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Politik
12/13/2011

Tiercoach über Katzenwäsche

Wer seinen Vierbeiner in der Fellpflege unterstützen will, bürstet die kurzen Haare und kämmt die langen. Baden ist überflüssig.

von Hedwig Derka

Das Fell von Holly glänzt. Mit der Zunge schleckt sich die Katze über die Hinterbeine und verbiegt sich dabei wie ein Schlangenmensch im Zirkus. Mit der Pfote streicht sie behutsam über ihre Schnauze. Mit den Zähnen löst sie haarige Knoten und entfernt geschickt den einen oder anderen Floh. Katzen sind von Natur aus reinlich. Bis zu fünf Stunden täglich verbringen sie mit Putzen.

"Katzen haaren das ganze Jahr über. Im Frühjahr und im Herbst ist der Fellwechsel verstärkt, eine sorgfältige Fellpflege daher besonders wichtig", sagt KURIER-Tiercoach Dagmar Schratter. Die Direktorin des Tiergarten Schönbrunn gibt Tipps für die "Katzenwäsche".

"Bei kurzhaarigen Rassen braucht man eine weiche Bürste", erklärt die Expertin. Ein Mal pro Woche sollen sich Katzenbesitzer Zeit für die Putzaktion nehmen. Ein sauberes, glänzendes Fell ist Zeichen von Gesundheit. Außerdem verstärkt das Striegeln die emotionale Bindung zwischen Vier- und Zweibeiner - Körperpflege als Streicheleinheit. Nicht zuletzt kommen beim Bürsten kleine Verletzungen zum Vorschein und können versorgt werden, Parasiten werden entdeckt und beseitigt.

Das Entfernen der losen Haare hilft der Katze: Landen zu viele Haare im Magen, verklumpen sie mit fetten Speiseresten. Werden die Haarbälle zu groß, kann sie der Vierbeiner nicht mehr heraufwürgen. Es folgen Verdauungsprobleme, Magenentzündung oder im schlimmsten Fall ein Darmverschluss. Da nützt dann auch kein Katzengras.

"Langhaar-Rassen brauchen von Anfang an tägliche Fellpflege", sagt Schratter. Die Tiere müssen von klein auf an den Kamm mit abgerundeten Spitzen gewöhnt werden. Ein Gummihand schuh mit Noppen reicht hier nicht aus. Die Katze muss vom empfindlichen Kopf, den heiklen Ohren, den sensiblen Achseln und Leisten über den Rücken bis in die Schwanzspitze gekämmt werden: Das Fell scheiteln und langsam durcharbeiten.

Knoten werden mit den Fingern auseinandergezupft. Gelingt das nicht, müssen sie an der Haarwurzel abgeschnitten werden. "Die Haut der Katzen ist sehr dünn und dehnbar. Die Verletzungsgefahr ist daher groß", warnt der KURIER-Tiercoach. Und: "Immer wieder landen derart verfilzte Katzen beim Tierarzt, dem bleibt dann nur noch, das Tier unter Narkose komplett zu scheren."

Nach solch einem nackten Neustart muss die Katze langsam an die Kämmprozedur gewöhnt werden: Zu Beginn tut eine weiche Bürste gute Dienste, die kurze Fellpflege wird zeitlich gesteigert und von Rücken und Bauch auf die empfindlichen Körperregionen ausgeweitet. "Lassen Sie die Katze mit der Bürste spielen. Verbinden Sie die Pflege mit Streicheleinheiten. Belohnen Sie Ihr Haustier mit Leckerlis", empfiehlt Schratter. Der Kamm bleibt der Langhaarkatze letztlich nicht erspart.

Neben den hygienischen Maßnahmen sorgt Fellpflege von innen für glanzvoll-glatte Haare. "Achten Sie auf die Ernährung. Auch Futterzusätze aus dem Fachhandel sind sinnvoll", sagt die Expertin. Distel-Öl in geringen Mengen unterstützt ebenfalls den reibungslosen Fellwechsel. Vom Baden dagegen hält der KURIER-Tiercoach wenig: "Fast alle Katzen sind wasserscheu. Das lauwarme Nass ist für sie purer Stress. Und Knoten verfilzen beim Waschen noch viel mehr."

Selbst geputzt und fremd gekampelt: Viel mehr Katzenpflege ist in der Regel nicht nötig. Ausnahmen gibt es freilich immer, sie betreffen vor allem alte und kranke Tiere:
Krallen sind ein wichtiges Werkzeug für Katzen. Mit scharfen, spitzen Krallen klettern Freigänger auf Bäume, fangen Beute und setzen sich in Kämpfen durch. Stubentiger nützen Krallen am Kratzbaum ab. "Nur bei alten Tieren, die sich nicht so viel bewegen und die Krallen nicht mehr einziehen können, müssen diese mit einer speziellen Zange abgezwickt werden", erklärt KURIER-Tiercoach Dagmar Schratter. Ausschließlich die hellen Spitzen - gut zu erkennen, wenn man die Pfote gegen das Licht hält - dürfen gekappt werden, die dunklen Stellen sind stark durchblutet. Tierärzte zeigen die richtige Technik gerne vor.
Ohren reinigen sich auf natürliche Weise. Das Säubern der dünnen, stark abgewinkelten Gehörgänge mit Wattestäbchen richtet mitunter mehr Schaden an, als es nützt. Fremdkörper werden tief ins Innere des Ohres geschoben und können eine Entzündung verursachen. Haare an der Muschel zu entfernen, ist tabu, sie schützen vor Schmutz.
Augen müssen weder gepflegt noch gereinigt werden. Bei ihnen sorgt richtig dosierter Tränenfluss automatisch für den klaren Blick. Nur Katzen mit Augenkrankheit brauchen eine spezielle Behandlung.

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