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Politik
09/30/2012

Rezeptgebühr: Stöger ist gegen Bonus

Für den roten Gesundheitsminister bestraft ein Bonus-Malus-System die Kranken. Er will gesellschaftliche Rahmenbedingungen verbessern.

von Christian Böhmer

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hält nichts von der Idee, die mehr als fünf Millionen Versicherten der Gebietskrankenkassen mit einem neuen Bonus-System zu locken.

Via Sonntag-KURIER hatte der stellvertretende Obmann der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft (SVA), Peter McDonald angeregt, die Kassen-Versicherten könnten mit einer Halbierung der Rezeptgebühr (derzeit 5,15 Euro) belohnt werden, wenn sie im Gegenzug versuchen, gesünder zu leben – zum Beispiel indem sie Gewicht abnehmen oder auch das Rauchen einstellen.

Ein entsprechendes Modell hat die SVA seit Jänner diesen Jahres in Betrieb. In der SVA werden Versicherte mit einer Halbierung der Selbstbehalte (10 statt 20 Prozent) belohnt, wenn sie mit ihrem Arzt "Gesundheitsziele" vereinbaren, sprich, wenn sie weiter gesund leben oder versuchen, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

Die Zahl der Vorsorge-Untersuchungen ist in der SVA seither österreichweit um 46 Prozent gestiegen.

Für Stöger ist das kein Argument. "Wir sehen Bonus-Malus-Systeme grundsätzlich skeptisch. Sie kommen einer Bestrafung der Kranken gleich", so Stöger zum KURIER. Um den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern (40 % sind übergewichtig, laut OECD sind die Österreicher deutlich ungesünder als andere Europäer) müsse man gesellschaftliche Rahmenbedingungen verbessern. Das bedeute: Am Arbeitsplatz wie auch in der Schule oder in Kindergärten müsse gesündere Kost angeboten werden; und unter der schwarz-blauen Regierung gestrichene Turnstunden könnten wieder eingeführt werden.

 

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