Politik 05.12.2011

Steirischer Sportler starb an Aortenriss

Es war kein Unfall, der ihrem 27-jährigen Sohn am Schwarzen Meer das Leben kostete. Else Stanek skizziert dem KURIER das tragische Geschehen.

Jörg, alles Gute - und pass auf." So verabschiedete sich Else Stanek aus Ardning am 31. Juli von ihrem jüngsten Sohn, der mit Freunden nach Bulgarien zum Klippenklettern ans Schwarze Meer aufbrach. "Mutti, mir passiert nichts", beruhigte der 27-jährige Student der Montanuni Leoben noch lachend. Jörgs letzte Worte zur Mutter: In dieser Woche wird sein Leichnam nach Hause überstellt. Bei einem Sprung ins Meer riss ihm die Hauptschlagader.

Am 2. August war der Steirer in Tyulenovo von einem überhängenden Felsen aus vier Metern Höhe ins Meer gesprungen. "Eagle", rief der Extremkletterer noch, machte im Wasser noch einige Tempi, ehe er unterging. Seine Freunde sprangen nach und bargen ihn. Aber da war Jörg schon tot.

Herzfehler

"Durch die Obduktion wissen wir nun, dass bei Jörg ein Aortenriss eingetreten ist und ein Bluterguss ins Herz tödlich war. Von einem angeborenen Herzfehler ist auch die Rede", weiß Else Stanek aus dem Bericht der bulgarischen Behörden. "Unser Hausarzt meint, dass Jörg vielleicht auch an einem Aneuyrisma ( Arterienenaussackung, Anm. ) gelitten haben könnte."
Seine sportliche Begeisterung - Klettern, Mountainbiken, Laufen, Motorrad fahren - trieb ihn zu Hochleistungen. Als habe er gespürt, dass er nicht alt werden würde, so kommt das den Eltern jetzt fast vor.

Der Student stand kurz vor Abschluss seiner Diplomarbeit. Wiederaufbereitung und Veredelung waren sein Metier. Er wollte dissertieren, vielleicht eine Weile im Ausland viel Geld verdienen. "Einen gewissen Lebensstandard will ich mir schon leisten", war die Devise des Technikers.

Keine Ahnung

Der Steirer spürte nichts am Herzen, hatte keine Ahnung. "Jörg war einerseits ein Draufgänger", sagt die Mutter. Andererseits sei er vernünftig gewesen. "Er hat nicht geraucht, keinen Alkohol getrunken. Und er war nie krank. Wir haben uns nie Sorgen um ihn machen müssen. Er war immer so gut drauf."
Man versuche, sich nach diesem Schicksalsschlag zu fassen. "Aber gerade war ich einkaufen", sagt Else Stanek und ringt um Fassung, "da ist mir eingefallen, was Jörg immer gerne gegessen hat".

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011