Politik
08.03.2012

Zwei Arbeiter starben im Hochofen

In der Salzburger Aluminium AG kam es zu einem schweren Arbeitsunfall: Zwei Männer starben in der Hitze.

Ein Werk steht unter Schock. Ein Arbeiter der Salzburger Aluminium AG (SAG) in Lend im Pinzgau hat am Donnerstagnachmittag in einem Vorwärmeofen der Gießerei die verkohlten Leichen zweier kurz zuvor vermisster Arbeiter gefunden. Die beiden Toten waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch völlig offen. „Die Schiebetüre zu dem Ofen war verschlossen“, betont Polizeisprecher Michael Rausch. „Es ist unklar, ob sie zugefallen ist, oder von jemanden geschlossen wurden.

Die Ermittlungen laufen.“ Zeugen für den Vorfall gibt es nicht. Die beiden Männer – zwei Techniker – stürzten nicht in flüssiges Metall, sondern starben wegen der großen Hitze im Ofen. Die beiden waren mit Wartungsarbeiten beschäftigt, der Ofen war zunächst allerdings nicht in Betrieb. „In den Öfen wird nur gearbeitet, wenn sie nicht laufen und ausgekühlt sind“, berichtet der Bürgermeister von Lend, Peter Eder, der langjähriger Betriebsratsvorsitzender der SAG war . „Schutzkleidung ist darum nicht vorgesehen.“

Mysteriös

Der Vorfall wirft etliche Fragen auf: „Es ist völlig unklar, wie sich die Türen geschlossen haben und warum der Ofen in Betrieb ging, als die Männer noch im Inneren waren.“ Wie lange die beiden Arbeiter der großen Hitze – im Vorwärmeofen herrschen Temperaturen zwischen 400° und 500° Celsius – ausgesetzt waren, ist völlig offen. Das Landeskriminalamt Salzburg und das Arbeitsinspektorat ermitteln. Zur Identität der Toten wollte die Polizei keine Angaben machen. Bei den Männern dürfte es sich aber um einen 56-jährigen Pongauer und einen 49-jährigen Lungauer handeln. Endgültige Klarheit wird erst eine Obduktion bringen. Die Angehörigen werden von Kriseninterventionsteams betreut. Die Sicherheitsvorschriften im Werk gelten als vorbildlich. „Aus den vergangenen Jahren sind uns keine größeren Vorfälle bekannt“, betont Siegfried Schluckner, der Landessekretär der Metaller-Gewerkschaft. „Normal kann da auch nichts passieren.“