Barfuß durch Myanmar

The Temples of Bagan, Myanmar
Foto: lkunl - Fotolia/LKUNL Die Tempel von Bagan.

Zu Ehren Buddhas darf man in den unzähligen Tempeln und Pagoden keine Schuhe tragen.

Kurz vor der Abenddämmerung an einem Sonntag in der Shwedagon Pagode in Yangon. Künstliches Licht lässt den wichtigsten Sakralbau Myanmars als irreal prachtvolles Gesamtkunstwerk erscheinen. Dessen Hauptstupa ist mit Tonnen von Blattgold belegt, an der Spitze funkeln Diamanten. Tausende Gläubige beten auf der 60.000--Marmor-Plattform vor kleineren Stupas und Buddha-Statuen, entzünden Räucherstäbchen, schleppen prall mit Obst und Gemüse gefüllte Opfergaben-Gefäße. An einem Mittwochnachmittag Geborene platzieren sie im "Corner" des Elefanten ohne Stoßzähne, beträufeln Buddha und Dickhäuter mit Wasser. Das Volk ist sehr abergläubisch. Mönche meditieren in Nischen, singen die Lehren von Buddha. Sie fotografieren einander mit dem Handy, surfen im Internet – freies WLAN macht’s auch im größten Heiligtum des Landes möglich. Ich kann mich kaum losreißen aus dieser Szenerie, in die ich mit dem Lift eingetaucht bin.

Yangon: Pralles religiöses  Leben in der einzigartigen  Shwedagon Pagode, deren Blattgold- und Diamanten-schwere Hauptstupa von unzähligen kleinen Stupas mit Buddhafiguren umgeben ist. Sehenswert in Yangon: Die 66 Meter lange und 17 Meter hohe liegende  Buddha-Statue  in der hallenähnlichen Pagode  Chauk Htat Gyi Präsentiert sich als Stadt in der Stadt: Das 4  große aufwendig renovierte Palastgelände der alten Königsstadt Mandalay.
  Die vergoldete, 49 m hohe und breite  Shwezigon Pagode in Nyaung U bei Bagan zählt zu den Meisterwerken der birmanischen Tempelbaukunst. In Bagan klettern Sonnenuntergang-Fans  barfuß über steile Treppen auf die hoch oben gelegenen Plattformen, um den besten Blick auf das Naturschauspiel zu genießen In den Dörfern sind die Bauern noch mit dem Ochsenkarren unterwegs. Hungrige Mönche im wunderbaren Kloster Mahagandayon in Amarapura. Fein gearbeitete  Lackwaren sind das beste Mitbringsel  aus Bagan. Die Mal-Künstlerin hat wie alle Frauen im Land im Gesicht die Schönheitspaste Thanaka aufgetragen. Traumhafter Ausblick auf den Mount Popa vom  gleichnamigen Resort. Industriedesign im Restaurant des  Vintage Yacht Hotels in Yangon. Liegt in ruhiger Lage an einem See: Hotel Royal Nay Pyi Taw. Im Boutiquehotel Areindmar in Bagan lässt es sich erstklassig entspannen

Moderne Technik und der Ausbau von Hotellerie (siehe KURIER-Special unten) und Restaurants haben an den wichtigen Schauplätzen im einst so ursprünglichen, lange abgeschotteten Burma längst Einzug gehalten. Auch die wenig charismatische Uppatasanti-Pagode in der neuen Verwaltungssitz-Hauptstadt Nay Pyi Taw, die mit zehnspurigen, autofreien Straßenzügen einer Geisterstadt gleicht, jedoch über 50 Hotels und ein sehenswertes Edelsteinmuseum verfügt, erklimmen wir bequem mit dem Lift. Ebenso die Pagode Su Taung Pyai auf dem Mandalay Hill, von der man einen fantastischen Blick auf die von Moped-Chaos und Teehäusern dominierte Handwerkerstadt Mandalay genießt. Der "Abstieg" vom Hill erfolgt per Rolltreppe – barfuß natürlich.

Mount Popa

Myanmar, Burma, Asien, Mount Popa… Foto: KURIER/Ingrid Bahrer-Fellner Wer sich den Plätzen der Gläubigen sportlich nähern will, kann überall auch Treppen steigen. Zum Kloster auf dem Mount Popa, der auch Wohnsitz der 37 wichtigsten burmesischen Schutzgötter und Kobolde (Nats) und deren König Thagyamin ist, muss man das sowieso über 700 Stufen tun. Barfuß natürlich, begleitet von lästigen Affen.

Touristen dürfen im Land nur mit Driver & Guide oder Öffis unterwegs sein, mancherorts können sie Mopeds und Fahrräder mieten oder die heiligen Sehenswürdigkeiten mit der knarrigen Minikutsche ansteuern. Allerdings: Bilder, auf denen etwa ganz idyllisch nur ein Mönch über die 1,2 km lange und älteste Teakholzbrücke am Taungthaman-See bei Amarapura geht, sind Geschichte. In der Hauptsaison rittern Tausende um den besten Fotoplatz, vornehme Ayeyarwady-Flussreisende gleiten mit Sekt und Gondoliere-Taxi über den See.

Myanmar, Burma, Asien,Yangon, Shwedagon Pagode… Foto: KURIER/Ingrid Bahrer-Fellner Die Fünf-Millionen-Einwohner-Metropole Yangon, das Tor zu Myanmar, erstickt seit zwei Jahren im Verkehrschaos, hat als Gartenstadt mit Seen und Parks dennoch ihren Reiz. Ein Besuch in der Sule Pagode darf ebenso wenig fehlen wie der Rundgang am Bogyoke-Markt und die Einkehr im legendären Kolonial-Hotel The Strand. Auf den Überlandfahrten nach Nay Pyi Taw und in die Tempelstadt Bagan passieren wir Reis- und Zuckerrohrfelder, Kautschukplantagen, glückliche Buckelrinderherden in Palmenhainen. Fahren durch Dörfer mit kleinen Klöstern und goldenen Pagoden und Regenbaum-Alleen.

Myanmar, Burma, Asien… Foto: KURIER/Ingrid Bahrer-Fellner Bagan, die einzigartige, historische Königsstadt mit mehr als zweitausend erhaltenen Sakralgebäuden aus Ziegelstein auf einer Fläche von 36 km², erreichen wir in der Dunkelheit. Beleuchtete Tempel und Pagoden blitzen zwischen den Bäumen auf, auch in dieser Wunderwelt aus dem 12. und 13. Jh. kommt sofort "Disneyland"-Feeling auf.

Bagan

MYANMAR BAGAN ANCIENT CITY Foto: APA/EPA/LYNN BO BO Unser Begleiter, Eastlink-Boss Walter Tretenhahn, erzählt vom Ballonflug über die Tempelstadt, mit 320 USD pro Person ist uns der Spaß aber zu teuer. Wir starten unsere Barfuß-Sightseeingtour mit der alles überstrahlenden Shwezigon Pagode, besichtigen mindestens zehn der wichtigsten Tempel mit und ohne Wandmalereien und Verzierungen. Die Eindrücke sind überwältigend, kaum zu verarbeiten. Intensiv ebenso das Eintauchen am Markt im Vorort Nyaung-U. Inmitten Bergen von Gemüse und Reis thronen Frauen, die als Make-up die traditionelle Schönheitspaste Thanaka aus der Rinde des indischen Holzapfelbaumes kunstvoll im Gesicht aufgetragen haben. Händler haben vom Betelkauen blutrote Münder, Mönche sammeln Almosen – wie in Amarapura, wo wir im Kloster Mahagandayon rund 1000 bei der Essenszeremonie beobachten dürfen. Nervenkitzel und Stille.

Myanmar, Burma, Asien, Mandalay Hill, Sonnenunterg… Foto: KURIER/Ingrid Bahrer-Fellner In der alten Königsstadt Mandalay "lesen" wir im größten Buch der Welt, beobachten wie Blattgold noch von Hand mit dem Hammer breit geschlagen wird, staunen in der Straße der Steinmetze über Buddhas in allen Größen. In Mandalay starten auch Ayeyarwady-Bootstouren zur weltweit größten funktionstüchtigen Glocke in Mingun. Über Holzbretter und von Schiffsjungen als Geländer gehaltene Bambusstangen geht’s wackelig auf die Boote. "Eben typisch Myanmar", sagt unser Guide Ei, bevor sie uns noch das schöne Bagaya-Teakholzkloster in der alten Königsstadt Inwa zeigt.

Video

Impressionen

Impressionen von Myanmar

Nay Pyi Taw

KURIER-Audienz beim Tourismusminister

Zahlen und Fakten aus erster Hand

Myanmar, Burma, Asien, Tourismusminister, Ingrid B…
Foto: KURIER/Ingrid Bahrer-Fellner

Tourismusminister U Htay Aung sitzt in seinem Büro  in der neuen Hauptstadt Nay Pyi Taw und hat leicht lächeln. Rasant steigende Tourismuszahlen bescheren Myanmar  jährlich Einnahmen von mehr als einer Million USD. Das bis März 2011 vom Militär regierte Land  zählte damals nur 800.000 Gäste im Jahr. Ende 2014 werden  es an die drei  Millionen  sein. Konnte man vor 30 Jahren ein Visum für nur 7 Tage beantragen, ist dieses heute für 28 Tage gültig und elektronisch abrufbar.  1585 Touroperator,  1000 Hotels,  3000  mehr oder weniger gut ausgebildete  Guides und 308.000 im Tourismus beschäftigte Einheimische profitieren vom Boom im südostasiatischen Traumziel.   Um die  Gästeströme besser zu regulieren hat die Regierung einen Masterplan erstellt, der bis 2020   Infrastruktur, Erschließung der Shan-Region sowie den Hotelausbau  an  Küste  und Inseln vorantreiben  soll. Das Know-how liefern Thailand und Japan.

Info

Unterkünfte, Wissenswertes, Auskunft

… Foto: KURIER Grafik Anreise Z. B. mit Austrian Wien–Bangkok und weiter mit Bangkok Airways nach Yangon. Oder mit Qatar Wien–Doha–Yangon. www.austrian.com, www.bangkokair.com
www.qatarairways.com/at/de/

Beste Reisezeit November bis März bei Temperaturen um 30 Grad. Regenzeit  Juni bis Oktober.

Gesundheit Leitungswasser nicht trinken.  Basisschutzprogramm (Hepatitis A/B, Tetanus/ Polio) empfohlen. Ins Handgepäck gehören Moskito- und Sonnenschutz sowie  Reiseapotheke. Wer  über Reiseveranstalter  bucht, speist in der Gruppe  in ausgewählten Restaurants sehr gut.

Preisniveau/Währung Myanmar-Bier im sehr guten Asia-Restaurant Monsoon in Yangon 4000 Kyat, mit Erdnussöl zubereitete Hauptspeise (meist Reis,  Gemüse, Hühnerfleisch,  Fisch) ab 5800 Kyat. 1 USD = 1050 Kyat (MMK),  1 € = 1300   Kyat.  Unbedingt USD mitnehmen, werden überall akzeptiert.  Mit der Visa-Card kann man  in Hotels und bei Schmuckhändlern bezahlen. WLAN ist in Hotels  gratis verfügbar. Handy – kein Roamingabkommen mit Österreich!

Kleidung Beim Besuch von Tempel-anlagen darf man keine Spaghetti-
träger-T-Shirts, Miniröcke, Shorts  oder durchsichtige Kleidung tragen. In allen Tempelanlagen muss man die Schuhe/Socken ausziehen und barfuß gehen. Sandalen mit Klettverschluss sind empfehlenswert.

Souvenir Lackwaren aus Bagan, Buddha-Figuren aus Jade oder Teakholz aus Mandalay, Seide, Edelsteine.

Buchtipp Lesereise Myanmar/Burma, 14,90 €, www.picus.at; Autor Bernd Schiller erzählt  treffend die Entwicklung  in den vergangenen 30 Jahren.

Angebot Raiffeisen Reisen  offeriert  zur besten Reisezeit   die Rundreise  „Myanmar“:13 Tage,  Logis  in Mittelklassehotels, Pauschalpreis p. P./DZ 2590 € (EZ-Aufpreis 495 €, Visum Myanmar 90 €), 10 x N/F,  9 x Mittag-und 1 x Abendessen  mit  Marionettenshow, Besichtigungen usw.;
– Inkludiert sind weiters Flüge mit Qatar Airways ab Wien oder München via Doha nach Yangon und  Bangkok–Doha–Wien oder München,  Flug Bagan–Mandalay und Mandalay–Bangkok, Taxen und die Rundreise Yangon, Nay Pyi Taw, Kaylaw, Inle See, Indein, Pindaya, Mount Popa, Bagan, Mandalay, Amarapura, Mingun, alte Königsstadt Inwa.
– Termine 2015: 22. 2. bis 6. 3. (Zuschlag  95 €), 22. 3. bis 3. 4., 29. 3. bis 10. 4., 8. bis 20. 11., 22. 11. bis 4. 12.

Info & Buchung Raiffeisen Reisen, Mo.–Fr.  9 bis 18 Uhr,  01/31375-82, [email protected]

Web www.myanmarinfo.at www.tourism-myanmar.org www.myanmartourism.org

Rundreise

Spezial-Angebot für KURIER-Leser

Für Leser, die gern in  schönen Hotels logieren, offeriert Raiffeisen Reisen ein Package mit Logis  in  4*- und  5*-Hotels. Von  deren Top-Qualität konnte sich der KURIER überzeugen. Das   Special „Magisches Myanmar“ wurde vom Wiener  Asien-Spezialisten,  Eastlink-Boss Walter Tretenhahn, zusammengestellt, umfasst eine  Reisedauer von 15 Tagen. Route:  Yangon, Nay Pyi Taw, Inle See, Indein, Mount Popa, Bagan, Mandalay, Mingun.

Vintage In Yangon etwa  logieren Sie im  Vintage Yacht Hotel, das mit  originalgetreuer Einrichtung aus den 1920er-Jahren  und  Badenwannen-Spa am Bug viel Nostalgie verströmt.

Royal Nay Pyi Taw In der neuen Hauptstadt relaxen Sie  im  eleganten Royal Nay Pyi Taw Hotel in der Dekhinathiri Hotelzone. 

Mount Popa Resort  Sie wohnen inmitten einer  Dschungeloase, blicken   auf den  Klosterberg, hören den Gesang der Mönche.

Villa Inle Resorts Ebenfalls brandneu in bester Lage am See.

Boutique-Hotel Areindmar Bietet absolute Wohlfühlatmosphäre nach den anstrengenden Tempeltouren in Bagan.

Sedona Bestes Hotel in Mandalay, einige Zimmer haben Blick zum Mandalay Hill, Pool. 

Pauschalpreis 2995 €/P/DZ, inkl. Flügen,  Taxen, Rundreise mit  12 x N/F,  6 x Mittagessen, 5 x Abendessen.  EZ-Aufpreis 990 €. Termine 2015: 11. bis 25. März, 25. November bis 9. Dezember (Terminzuschlag 100 €).

Info & Buchung Raiffeisen Reisen, Mo.–Fr.  9 bis 18 Uhr,  01/31375-82, [email protected]

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