      end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting              01/501 80 800      end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting              01/501 80 800      end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting              01/501 80 800      end_of_the_skype_highlighting
www.entdeckeirland.at
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