Feiernde Touristen auf Mallorca

© AP/Joan Llado

Reise
03/18/2019

Benimmregeln: Mallorca startet in die neue Saison

Barbetreiber und Anrainer befürworten die Regeln, mit denen Sauftourismus der Kampf angesagt wird.

Mallorca bereitet sich auf den Saisonstart Ende April vor - und in diesem Jahr hat die Stadtverwaltung von Palma dem Sauftourismus den Kampf angesagt. Vor wenigen Wochen verabschiedete sie einen Maßnahmenkatalog gegen Alkoholexzesse am Ballermann. Bei Zuwiderhandeln drohen Wirten und Touristen hohe Geldstrafen.

Barbetreiber und Anrainer befürworten die Regeln, wie eine Umfrage an der Playa de Palma ergab. Gerlinde Weininger, Chefin der Restaurantkette "Münchner Kindl", betonte: "Die Benimmregeln sind leider für einige wenige notwendig, die sich nicht zu benehmen wissen. Nur so kann der Partytourismus, der ja an sich nichts Schlechtes ist, aufrechterhalten werden." Auch aus dem Partylokal "Bierkönig" hieß es, die Auflagen - mit denen unter anderem Alkohol in Schaufenstern und Sonderangebote wie die "Happy Hour" verboten werden - seien zu begrüßen.

10 kuriose Fakten über Mallorca

Eiffelturm aus Mandeln

Jedes Jahr im Frühjahr verwandelt sich die Baleareninsel in ein Meer aus rosa und weiß. Die Zeit der Mandelblüte ist sicherlich eine der schönsten im ganzen Jahr und perfekt zum Wandern und Ruhe genießen. Bis aus dem Blütenmeer die Früchte geerntet werden können, muss man bis zum Spätsommer warten. An die 7000 Tonnen Mandeln ernten Mallorcas Bauern Jahr für Jahr. Das entspricht in etwa dem Gewicht der Stahlkonstruktion des Eiffelturms in Paris.

Sandschwund auf Mallorca

Überall nichts als Sand – diesen Eindruck haben Urlauber an den unzähligen schönen Stränden Mallorcas. Die kleinen Sandkörnchen verstecken sich in Handtüchern, Badehosen und Strandtaschen und werden so vom Strand weggetragen. Jeder Urlauber nimmt zwar bei seinem Strandbesuch nur etwa 30 Gramm Sand mit, auf die drei Monate der Hauptsaison gerechnet macht das aber allein an der Platja de Palma rund 82 Tonnen aus.

Castell de Bellver – einzigartig in Europa

Das gibt es nirgendwo sonst in Europa: Durch ihre kreisrunde Form ist die Festung Castell de Bellver ein Unikat und gilt als älteste Burganlage dieser Art in Europa. Dank ihrer Lage oberhalb von Palma de Mallorca macht sie ihrem Namen – Burg der schönen Aussicht – alle Ehre. Der Blick von dort über die Stadt und das Umland ist atemberaubend. Urlauber können die Burg täglich außer montags besichtigen.

Geschützter Ballermann

Das einstige Partyareal auf Mallorca ist eine Marke und damit geschützt. Bereits 1994 war Ballermann erstmals in Deutschland eine eingetragene und geschützte Marke für Spirituosen. In der Folgezeit wurde der Name immer mehr zum Inbegriff für Deutschlands Party- und Eventmarke Nr. 1.

Mallorquinische Hymne

Wer hätte es gewusst? Mallorca hat eine eigene Hymne: La Balanguera. Die Hymne handelt von einer Frau, die wie eine Spinne die Fäden des Lebens zieht. Der Text ist sehr alt und stammt von dem mallorquinischen Poeten Joan Alcover i Maspons vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Erst 1996 wurde La Balanguera als Hymne eingeführt, um die Eigenständigkeit der Insel vom spanischen Festland zu demonstrieren.

Palma de Mallorca war schon lebenswerteste Stadt der Welt

"The Times" kürte Palma de Mallorca 2015 zum "lebenswertesten Ort der Welt". Damit konnte sich die Inselhauptstadt gegen bekannte Metropolen wie Toronto oder Auckland durchsetzen. Bei der Wahl spielten sowohl Kriterien wie berufliche Möglichkeiten als auch die besondere Lage am Meer mit seinen schönen Stränden eine Rolle.

Größte Fensterrose der Welt in der Kathedrale „La Seu“

Wer nach Palma de Mallorca reist, kann die Kathedrale „La Seu“ gar nicht übersehen. Der Bau dieses gewaltigen Meisterwerks der gotischen Architektur zog sich über mehrere Jahrhunderte hin. Rekordverdächtig ist auch die Fensterrose im Inneren. Mit zwölf Metern Durchmesser und aus über 1200 bunten Glasstückchen bestehend, ist sie die größte gotische Fensterrose der Welt.  Zweimal im Jahr – an Lichtmess am 2. Februar und am 11. November – ist ein faszinierendes Lichtspiel zu sehen. Gegen 8 Uhr projiziert die aufgehende Sonne eine zweite Rosette genau unter die des Eingangsportals.

Insel ohne Wasser

Wunderschöne lange Sandstrände, eine Bucht neben der anderen und das tiefblaue Mittelmeer – Mallorca ist der Inbegriff einer Trauminsel. So viel Wasser das Eiland ringsum auch umgibt, im Inselinneren ist es trocken. So hat Mallorca weder Flüsse noch Seen. Nur bei starken Regenfällen führen ausgetrocknete Bäche, die sogenannten torrentes, Wasser. Um die Insel mit Wasser zu versorgen, wurden zwei große Seen – Cúber und Gorg Blau – künstlich gestaut und dienen als Trinkwasser-Reservoir.

Mallorquiner gründete San Francisco

Die Anfänge der amerikanischen Metropole San Francisco gehen auf einen Mallorquiner zurück. Es war der spanische Padre Junípero Serra, der 1776 das Gebiet von San Francisco auf dem Landweg erreicht hat. Er gründete eine Mission und ließ die kleine Kirche „San Francisco de Asis“ bauen, die dem heiligen Franziskus von Assisi geweiht ist. Noch heute können Besucher die umfassend renovierte Kirche, die später in „Mission Dolores“ umbenannt wurde, besichtigen.

Seltenste Amphibie Europas lebt auf Mallorca

Bei einem Urlaub wird man dieses Exemplar wohl eher nicht zu Gesicht bekommen: Die Mallorca Geburtshelferkröte gilt als seltenste Amphibie Europas. Ihr Lebensraum ist an den Bächen des Tramuntana-Gebirges. Da sie so schwer zu entdecken ist, weiß man noch gar nicht lange, wie sie überhaupt aussieht: nämlich grün-ocker gesprenkelt und mit Glubschaugen. Und auch wenn sie nur vier Zentimeter groß ist, erregt sie Aufsehen. Denn sie ist sehr laut und gibt Töne von sich wie ein Hammer, der auf etwas Hartes schlägt.

Besonders strenge Regeln sollen für Bars und Biergärten rund um die berüchtigte "Schinkenstraße" gelten, die künftig eingezäunt und von der Straße abgetrennt sein müssen. Damit soll verhindert werden, dass Touristen ihre Drinks auf dem Gehsteig konsumieren.

Anrainer hatten seit Jahren ein hartes Vorgehen gegen die öffentlichen Saufgelage gefordert - und sehen sich nun bestätigt. Die Maßnahmen seien ein Schritt hin zu einem besseren Miteinander, sagte Biel Barcelo, Chef der Nachbarschaftsvereinigung Playa de Palma.