Politik 21.01.2012

Welpen-Handel mit gefälschten Papieren

Als gesunde Rassehunde soll ein Paar via Internet kranke Mischlingswelpen verkauft haben. Mit gefälschten Papieren.

Reinrassig, geimpft, gechipt und entwurmt“. Und das für nur 300 bis 500 Euro. Mindestens seit 2009 soll ein 41-jähriger Steirer, der mittlerweile ins Burgenland übersiedelt ist, zahllose junge Pitbull-Terrier, Bulldoggen, Hirten- und Hütehunde auf diese Art über die Internet-Plattform willhaben.at angepriesen haben. Tatsächlich importierte er die Welpen aus osteuropäischen Ländern. Alle Dokumente, auch Impfpass und Nachweis für den eingesetzten Chip, die samt Tier übergeben wurden, waren aber dreist gefälscht.

Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt Steiermark wegen Betrugs gegen den 41-Jährigen und seine 30-jährige Lebensgefährtin.

Derzeit sind vier Opfer bekannt. Und dabei spielte auch der Zufall Regie. „Ich war mit meinem eigenen Hund beim Tierarzt, als ein Geschädigter bei seinem Welpen die Impfung auffrischen lassen wollte“, berichtete Ermittlerin Rosemarie Berger.

Falscher Pass

Aber beim Untersuchen des kleinen Hundes zeigte sich, dass er gar nicht gechipt war. „Und als der Tierarzt den Kollegen anrufen wollte, der den Impfpass angeblich ausgestellt hatte, stellte sich heraus, dass es den gar nicht gibt.“ Die angeführte Telefonnummer gehörte einer Privatperson in Wien.

Wie die Ermittlungen ergaben, hatten da bereits zwei Geschädigte Anzeige nach dubiosen Welpenkäufen erstattet. „Diese Anzeigen liefen gegen Unbekannt, weil man noch nicht wusste, dass der 41-Jährige der Verkäufer war“, erklärte Rosemarie Berger. Die Tiere seien erkrankt oder mussten sogar eingeschläfert werden.

Eine Hundebesitzerin war eigens aus Tirol in die Oststeiermark gereist, um ihr Tier zu holen. Seither musste sie 800 Euro für die Behandlung einer Kieferfehlstellung zahlen. Zwei weitere Opfer stammen aus Niederösterreich, eines aus Graz. In einem Fall konnte das mutmaßliche Betrüger-Pärchen auf frischer Tat beim Verkauf betreten werden.

Weitere Geschädigte werden ersucht, sich unter Tel.: 059133/60-3333 zu melden.

( Kurier ) Erstellt am 21.01.2012