Politik
21.01.2012

Strache: „Wir werden Nummer eins“

HC Strache wettert beim FPÖ-Neujahrstreffen in Salzburg gegen die EU, die Banken und Rot-Schwarz. Das seien die Verursacher der Krise.

Die Salzburgarena ist am Samstag komplett in blaues Licht getaucht. Zeltfestatmosphäre mit Würstelgeruch, Bier und Schnaps. Die John-Otti-Band peitscht die Massen an den Biertischen auf: „Diese Arena muss kochen!“ Während vor der Türe etwa 200 Demonstranten gegen das Neujahrstreffen der FPÖ protestieren, schwingen in der Halle 2500 HC-Strache-Fans rot-weiß-rote Fähnchen.

„Seit wir den Strache haben, sind wir wieder jung“, scherzt eine Runde älterer Salzburgerinnen. Von den Kanzler-Bestrebungen ihres Parteichefs halten sie aber nichts: „Das sollte er nicht tun. Da muss er auslöffeln, was die anderen verpfuscht haben. In der Opposition kann er mehr bewegen.“

Viele sehen das anders. Die EU- und Schuldenkrise kommt der FPÖ gerade recht. Laut Umfragen liegt sie momentan auf Platz zwei, knapp hinter der SPÖ. „Es wäre gut, wenn die FPÖ wieder mehr mitreden kann. Die Großparteien führen schon was auf. Das Geld wird rausgeschmissen, wie für die Rettung Griechenlands und wir Kleinen haben nichts“, schimpft ein Funktionär aus Judenburg.

Die Frage nach dem besseren Koalitionspartner kann keiner recht beantworten: „Mit der SPÖ wäre es besser. Die ÖVP schaut ja nur auf die Reichen. Aber unter Faymann wird das vermutlich nicht gehen. Der redet ja nichts mit uns“, grübelt Franz Wagnes, Funktionär aus der Steiermark.

Zu den Klängen von „Wir sind die Sieger“ zieht dann nach langem Warten Parteiobmann Strache in die Arena ein. Er kehrt damit an jenen Ort zurück, an dem er nach der Abspaltung des BZÖ im April 2005 zum Bundesparteiobmann gewählt wurde. „Ausgehend von Salzburg hat unser Aufstieg begonnen. Jetzt setzen wir einen weiteren Schritt und werden Nummer eins, damit unsere Heimat nicht vor die Hunde geht“, lautet Straches Parole.

Sparen

Der FPÖ-Chef gibt sich gewohnt kämpferisch und spart nicht mit deftigen Ansagen, dazwischen mischen sich aber auch staatstragende Töne. Die Regierung bezeichnet er als „unangenehme Mischung aus Unfähigkeit und Unwilligkeit“. Er fordert rasche Neuwahlen. Von der Schuldenbremse will er gar nichts mehr wissen, lieber hätte er eine „Subventionsbremse“. Sieben bis zehn Milliarden Euro könnte man damit „locker“ einsparen, meint Strache.

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