Die Skyline des Pudong-Viertels verändert sich rasant.

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Rundreise
05/09/2016

China: Land der Superlative und Gegensätze

Vom brandneuen Wolkenkratzer in der Stadt der Superlative, Schanghai, zur ehrwürdig Großen Mauer bei Peking: Im beeindruckenden Osten des Landes trifft Moderne auf Tradition.

Höher, schneller, besser. In Schanghai jagt ein Rekord den nächsten. Ganz extrem fällt das am 2015 fertiggestellten "Shanghai Tower" auf. Mit 632 Meter ist er das höchste Gebäude in China und das zweitgrößte der Welt, wird nur vom Burj Khalifa in Dubai geschlagen. In der Eingangshalle des Öko-Gebäudes werden weitere Rekorde präsentiert: schnellster Aufzug, höchste Aussichtsplattform, höchstes Restaurant und der höchste Sky-Garden etwa. Und tatsächlich: In Windeseile fährt der Aufzug nach oben und die Aussicht ist atemberaubend. Besucher sehen auf den "Flaschenöffner" (World Financial Center), der vom Bund (sehenswerte Promenade am anderen Ufer des Huangpu-Flusses) aus gesehen riesig wirkt, hinab.

Erst von hier oben begreift man die Ausmaße dieser Mega-Stadt. Besonders eindrucksvoll ist das Pudong-Viertel. Kaum zu glauben, dass erst mit dem Fernsehturm 1994 der erste Megabau fertiggestellt wurde und seitdem ein Wolkenkratzer neben dem nächsten in den Himmel schießt. Zuvor war das Gebiet kaum besiedelt.

Von Geistern und Drachen

Das moderne Viertel ist ein starker Gegensatz zur Altstadt mit kleinen Gassen, den entzückenden zweistöckigen traditionellen Holzhäusern und dem Yu-Garten, einer der berühmtesten Chinas. Die zwei Hektar große Anlage aus der Ming-Zeit und sein Teehaus erreicht man über die Neun-Biegungen-Brücke, deren Zickzack-Verlauf die bösen Geister fernhalten soll. Hier lernen wir "Langnasen" viel über das symbolträchtig und mythologische China, warum der Drachen nur dem Kaiser vorbehalten war und was Farben über Gebäude aussagen. Trotz Besucherscharen perfekt, um dem hektischen Trubel für kurze Zeit zu entkommen.
Eine willkommene Abwechslung zur Stadt der Superlative ist ein Abstecher in das Wasserdorf Wuzhen. Das Freilichtmuseum in einer romantischen Kanal-Landschaft zeigt alte Häuser, die vor dem Verfall gerettet und restauriert wurden.
Besucher können sich in traditionelle chinesische Brautmode werfen, weniger vergnüglich, aber sehenswert ist das Museum über die grausame Tradition des Fußbindens.
Nicht weit ist es zu Chinas ehemaliger heimlicher Hauptstadt Suzhou. Wie Wuzhen ist sie am Kaiserkanal gelegen, der Peking mit Hangzhou verbindet und früher dazu diente, Konkubinen zum Kaiser zu bringen. Einen schönen Blick auf den Kanal und die alte Marco-Polo-Steinbrücke erhascht man vom Stadttor Pan Men.
Während es in der Ming-Dynastie in Suzhou noch 200 Gärten gab, sind es heute noch etwa 70. Wir schlendern durch den Garten des Meisters der Netze, der zum UNESCO-Welterbe gehört und Geister-sicher gebaut wurde.
In einer Seidenspinnerei sehen wir – von der Raupe bis zum Tuch – wie Seide entsteht. Tipp: Wer preiswerte und hochwertige Seidendecken kaufen will, sollte genügend Platz im Koffer freilassen.

Die Weiterreise nach Peking treten wir in einem Hochgeschwindigkeitszug an, der mit 300 km/h durchs Land fährt – völlig ruhig und ruckelfrei. Zuvor müssen wir wie am Flughafen durch Sicherheitskontrollen – vor der Abfahrt also genügend Zeit einrechnen.

Peking

"Servas!" Im bayrischen Dialekt begrüßt uns Guide Hao am Bahnhof in Peking und erzählt, von seinen "Hawaran". Der humorvolle Chinese war schon einige Male in Wien und stellt seine geografischen Kenntnis von Österreich immer wieder unter Beweis "Na bitte, das ist ja hier net das Burgenland". Die Diagnose stimmt.

Der Weg vom Bahnhof zu unserem Auto muss mit dem Gepäck zu Fuß gemeistert werden (Rollkoffer sind hier Gold wert), Autos dürfen nicht direkt am Bahnhof, der eher einem Flughafen ähnelt, halten. Es wird für lange Zeit das letzte Mal sein, dass wir kaum Autos sehen. In Peking gibt es sechs Millionen davon – dementsprechend braucht man sogar für kurze Strecken eine Stunde oder mehr. Die Lage des Hotels sollte also gut gewählt sein. Oder man steigt in die U-Bahn. Das geht schneller und ist billiger als ein Taxi, Berührungsängste darf man nicht haben.

Obwohl der Verkehr enorm ist, wirkt die Stadt etwas entspannter als Schanghai. Noch. Von den alten einstöckigen "Hutongs" ist nicht mehr viel übrig. Die werden wegen Platzmangel und Modernisierung nach und nach abgerissen und mit Hochhäusern ersetzt.

Himmlisch und alt

Ganz muss man sich trotz des Wandels aber nicht vom alten Peking verabschieden. Der Himmelstempel etwa stammt aus dem 15. Jh. und gehört zu den schönsten Sakralbauten Chinas. Wo einst der Kaiser um eine gute Ernte betete, laufen heute die Menschen mit Selfie-Sticks herum und klatschen in die Hände um die außergewöhnliche Akustik zu testen. Umgeben ist der Tempel von einem Park in dem gesungen, getanzt, gespielt und meditiert wird. Eine Grünoase in der hektischen Stadt.
Obwohl es heißt, dass man in Peking den blauen Himmel kaum zu Gesicht bekommt gibt es noch etwas Himmlisches: Am Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz), mit 40 Hektar der größte Platz der Welt, "lächelt" Mao Zedong auf einem überdimensional großen Bild. Er grüßt die hunderttausend Besucher, die täglich kommen und durch das Tor des Himmlischen Friedens in die verbotene Stadt mit dem Kaiserpalast schreiten. Durch die Anlage drängen und versuchen, die besten Fotos zu schießen oder an Statuen zu reiben – das bringt Glück.
Oder Badaling. Ein sehr eindrucksvoller und gut erhaltener Teil der Großen Mauer, die außerhalb des Stadtzentrums zu finden – ja, nicht zu übersehen – ist. Auf mal höheren, mal niedrigeren Stufen geht es rauf und runter, gutes Schuhwerk daher dringend nötig. Das Geländer ist niedrig. Der Ausblick und das Gefühl, wenn man einen der oberen Wachtürme erreicht hat, ist aber all die Mühe wert.

Info

Anreise Austrian fliegt seit 1. Mai täglich WienSchanghaiWien, Flugdauer ca. 10:20h, ab 544 € Eco und ab 2494 € Business hin und retour. Damit wird der tägliche Direktflug nach Peking und retour ergänzt, ab 494 € Eco/ ab 2484 € Business. Kombi-Tarif Schanghai hin und Peking retour ab 516 € Eco/ 2489 € Business.www.austrian.com
Währung/Preisniveau1 € = ca. 7 Yuan (CNY), Nudelsuppe gibt es ab ca. 2 €, ein großes Bier ab 2 bis 3 €.
Essen Die Küche ist sehr vielseitig. Oft werden mehrere Speisen in die Mitte gestellt und mit den Tischnachbarn geteilt. Unaufgefordert wird nichts "Exotisches" serviert. Unbedingt probieren: Nudelsuppe und Hot-Pot; Peking Ente in Peking, empfehlenswert etwa im Hua’s Restaurant,huajiayiyuan.com

Tipp In Schanghai gibt es spektakuläre Akrobatik Shows etwa www.era-shanghai.com

Internet Social Media Dienste wie Facebook, Twitter oder Instagram sind ebenso gesperrt wie Google (inkl. Gmail) und YouTube.

Beste Reisezeit Sept, Okt. Nov.

Smog Wenn der Smog-Wert 200 AQI überschreitet, sollte man im Hotel bleiben oder Atemschutzmaske tragen. Aktuelle Werte: aqicn.org

Visum Für die Einreise nötig, es muss mindestens 7 Tage vor Abreise bei der chinesischen Botschaft beantragt werden. Gebühr dzt. 60 €, ☎ 01/710 3648 (Di . und Do., 9–11 Uhr), www.chinaembassy.at

Reiseführer China wandelt sich rasant wandelt, unbedingt auf das Erscheinungsjahr achten.

Angebot Raiffeisen Reisen bietet die Rundreise "SchanghaiWuzhenSuzhouPeking" ab 1299 € /P/DZ an. Inkl. Economy-Direktflügen mit der AUA WienSchanghai, PekingWien, SchanghaiPeking im Hochgeschwindigkeitszug , N/F in 3–4*-Hotels, Mittagessen, Ausflüge laut Programm inkl. "Shanghai Tower"

– Termin 2016: 6.–13. November

– Termine im Feber und März 2017: 6.–13.2.; 13.–20.2.; 6.–13.3.; 13.–20.3.; 20.–27.3.

– Buchung: Raiffeisen-Reisebüros, buze@raiffeisen-reisen.at, ☎ 01/31375-82

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